Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Mann, war ich schlecht

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Dieses Zitat, dass ich auf Twitter gefunden habe, habe ich mir aufgehoben. Weil es so schön weh tut:

quote

Nun ist der Autor Demeter Oliver Dick nicht nur ein routinierter Triathlet und Blogger, den ich sehr gern lese, er ist auch Einiges jünger als ich, verbringt wesentlich mehr Zeit mit Sport und Training und ist überhaupt deutlich ambitionierter. Mir geht es – so steht es hier unter Herzlich Willkommen: nicht um Profisport, Trainingstipps, Triathlon-Ambitionen. Es geht nur um mich, um meinen ganz persönlichen Spaß an der Sache. Es geht um puren Freizeitsport, der nur den Ambitionen folgt: Fun, Fit werden, Fett weg.
Und noch weniger geht es darum, meine Zeiten mit anderen zu vergleichen. Doch bekanntlich ist alle Theorie grau. Will sagen: Natürlich achte auch ich ein wenig auf die Uhr. Entweder, wenn ich auf Strecke schwimme, oder wenn ich auf Zeit schwimme, zähle ich, wie weit ich innerhalb eines vorher festgelegten Zeitrahmens komme. Eine Stunde – wie viele Bahnen?
Lese ich dann immer wieder mal solche Anmerkungen auf Twitter, dann tut es so richtig schön weh. Und das hebt nicht gerade meinen Gemütszustand.

Wenn dann noch, wie am vergangenen Sonntag alles nur fürchterlich war, dann ist der Trainingserfolg gleich Null. Ich war schlecht, einfach nur schlecht. Und das hat gleich mehrere Gründe, die ich gern als Ausrede missbrauchen will: Die Erkältung, die ich mir vor Weihnachten eingefangen hatte, war zwar weitehend abgeklungen, aber noch nicht ganz verflogen. Das macht mich so wunderbar kurzatmig, wenn es um Belastung geht. Und nicht nur kurzatmig: auch lustlos.
skiFür das eigene gute Gewissen ist das natürlich Balsam: Ich habe ja schon so viel Sport gemacht, da muss ich nicht auch noch im Schwimmbad gute Zeiten hinlegen,
Meine Lust hält sich also in Grenzen und als ich auf dem Parkplatz ankomme, weiß ich, dass ich gar nicht erst hätte losfahren sollen. Einen Moment lang tröste ich mich, dass die Massen in die benachbarte Eishalle drängen, immerhin steht ein Pulk Leute davor. Aber das ist ein Irrtum, den ich hätte vorhersehen können. Es ist das letzte Ferienwochenende, alle sind wieder da. Das Wetter ist eher bescheiden, da geht man gern mit Sack und Pack, mit Kind und Kegel ins Schwimmbad.
Ich habe das Erdinger Schwimmbad noch nie so voll erlebt, wie an diesem Tag. Man muss tatsächlich warten, bis jemand das Schwimmbad verlässt und der einem seinen Spind abtritt. Nicht nur das Kinder-, das flache und das normale Becken sind knackevoll… Auch auf der Sportbahn drängelt und tummelt man sich. Das macht es nicht besser. Das Tempo der einzelnen Schwimmer ist sehr unterschiedlich. Entsprechend oft wird überholt, entsprechend oft ist man einen Moment zu Dritt nebeneinander auf der Bahn. Da bleiben Körperkontakte nicht aus,. Hin und wieder entschuldigt man sich gegenseitig. Aber eben nicht immer, weil es dan auch mal gut ist. Niemand tritt, streift oder schlägt beim Zug den anderen absichtlich. Und jeder weiß das. Nur einer nicht. Der regt sich fürchterlich auf, dass ich ihm eine verpasst hätte. Mit voller Kraft… Und mit Paddel. Komisch nur, dass ich das gar nicht mitbekommen habe.
Dank der Earplugs höre ich das Gezeter nur dumpf, fast gar nicht. Das aber regt den Sportsfreund noch mehr auf. Er erwartet eine angemessene Entschuldigung, obwohl er mir vorher fast selbst seine Kurzflossen durch’s Gesicht gezogen hätte. Warum ich überhaupt mit Paddel schwimmen würde, das wäre Unfug und rücksichtslos zugleich.
„Ja, ja“, antworte ich, nachdem ich um Entschuldigung gebeten habe, seiner Meinung nach aber nicht bedauernd genug, und er weiterzetert. Also lasse ich ihn stehen und schwimme weiter. Man kann sich auch anstellen, und das tut dieser Tp gerade. Zzwei andere Schwimmer, die gerade in der Ecke stehen und verschnaufen, werden als Zeugen bemüht und müssen sich seine Empörung noch länger anhören.
Das tut mir echt leid für die beiden. Der Sportsfreund geht, nachdem er fertig ist, wieder auf die Bahn und passt mich an der übernächsten Wende ab. Und wieder geht sein Gezeter von vorne los.
Ey Leute – so habe ich echt keinen Bock mehr. Ist sowieso ein Scheißtag.
Ich komme nicht richtig vorwärts, mache zu viele Pausen, meine Brille beschlägt dauernd, ich habe kaum Energie. Meine Laune ist entsprechend mies und wird durch diesen an sich banalen Zwischenfall nicht besser.  Am meisten aber ärgert es mich, dass ich mir von so einem Typen den Spaß für heute habe verderben lassen.
Hilft aber nichts. Es reicht. Eigentlich sollte ich dem Mann dankbar sein, dass er mich aus dem heute so unliebsamen Bahnenschwimmen herausholt. Soll dieser verbissene Depp doch seine Bahnen schwimmen. Ich gehe in die Sauna. Da geht es bei weitem freundlicher zu.

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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