Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Revierwechsel

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Der Sommer ist vorbei und damit ist wohl auch die Freiwassersaison um. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ich dieses Jahr noch mal die Gelegenheit habe, ins Open Water zu steigen. 16 °C Wassertemperatur sind jetzt nicht unbedingt das, was ich als Freizeitschwimmer mit Spaß an der Freude als besonders erquicklich bezeichnen würde – trotz Neoprenanzug, und vor allem trotz eines neuen, den ich gerade erst gekauft und noch nicht einmal ausprobiert habe.  Zudem wird es mittlerweile abends so früh dunkel, dass meine geliebte Feierabendrunde im Weiher nicht mehr „drin“ ist. Und die Wochenenden sind momentan gesteckt voll mit Verabredungen. Also verabschiede ich mich ein wenig betrübt von der sehr kurzen, aber sehr intensiven Sommersaison 2013.
neo1Spät fing sie an, das Frühjahr und der Frühsommer boten nicht unbedingt schwimmfreundliche Witterungsverhältnisse. Dann kam das Hochwasser, das meinen bevorzugten Weiher erst mal für längere Zeit unbeschwimmbar machte.  Also blieb nur die Halle. So dramatisch war das nicht, es gab ja die Schwimmhalle in Markt Schwaben.
Gab?
Keine Panik. Es gibt sie noch. Aber sie hat wegen Renovierung geschlossen; deutlich länger als ursprünglich angekündigt. Und so stand ich vergangene Woche vor verschlossener Tür. Wie ärgerlich, aber auch verstädnlich: Es stehen dringende Arbeiten am Schwimmbaddach an. Und es will nun wirklich niemand, dass einem das Selbige auf den Schädel kracht. Will ich also nicht ganz auf’s Schwimmen verzichten, dann musste ich mir wohl oder übel ein neues Revier suchen.
Und das ging leichter als erwartet. Es reicht, meinen Kollegen von diesem Ungemach zu erzählen, schon weiß jeder Rat. Denn jeder hat irgendwo in seiner Gegend ein Schwimmbad, gibt Tipps und Ratschlgäe – und so entscheide ich mich auf Empfehlung von Esther und Alex (nicht der, von dem sonst hier immer die Rede ist), das SW/M-Bad Giseing-Harlaching auszuprobieren. Das liegt fast auf dem Heimweg, verlangt zwar ganz schön happige Eintrittspreise, aber spricht mich  vor allem durch seinen Werbetext auf der Website an:  Klare Funktionalität und angenehmer Purismus: Das neu sanierte Bad Giesing-Harlaching richtet den Blick auf das Wesentliche. Im Fokus steht hier das Schwimmen und die Fitness. Im 25 Meter langen Schwimmbecken fühlt sich jeder wohl, der sich mit  Ausdauerschwimmen fit halten möchte. Das klingt, als sei das Bad für mich gemacht.
Vorgestern nun habe ich das Bad ausprobiert. Und, um es gleich vorweg zu sagen: Ja! Es stimmt alles, was auch auf der Seite steht. Hier geht es nur um Schwimmen. Und zwar ordentliches. Es gibt es keine Kreuz- und Querschwimmer, keine Moderlieschen oder Dienstagarschlöcher, keine Beckenrandsteher und Flachwasserrumhüpfer.
Hier wird geschwommen. Und nur das.
Also bleibt mir nichts anderes übrig, als auch zu schwimmen. Und auch nur das. Dafür bin ich hergekommen, und jetzt also gilt’s.
Die 3,5 Kilometer, das ist meine übliche Strecke, schaffe ich in diesem Becken so schnell wie noch nie. Ich bin völlig überrascht und suche nach Gründen. Was ist anders in Giesing Harlaching? Woran liegt’s?

  • Sicher nicht an der Bahnenlänge. Obwohl… Vielleicht ein wenig. Sie kommt mir kürzer vor, aber das bilde ich mir sicher nur ein.
  • Sicher nicht am Stahlboden unter mir. Obwohl… Vielleicht ein wenig. Meine Körpersilhouette spiegelt sich leicht schimmernd wider. Das beschleunigt.  Wer schaut sich nicht gern zu, wenn er Vollgas gibt?
  • Sicher nicht an den anderen Badegästen. Obwohl… Vielleicht ein wenig. Man muss ihnen nicht ausweichen, nicht um sie herumschwimmen, nicht schauen, wo man am Beckenrand seine Wende machen kann. Das spart Zeit.
  • Sicher nicht an den Sportschwimmern, die auf den abgetrennten Bahnen richtig Tempo vorlegen. Obwohl… Das spornt an. Auch auf den nicht abgetrennten Bahnen ist das Tempo ziemlich hoch. Da muss man mithalten. Wer will da schon hinterherschwimmen?

Was bleibt als Grund?

Richtig…

zaousuDie brandneue Schwimmhose. Genau. Die macht das aus. Diesmal nicht Aussibum, nicht Speedo, nicht Adidas. Dieses Mal muss es für ein Vermögen die knielange ZAOSU WK-Short Z-Black Green Line 8168
Schwimmhose sein. Denn – so belehrt mich der Sportartikelhersteller: Die ZAOSU WK-Short Z-Black 80186 knielang besteht aus 80% Polyamid und 20% Elastan. Er (Aha – man wechselt das Geschlecht)  ist sehr flexibel, passt sich optimal dem Körper an und trocknet schnell. Der hohe Tragekomfort wird durch flache, grüne Nähte unterstützt. Das eng anliegende Design unterstützt die Muskelkompression und verhindert, dass der Schwimmanzug (Schwimmanzug? Für mich ist das ’ne Hose)  verrutscht. Eingearbeitete Gummibänder an den Beinen geben zusätzlichen Halt. Die ZAOSU WK-Short Z-Black 8168 wurde von der FINA zugelassen, da er den seit 1.1.2010 eingeführten Regeln entspricht. (Wie jetzt: Er oder sie? Eigentlich egal)

Nicht, dass ich vorhabe, jemals Wettkämpfe zu schwimmen. Nicht, dass es bei 3,5 km auf ein oder zwei Zehntel ankommt, die man durch dieses hochtechnische Stück Kunststoff schneller sein kann. Das alles ist egal. Es geht nur darum, dass ich das ausprobieren will und dass ich mich wohl fühle. Und da gehört, das Thema hatten wir schon, die richtige Kleidung zwingend dazu. Und zu einem neuen Revier passt eben nun mal ein neues Outfit.

Mehr als zehn Minuten schneller bin ich auf 3,5km als in Markt Schwaben. Das ist beachtlich. Vielleicht hat es auch nur was damit zu tun, dass ich ganz gut im Training bin. Denke ich.

Das ist ein Irrtum, denn schon in der gleichen Nacht tun mir die Arme weh wie lange nicht. Es ist, als stände wer mit schwerem Schuhwerk auf beiden Oberarmen.  Ein Gefühl, das sich auch erst im Lauf des Tages verleirt. Na toll… Doch nicht so gut im Training. Da muss etwas geschehen. Giesing Harlaching – ich komme bald wieder vorbei…

Fotos: Lutz Prauser (1), Lea Prauser (2), Produktabbildung Zaosu

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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