Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Alle machen was – nur ich nicht…

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Alle tun es… und ich?

Alex geht laufen, radelt mit einem Ultraleichtrad und surft im Sommer, nachdem er seine Boxhandschuhe an den Nagel gehängt hat.
Bert geht in Kletterhallen und stundenlang mit dem Hund durch den Wald. Manchmal hängt er wie eine Fledermaus in seinem Keller von der Decke. Denn selbst dort hat er diese knallbunten Kletterteile in die Wand gedübelt.
Hans fährt Motorrad, hungert und schwingt sich im Sommer ebenfalls auf’s Surfbrett.
Tim läuft Marathon.

Alle tun was, weil sie der Meinung sind, dass sie entweder überflüssige Pfunde dringend loswerden wollen oder selbige gar nicht erst aufbauen möchten.
Und ich?

Sportliche Aktivitäten sind bei mir eher Fehlanzeige, von den winterlichen Fahrten in die nahegelegenen Skigebiete einmal abgesehen. Die machen zwar Spaß, ich komme auch überall schnell, sicher und einigermaßen elegant runter. Selbst die schwarze Nordabfahrt Schattberg, immerhin die längste schwarze Piste der Alpen, macht mir weder Probleme noch Angst, noch rutsche ich den anderen hinterher. Aber das als Sport oder zumindest Bewegungsausgleich zum Schreibtischjob zu bezeichnen ist doch mehr als gewagt. Vor allem, da sich diese Aktivitäten doch auf’s Jahr verteilt eher als homöopathische Dosen erweisen.

Wenn ich ehrlich bin, dann paart sich in meinem Körper die Trägheit der Masse mit der ungebremsten Verzehrlust. Die Konfektionsgrößen änderten sich schrittweise von M zu L zu XL. Nichts passt mehr, dabei habe ich doch mit meiner geliebten alten Jeans-Jacke gerade erst Silberhochzeit gefeiert. Kinders, wie die Zeit vergeht.

Aber jetzt ist Schluss. Was zu viel ist, das ist zu viel. Das meine ich ganz wörtlich, wenn das Bäuchlein zum Bauch wird, wenn die Gürtelschnalle beim Hinsetzen zum einschneidenden Erlebnis des Nabelbergs wird, dann muss estwas geschehen. Sie wissen nicht, was ein Namelberg ist? Damit meine ich nicht den Berg in Südostanatolien. Stellen Sie sich bitte einen auf dem Rücken liegenden Mann vor. Sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge ein Fettgebirge um den Bauchnabel – einen wabbeligen, weißen, stark bewaldeten Kugelberg mit einem kleinen Vulkankrater? Dann wissen Sie, was ich meine. Und wenn Sie das Bild nicht besonders ansprehend finden, dann geht es Ihnen wie mir. Es gibt also keinen Grund, so etwas, und damit meine ich nicht das Bild, mit herumzuschleppen. Der Nabelberg muss abgetragen werden.

Das bemerke ich besonders schmerzlich, als mir im Februar 2012 nicht mehr gelingt, den Hosenbund zu schließen und die Masse im Zaum zu halten: Der Knopf will einfach nicht ins Loch. Und zwar bei einer Hose, die ich ein knappes Jahr vorher erst gekauft habe. Das ist das eigentliche Drama des Ganzen.
Irgendwann geht es dann doch. Ob jetzt die mangelhafte Verarbeitung schuld ist, also der Knopf nicht fest genug angenäht wurde, oder der auf Anschlag eingezogene Bauch: Kaum rollt sich der Nabelberg auf den Hosenbund zu, tut es einen kleinen Pling und der Knopf fliegt davon. Das ist wie in einem schlechten Film oder Comic. Eine Szene, die man schon im Überdruss gesehen hat, eine Szene, von der man behaupten kann, die ist so bescheuert, denn so etwas passiert ja in Wirklichkeit nicht.
Doch!
Mir!

Und – wie ich festgestellt habe – nicht nur mir: Ü-40-Menschen klagen, davon war in meinem Blog an anderer Stelle ja bereits die Rede, gern über unverhältnismäßige Gewichtszu- und Beweglichkeitsabnahme. Kaum sind nach dem dreißigsten Geburtstag bescheidene 10 Jahre vorbei zeigt die Waage Dinge, die man nicht wissen will.
Für mich, der ich mich nicht schon vor dem Frühstück anmeckern lassen wollte, war für über 10 Jahre der Schritt auf die Waage einer zu viel. Er fand ganz einfach nicht mehr statt. Was ich nicht weiß, das macht mich nicht heiß!

Nur einmal hätte es mich fast erwischt als ich mit einem Auto Sperrgut weggefahren habe und das Fahrzeug vor und nach der Entladung gewogen werden musste. Es war nicht ganz leicht, das Auto auf der Waage so zu platzieren, dass man es verlassen kann, ohne zu sehen, wie die Autowaage plötzlich um zig Kilo weniger anzeigt. Aber vieles ist möglich, man muss es nur wollen.

Und ich wollte – nein, ich will es immer noch.
Vielleicht hätte ich nur damit eher anfangen sollen.
Womit? Mit dem Blog-Projekt? Das auch, denn jetzt muss ich alles nach und nach rekonstruieren und rückdatiert hier einstellen.

Vor allem aber mit dem Kampf gegen die Pfunde. Mit der Rückeroberung zumindest einer Grundfitness.
Das vor allem. 12 Kilo müssen dauerhaft weg. Das ist das Ziel.

Davon erzählt dieses Blog.

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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