Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Alles auf Null…

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Nach 20 Bahnen habe ich keine Puste mehr.
Nach 40 Bahnen habe ich keine Luft mehr.
Nach 60 Bahnen habe ich keine Kraft mehr.
Nach 100 Bahnen höre ich auf.

Das ist ein eher bescheidenes Trainingsergebnis… Das von gestern.
2,5 Kilometer sind nicht gerade das, was ich unter Langstrecke verstehe. Und das ist nicht das, was ich sonst zu schwimmen gewohnt bin. Da fehlt mintestens noch ein Kilometer. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir: Die Zeit, die ich für diese hundert Bahnen benötigt habe, ist so bescheiden, da wäre ich ja als Spaziergänger vermutlich schneller gewesen. Für dieses Trainings-„Desaster“ habe ich nur die Entschuldigung, dass ich vier Wochen lang nicht im Wasser war. Der Grund war unter anderem eine längere Geschäftsreise, dazu kamen viele Abend- und Wochenendtermine sowie manch Abend, bei dem es im Büro länger wurde. Nicht bis in die Nacht, was im Winter durchaus relativ zu verstehen ist, doch lang genug, dass es sich nicht mehr gelohnt hätte, noch beim Schwimmbad auf ein paar Bahnen vorbei zu fahren.
Letzteres ist natürlich etwas fadenscheinig. Eine etwas bessere Organisation und der unbedingte Wille, schwimmen gehen zu wollen, hätten den einen oder anderen Trainingstermin möglich gemacht. Aber es war nicht so, und das ist das eigentlich Traurige: Es fehlt der unbedingte Wille, die Gier nach körperlicher Bewegung, der Ausgleich, der Zwang. Es fehlt eben das, von dem insbesondere Radfahrer und Läufer oft sprechen, die Sucht nach Bewegung, der Kick und die tiefe Zufriedenheit, die sich . Viele erzählen, dass sie ganz wuschig werden, wenn sie nicht genug trainieren. Ich werde nicht wuschig, ich werde träge. Und ich bin schon wieder so verfressen. Zu jeder Tages- und Nachtzeit habe ich Hunger, und überall gibt es so viel Gutes zu essen.

mett
Dabei gab es Warnschüsse genug. Vor der besagten Geschäftsreise stieg ich zunächst mit und dann ohne Koffer auf die Waage. Ich musste kontrollieren, wie schwer mein Reisegepäck war und ob es nicht das zulässige Höchstgewicht überschritt. Beim zweiten Gang auf die Waage schien mir, als lache sie mich hämisch aus. Mit Garderobe wiegt man natürlich mehr als ohne, aber das ist natürlich Augenwischerei. Die Waage zeigt deutlich mehr Gewicht an, als ich möchte. Das lässt sich nicht wegdiskutieren.
Auch, dass die Hosen, die ich im vergangenen Frühjahr voller Stolz gekauft habe, am Bund spannen und zwicken, lässt sich nicht leugnen. Noch gehen sie zu. Wer weiß, wie lange noch?
Vor ein paar Tagen führte ich ein geschäftliches Telefonat. Das Telefonatdauerte. Ich wollte mir einen Kaffee holen, was dank angenehmer Headset-Technologie ja kein Problem darstellt. Auf dem Weg von der Küche zurück zum Schreibtsich fragte mich meine Gesprächspartnerin plötzlich, ob ich gerade durch die Gegend laufe. Ich bestätigte dies und fragte sie, wie sie darauf komme. „Das hört man. Du schnaufst so beim Atmen!“. Das saß.
Das Ganze muss Folgen haben und ich besinne mich auf den Anfang vor zwei Jahren. Alles noch mal auf Null. Was damals gut funktioniert hat, kann es ja jetzt wieder. Ein strenges Reglement muss her. Stichtag ist der 05. März. Dann ist Aschermittwoch und die Fastenzeit beginnt, der perfekte Einstieg für dieses Programm:

  1. Sieben Wochen ohne:  Keine Süßigkeiten, Kekse, Schokolade, Knabbersachen mehr. Grundsätzlich und kosnequent während der Fastenzeit werde ich darauf verzichten. Ich kann das, ich hab das schon  öfter gemacht. Es ist mit egal, dass gerade ein Meter Dickmanns auf meinem Schreibtisch deponiert wurde, Konferenzgebäck bereit steht oder sonst irgendwo Süßkram angeboten wird
  2. Kein Alkohol mehr. Kein Bier oder Wein zum Essen, kein Verdauungsschnäpschen hinten drauf. Auch kein alkoholfreies Bier. Das wird hart.
  3. Mehr Salat, mehr Suppen mittags statt Pasta und Pizza. Mindestnes Wochen kein Fastfood mehr, gar keins.
  4. Mehr Eiweiß, weniger Kohlehydrate
  5. Deutliche Reduzierung des Essensmenge
  6. Mehr schwimmen gehen. Nicht mehr nur einmal in der Woche sondern mindestens zweimal.
  7. Bei jeder Traininingseinheit den Stand des vorangegangenen Trainings zumindest halten. Das heißt: Mindestens genauso viele Bahnen wie beim letzten Mal. Oder mehr.
  8. Schwimmzeit wird nicht mehr geopfert, um anschließend ins Dampfbad zu gehen. Wenn’s zeitlich knapp wird, dann eher auf den zweiten Gang ins Dampfbad verzichten und nicht auf die letzten Bahnen.
  9. Ausgepowert aus dem Wasser kommen. Tempo steigern, mehr Kraft einsetzen, weniger trödeln, weniger gemütlich Treibholz spielen.
  10. Trainingspläne von Swim.de herunterladen und schauen, was ich adaptieren werde.

Stichtag ist der 03. März. Bis dahin ist es ja noch ein paar Tage hin. Das ist gut, denn das ist quasi der Persilschein, all das, was ich mir vorgenommen habe, nicht mehr zu tun, jetzt erst recht zu machen. Das bezieht sich natürlich in allererster Linie auf’s Essen. Was nützt der größte und beste Verzicht, wenn man es vorher nciht übertrieben hat? Wer etwas einsparen will, muss schließlich auch erst Potentiale entdecken oder gar schaffen, wo er was sparen kann. Darauf erst mal ’ne Currywurst. Guten Appetit.

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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