Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

M K W

Ein Kommentar

Es gibt so Tage, da kommt man an seinen geliebten Schwimmweiher und fühlt sich genötigt, seine Runden im Zick-Zack-Kurs zu schwimmen. Denn es ist voll. Das ist keine große Überraschung an einem Samstag, an dem sich die Quecksilbersäule auf knapp 30°C Grad hochschraubt. Auch so etwas hat es diesen Sommer schon gegeben.
Missmutig bilanziere ich für diesen Schwimmtag, der mittlerweile ein paar Wochen zurückliegt, dass ich den Großteil meiner Strecke damit verbracht habe, zwischen Schlauchbootkapitänen, Omabrüstlern (echten) (*), Schnatterliesen, Schwimmflügelrittern, pupertätigen Superhelden umherzuschwimmen. 80 Minuten. Ein perfekter Orientierungs“lauf“, wie ein digitaler Schwimmkamerad auf meine Oline-Beschwerde (war da nicht was mit Mimimi?) so treffend kommentiert.
Aber die anderen Badegäste dürfen hier genauso sein wie ich. Also „Augen auf und durch!“ Irgendwie passt das schon. Und nach 80 Minuten, mehreren Fast-Zusammenstößen, zwei verschreckten Kindern und einer älteren Dame, denen ich mit meinen Arena Vortex Paddles recht nah gekommen bin, verlasse ich das Wasser.
Dabei bin ich nicht mal genervt.weiher2
Nur verfroren.
Ein Anflug von Erkältung steckt mir in den Knochen, und ich will es nicht übertreiben und am Ende mit Husten, Schnupfen, Halsweh, Kopf- und Gliederschmerzen, also der Wick Medinait Krankheit, im Bett landen. Wie nicht anders zu erwarten, habe meine Runden ohne Neoprenanzug absolviert. Den habe ich gar nicht erst mitgenommen. Und den Shorty, den ich vorsorglich eingepackt habe, weil ich ihn neu gekauft habe und eigentlich ausprobieren wollte, lasse ich auch in der Tasche. Mal ehrlich…
Das wäre doch hochgradig lächerlich, wenn sich alle in Badeklamotten vergnügen, nur der ältere Herr in Grau pellt seine Wampe in einen Neopren-Shorty. Wie schaut denn das aus? Was sollen denn da die Leute denken?

Nachdem ich das Wasser verlassen und es mir auf meinem Handtuch in der Sonne halbwegs bequem gemaht habe, sinniere ich, eine neue Ausdauersportart zu entwicklen. Einen Namen habe ich schon MKW (sprich: emm, kei, dabbel-ju – natürlich englisch, denn wir wollen ja international sein). Das wäre die Abkürzung für Moveless Knee Watching, also das bewegungslose Kniebeobachten. Hier ein Bild der ersten Testphase.
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Meine digitalen Schwimmfreunde sind sehr angetan. Sie fragen nach mentaler Härte. Ja, die ist riesig, etwa wie beim Elfmeterschießen. Ich verweise auch darauf, wie brandgefährlich das ist. Also sonnenbrandgefährlich. Und einer hätte gern die Trainingspläne. Die gibt es noch nicht, die muss ich noch entwicklen. Aber Leute, ich arbeite daran… Versprochen!

 

(*) Wigald Boning sei gedankt für das wunderbare Wort Omabrust als Schwimmstilbeschreibung. Ob er das so zusammengebracht hat, weiß ich nicht, aber von ihm las ich es das erste Mal im Zusammenhang mit Schwimmen.

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

Ein Kommentar zu “M K W

  1. Ich kenne diesen Zwiespalt: da wünscht man sich, dass die Leute mehr Sport an der frischen Luft treiben und was machen die? Sie treiben. Vor meiner Nase. Aber 30 Grad am See sind 30 Grad am See und im Freibad sind es auch nicht weniger, weder Grad noch Besucher. Also Augen auf und durch – den Spruch merk ich mir!

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