Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Weiherspiele

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Wörther Weiher. Bild (c): Landkreis Erding

Nachdem ich nun fast ein halbes Jahr zwei bis reimal in der Woche in die Schwimmhalle in Markt Schwaben im Landkreis Ebersberg gefahren bin, stehe ich eines Tages Anfang Juli vor verschlossener Tür. Zwar war angekündigt, dass das Schwimbmad im August und September wegen notwendiger Sanierungsarbeiten geschlossen wird. Aber bitte: Wir haben den 2. Juli und nicht August. Was soll das denn nun wieder?
Und vor allem – wo bitte soll ich jetzt weiter trainieren? Den Sommer über das mühsam abgehungerte und heruntergekraulte Gewicht wieder zunehmen? Kommt ja gar nicht in Frage. Andererseits: Welche Alternative bleibt mir?
Die meisten Schwimmbäder der Region schließen über den Sommer. Ich bedauere das, denn gerade während der sehr warmen Tage im Mai war das Markt Schwabener Schwimmbad wie leergefegt. Kaum jemand, der meine Bahnen kreuzt, wenn die Sportbahnen vereinsbelegt sind. Kaum ein Sportschwimmer am Freitagabend, perfekt für mich.
Das Erdinger Freibad schließt abends so früh, dass ich es definitiv nicht schaffe, nach der Arbeit noch dahin zu fahren. Für zehn Bahnen muss man sich nun wirklich nicht, sich nass zu machen, geschweige denn Eintritt zu zahlen.
Frühsport war noch nie mein Ding. Das erinnert mich auch allzu sehr an das Schulschwimmen im vereinseigenen Freibad des Hohenlimburger Schwimmvereins. Damals war es genauso. Das Hallenbad schloss im Mai, unser Schwimmkurs wich in das Freibad Henkhausen aus. Das war freitags in der nullten Stunde, morgens um 7.30 im ungeheizten Wasser – und natürlich noch nicht so vornehm, wie heute, in der das Becken von einer Traglufthalle überdacht ist.
Das Ergebnis war vorhersehbar: Es war wie bei den zehn kleinen mittlerweile politisch unkorrekten Negerlein aus dem damals allgemein bekannten Kinderlied. Von mal zu mal wurden die Kursteilnehmer weniger. Dafür die Krankmeldungen mehr. Die Folge war, dass wir uns ein paar Wochen mit „Theorie-Unterricht“ beschäftigten. Lehrfilme, die uns im Kunstsaal vorgeführt wurden.
Dann kamen die großen Ferien und danach ging’s dann mittags ins Kirchbergfreibad. Das war dann ok.
Schon die Erinnerung an Henkhausen daran bereitet mir Gänsehaut. Das muss ich, mittlerweile um Vieles älter, nun wirklich nicht wiederholen.
Was mir bleibt, ist das Freiwasserschwimmen im Weiher zwischen Wifling und Wörth. Der aber ist – man erinnere sich bitte an die Witterung in diesem Sommer – nicht gerade warm.
Egal! Da muss der Mann durch. Oder, um im Bild zu bleiben: Rein. An den heißen Tagen ist das kein Problem. Es macht mehr Spaß, als stupide die Bahnenzahl zu steigern. So eine Runde bringt es auf gut 500m, geschätzt und von der Wasserwacht auf Rückfrage bestätigt. Und ein paar Ründchen am Abend, das ist bei 30º Lufttemperatur nicht nur erfrischend. Das ist fast schon berauschend.
Bedauerlicherweise ist das Wetter aber keineswegs immer so, dass die Kiesweiher hier in der Region komfortable Wassertemperaturen zu bieten haben.
Aber jetzt ist erst mal Sommer, und den genieße ich, indem ich die Freiwassersaison einstarte…

PS: Auch Markt Schwaben startet die Weiherspiele, da aber geht es um Freilichttheater auf einer Bühne über dem Dorfteich… Den Namen dafür Weiherspiele leihe ich mir trotzdem…

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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