Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Drunten am Fluss (Teil 2)

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„Wo ist denn dieser wunderbare Ort?“
Nachdem ich vor ein paar Tagen den ersten Teil des Beitrags Drunten am Fluss (link) in diesem Blog veröffentlicht habe, war zu erwarten, dass ich mit dieser Frage konfrontiert werde.
Aber es ist natürlich klar, dass ich diese Frage nicht beantworte. Es ist Alex‘ Lieblingsplatz. Zwar habe ich nicht die Sorge, dass jemand, der dieses Blog liest, Völkerscharen bewegen wird, dorthin zu kommen, aber ich belasse es dabei, ein paar Bilder zu zeigen und nenne keine Namen – weder der Ortschaften noch den des Flusses.flusslauf
Das wäre nicht fair.
Bitte fragen Sie also nicht weiter.
Natürlich ist es keine Überraschung, dass auch der Rückweg von der anderen Flussuferseite durch die tiefe Rinne gut gegangen ist. Hätte ich mein Handy versenkt, könnte ich hier wohl keine Bilder zeigen und wäre wahrscheinlich auf den Abend auch nicht so gut zu sprechen.
So aber erreiche ich das Ufer ohne Müh‘ und Not, in meiner Hand das Handy lebt und ist nicht tot. (Goethe möge mir diese Plumpheit verzeihen).
Noch einmal schwimme ich gegen die Strömung an. An einem Busch hängt ein langes Seil ins Wasser an dessen Ende ein Stock geknotet ist. Ich bleibe auf der Höhe des Stockes und greife ein paar Mal danach. Es ist schön, sich einfach festzuhalten und das Wasser an sich vorbeiströmen zu lassen. So schön.
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Auch Alex genießt das, wir wechseln uns ab. Und so kommt es doch zu einem Wechsel aus kraftvollem Schwimmen und Ruhephasen. Die größte Ruhephase aber verbringen wir am Ufer.
Alex hat drei Flaschen Gösser Radler mitgebracht. Die sind zwar genauso „bacherlwarm“ wie der Fluss, in den er sie gestellt hat, aber es ist trotzdem ein Hochgenuss.
Wir sitzen am Ufer, ratschen, trinken Radler und schauen zwei vorbeitreibenden Stehpaddlern zu.
In allerkürzester Zeit hat sich unter den Bremsen und Stechmücken der Uferregion herumgesprochen, dass viel nackte Hautfläche zur Verfügung steht. Wir werden zu Dauerblutspendern. So schnell kann man gar nicht zuschlagen, wie sich auf Armen, Beinen oder Rücken die lästigen Blutsauger niederlassen. Jeder ist eben bestechlich – nur auf die unterschiedlichsten Arten.
Mich wundert das etwas. Denn in meinem Stammrevier gibt es nicht annähernd so viel lästige Viecher. Und das ist ein stehendes Gewässer mit vielen Flachwasserzonen. Ich habe zwar verschiedentlich in den Zeitungen von der Mückenplage in diesem Jahr gelesen und immer das Gestöhne der Wirte, dass die Gäste abends fluchtartig die Biergärten verlassen, mitbekommen. Aber stöhnen die nicht immer? Über’s Wetter? Über die Mücken? Über das Rauchverbot? Über Personalmangel? Über Hygieneverordnungen… Ich schweife ab.
Also zurück zum Fluss. Zurück ins Wasser. Noch einmal.
Wir geben alles. Was nicht viel ist.
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Nach einem Radler kommt eine gewisse Trägheit. Und eine Gasentwicklung im Magenbereich, die für Schwimmbewegungen nicht gerade förderlich ist. Egal. Heute geht es um den Spaß. Und den haben wir.
Als die Sonne hinter den Weiden verschwindet, wird es auch für uns Zeit. Raus aus dem Wasser, schnell abtrocknen und anziehen. Weitere Blutentnahmen wollen wir nicht akzeptieren. Und schon gar nicht die vorherigen Injektionen der übel juckenden Gerinnungshemmer.
Schnell noch mal auf die Kiesfläche – ein letztes Foto:

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Wir spielen mit Bildern im Kopf. Zwei Freunde am Fluss: Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Oder Huck und der Neger-Jim. Oder Old Shatterhand und Winnetou, noch bevor sie Blutsbrüder wurden. Wenn Männer zu Jungs werden…

Schön war es, Alex. Wunderschön. Vielleicht gibt es dieses Jahr ja doch mal die Möglichkeit für mich, ins „bacherlwarme“ Wasser zu springen, wenn nicht, dann eben 2014. Ich möchte das gern wiederholen.

Und als kleine Fußnote: Meine Heimfahrt endete, wie schon einmal, als ich mit Alex unterwegs war, in den Armen der heimischen Polizei, sprich: in einer allgemeinen Verkehrskontrolle. Der Beamte, der mich keine dreihunter Meter vor meiner Garage zum Halten aufforderte und dann an meinem Seitenfenster stand und Papiere sehen wollte, beantwortete seine Frage „Woher kommen Sie?“ gleich selbst. „Ach, ich sehe schon: Sie kommen bestimmt vom Sport.“

Das kann nur der völlig ramponierten Frisur (wie immer nach dem Schwimmen) geschuldet gewesen sein….

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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