Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

So kalt war mir selten…

Hinterlasse einen Kommentar

Fassen wir kurz die technischen Eckdaten zusammen:

  • Lufttemperatur laut Thermometer: 15°C
  • Dauerregen, mal mehr, mal weniger heftig
  • Wassertemperatur laut freundlichem Mitarbeiter an der Kasse: 23°C
  • Anzahl der Badegäste: Eine Handvoll, es ist ein Kommen und Gehen, kaum einer bleibt länger als 45min.
  • Maximale Belegung des Schwimmerbeckens: 5 Personen
  • Minimale Belegung des Schwimmerbeckens: 3 Personen
  • Geschwommene Bahnen: 60. Das macht 3.000 Meter
  • Verweildauer im Wasser inkl. Pausen: Ein wenig mehr als eine Stunde

Damit dürfte alles gesagt sein über unseren Besuch am vergangenen Sonntag im Taufkirchener Waldbad. Dass wir dorthin gefahren sind, hat zwei Gründe. Zum einen war es das dringende Bedürfnis, am Wochenende ein paar Bahnen zu ziehen. Zwar hätte der Samstag das weitaus bessere Wetter geboten, aber es ging eben nicht anders. Das Erdinger Freibad wollten wir nicht ansteuern. Auf dem Volksfestplatz nebenan ist Herbstfest. hf-4Da strömen die Massen im Dirndl, Lederhosen oder Trachtenanzug zu Bierzelten, Riesenrad, Geisterbahn, Würstlbuden, Schießstand und FreeFall. Und sonntags eben kommen sie zum Frühschoppen. Da gibt es ganz sicher keine Parkplätze in halbwegs akzeptabler Nähe. Bestimmt reiht sich auf der Zufahrtsstraße wieder Autostoßstange  an Stoßstange, wie wir es am Vorabendabend schon erlebt haben. Man fährt vom einen zum nächsten Parkplatz, der ebenfalls voll ist, dann zum übernächsten und so weiter. So entfernt man sich immer weiter und muss einen entsprechenden Fußweg in Kauf nehmen. Das ist eine Sache, wenn man in Tracht zum Herbstfest geht und es trocken und einigermaßen warm ist. Eine andere Sache ist es, nach dem Schwimmen durch den Regen zum Auto zurückzulaufen. Darauf habe ich irgendwie so gar keine Lust. Also geht es nach Taufkirchen.
Ohnehin wollte ich das Bad, bevor dort Saisonschluss ist, besuchen, das hatte ich ja bereits erwähnt. Ich war dort noch nie und das ist – zugegeben – ein Fehler. Schon das Geplauder an der Kasse war höchst interessant. Denn natürlich haben wir, neugierig, wie wir sind, nach den Ergebnissen der landkreisweiten Plakatierung gefragt. Die schließlich war es ja, die mich überhaupt erst auf das Bad aufmerksam gemacht hat und mich den Plan hat fassen lassen, mal nach Taufkirchen zu fahren. Außer Spesen scheint nicht besonders viel dabei herausgekommen zu sein. Das Freibad ist (was klar war) extrem witterungsabhängig. Aber ob sie denn mal hätten neue, andere Badegäste begrüßen können, frage ich nach. Auch da: Eher Fehlanzeige. Außer uns natürlich. Es seien, so erklärt und Ralf, der an der Kasse sitzt, wie immer die gleichen Stammgäste gekommen. Dass sie viele neue Badegäste hätten herbei locken können, glaube er nicht.
Wie dem auch sei, jedenfalls hat er nun zwei Gäste mehr, die sicher im kommenden Jahr, wenn das Bad wieder aufmacht, öfter mal vorbeischauen dort. Denn die Schwimmbedingungen sind äußerst angenehm – was natürlich am äußerst bescheidenen Wetter liegt. Am meisten begeistert mich, dass nicht nur eine Sportbahn abgetrennt ist, sondern dass den Besuchern auch klar gemacht wird, wie man sich auf dieser Bahn zu verhalten hat:

WBTF1Wenn man sich so umhört, wird klar, dass sich so manches Schwimmbad auch mal ein solches Schild leisten sollte.
An die Regelung habe ich mich allerdings nicht gehalten. Das war auch nicht notwendig, denn ich war allein auf der Bahn. Angesichts der Witterung war das auch nicht weiter überraschend. Selten habe ich so beim Schwimmen gefroren, und das, obwohl wir in Bayern offiziell noch Sommerferien haben. Irgendjemand von den Wetterverantwortlichen scheint den Wortbestadnteil Sommer- nicht richtig verstanden zu haben. Dass ich nach 3.000 Metern keine Lust mehr hatte, war einfach der Kälte geschuldet. Natürlich hätte ich auch im Neoprenanzug schwimmen können. Auf Bahn 4 hat das auch einer gemacht, und der war sogar kürzer als wir im Wasser.
Aber irgendwie habe ich gar nicht mehr daran gedacht, die Tasche mit den Neoprenanzügen einzupacken. Nachdem ich sie wochenlang hin- und hergefahren habe, ohne dass ich sie gebraucht hätte, habe ich sie am Samstag für die Ice Bucket Challenge doch aus dem Auto genommen, um den Neo-Shorty für den Clip anzuziehen. Und so blieb die Tasche daheim.
Nun ja: Hinterher ist man immer schlauer…

 

Advertisements

Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s