Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Ein Neo muss her

Ein Kommentar

Lieben Sie Produktbeschreibungen? Bitte sehr: Hier wäre eine.


Aufgrund seiner max. 1mm Dicke und dem sehr weichen Neopren läßt sich der Anzug sehr schnell an- und ausziehen, bietet weniger Wasserwiderstand und Auftrieb und besonders einen hervorragenden Kälteschutz. Somit gelangen sie mit aufgewärmter Muskulatur zu der zweiten Disziplin

Ideal für Einsteiger, da der Anzug sich anpasst wie eine zweite Haut ohne einzuengen

– Die Thermo-Guard Technologie hält die Wärme und bietet maximale Flexibilität sowie maximalen Bewegungsspielraum im Bereich Schultern, Beine und Brust.
– Hergestellt aus 0,5 – 1 mm Glide Skin-Neopren für schnellere Geschwindigkeit und größere Bewegungsfreiheit im Wasser durch einen niedrigen Reibungskoeffizienten.
– Der neue Aqua Flex™ „Doppeldichtungsnacken“ maximiert den Komfort, während das Wasser nicht in den Anzug eindringen kann.
– Unter dem Arm und im Schritt wurden spezielle Einsätze eingefügt, um ein Wundscheuern zu verhindern und zusätzlichen Tragekomfort zu bieten.
– Tiefer Easy-Pull-Reißverschluss auf dem Rücken machen das Anund Ausziehen des Aqua Skin sehr einfach.

Warum nicht einfach mal diese Produktbeschreibung bloggen? Sie müssen das ja nicht glauben. Es reicht, wenn ich das tue. Und das nehme ich mir ganz fest vor…

Als vorausschauender Mensch weiß ich, dass selbst bei aktuellen 30° Außentemperatur der Herbst unweigerlich im Anmarsch ist. Da mein Schwimmbad noch den ganzen September geschlossen hat, muss ich – will ich die Freiwassersaison verlängern – tätig werden.
Zugegeben: Mit einem Neoprenanzug liebäugle ich schon länger. Ganz im Geheimen. Noch schreckt mich der Gedanke ab, mich am Badeweiher, an dem der halbe Landkreis zusammenkommt, in die Wurstpelle zu zwängen. Hin und wieder schaue ich mal bei ebay rein, aber aus verschiedenen Gründen habe ich noch keinen ersteigert. Dazu später mal mehr.
Heute nutze ich die Gelegenheit eines freien Tages, mich mal unverbindlich in einigen großen Münchner Sportgeschäften umzusehen.
Natürlich unverbindlich – und ich weiß, wie das normalerweise bei mir endet. Entweder ich gebe zu viel Geld aus, oder ich bin völlig frustriert.
Im ersten Sportgeschäft – morgens gegen 10 Uhr – ist es noch angenehm kühl. Bademoden sind im Keller, dort auch die Neoprenanzüge. Eine ältere Verkäuferin, die alles andere als kompetent wirkt, wenn man sie nicht gerade nch Körbchengrößen von Badeanzügen fragt, bietet mir ihre Hilfe an. Ich lehne ab, a ich mich ja nur umschauen will.
Eigentlich gibt es nur einen Neoprenanzug, der annähernd meine Größe hat. Als ich aus der Anprobe komme, weiß ich schon, dass dieser Anzug nicht für mich gemacht wurde. Schade, denn er ist um über 60 Euro reduziert. Das nützt aber nichts, wenn er schon bei den allerserten Bewegungen in der Achselhöhle scheuert. Dann eben nicht. Die eilig von der Verkäuferin zur Hilfe und zu meiner Beratung herbeigerufene Kollegin ist auch nicht gerade versiert im Fach. Ich schäle mich aus dem Anzug und verabschiede mich artig.
Keine hundert Meter weiter gibt es ein weiteres Sportgeschäft. Hier ist die Auswahl größer. Das sehe ich auf den ersten Blick.
Allerdings herrschen hier Raumtemperaturen und eine Luftfeuchtigkeit wie in einer Dampfsauna. Und so probiere ich mich durch fünf weitere Neoprenanzüge, einen nach den anderen gebe ich der Verkäuferin zurück. Einer vollgeschwitzter als der vorangegangene.
Die Verkäuferin erträgt es mit Fassung und wird nicht müde, mir immer neue Anzüge zu reichen und mich zu ermutigen, diese auch auch noch anzuprobieren. So richtig passen will aber keiner.
Es ist schon ein Kreuz mit dem selbigen. Denn die Anzüge, die zu meinen affenartig langen Armen passen, sind im Kreuz zu weit. Passt es im Kreuz, sind Ärmel und Beine zu kurz. Langsam werde ich unleidlich. Was kann ich denn dafür, dass ich eine nicht genormte Neoprenanzugträger-Figur habe? Die Frage ist natürlich rhetorisch, denn ich weiß ganz genau, was ich dazu beigetragen habe.

Ein letztes Modell schleppt die Verkäuferin herbei, den Aquasphere ThermoSkin (s.o.) – und der passt. Perfekt. Glücklich, schweißtriefend und zum sofortigen Kauf bereit, pelle ich mich aus der zweiten Haut. Genau dieser soll es sein. Und kein anderer.

Als mir die Verkäuferin bei Mitgliedschaft im Kundenclub noch eine Zufriedenheitsgarantie anbietet, mit der ich den Anzug nach spätestens sechs Wochen Testphase zurückbringen kann, wenn ich unzufrieden bin, kennt meine Begeisterung kaum noch Grenzen. Ich lasse den schweißnassen Anzug einpacken, verspreche hoch und heilig, ihn sofort zum Trocknen aufzuhängen, sobald ich die Gelegenheit habe, und verlasse das Geschäft.

Stolz, glücklich und gespannt. Spätestens am Sonntag werden wir ja sehen, ob ich zufrieden bin…

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

Ein Kommentar zu “Ein Neo muss her

  1. Da bin ich ja froh, dass du doch noch einen gefunden hast, sonst hättest du zu Max Dietl gehen müssen, um dir einen auf den (Astral)Leib schneidern zu lassen. Der hätte nicht schlecht gestaunt über deine „Stoff“auswahl

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