Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Das geht noch was…

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Das war’s dann. Die Freibadsaison ist zu Ende, die letzten Freibäder in unserer Region haben ihre Pforten geschlossen. Heizung und Wasseraufbereitung sind abgestellt, die Becken werden eingewintert, die Sommersaison 2014 ist vorbei. Fast schon ist es ein wenig Hohn, dass ich die letzten Bahnen, die ich vor zwei Wochen in Erding geschwommen sind, bei fabelhaften, bestem Freibadwetter absolviert habe, während der Sommer für die Freibadbetreiber ja eher ein Desaster war.

Für Schwimmer war es eine gute Saison, zumindest kann ich das für mich im Rückblick behaupten So oft wie in diesem Jahr war ich im vergangenen nicht im Freibad und auch nicht im Weiher. Einen kleinen Überblick geben die Blogposts hier, einen weiteren die vielen Einträge, die ich in der Facebook-Gruppe Bist Du heute schon geschwommen hinterlassen habe.
Andere – die „normalen“ – Badegäste  mögen das anders sehen: Zu Recht. Es war oft kühl und hat oft geregnet. Das ist nicht gerade das, was man haben möchte, wenn man sich auf der Liegewiese ausbreitet, mit Picknick- und Kühltasche bewaffnet die Freibäder und Badestrände bevölkert und seine Wochenenden oder Ferientage dort verbringt. Das sehe ich ein.
Aber wie eben jedes Ding seine zwei Seiten hat, so kann ich sagen: Gottseidank waren die Becken wunderbar leer. Nie gab es Kollisionen mit anderen Schwimmern. Meistens hatte jeder seine Bahn für sich. Das vermeidet Stress mit Kampfkraulern und Vollgasschwimmern.
Kaum, dass es Querschwimmer, Treibholz, Beckenrandspringer, tobende Kinder auf der Bahn oder schwadronierende Oma-Geschwader im besten Moderlieschen gab. Was will man als Schwimmer mehr?

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Sauwetter: 40 Prozent weniger Besucher im Freibad titluierte Anfang September die Lokalzeitung Erdinger Anzeiger, bezogen auf das benachbarte Dorfener Freibad. In Erding dürfte das nicht viel anders gewesen sein.
Die Dauergäste verabschieden sich voneinander mit einem „bis zum nächsten Frühling“ – wenn man sich nicht alsbald in der Halle wiedertrifft.
Dass die Freibäder geschlossen sind, heißt aber nicht, dass wir jetzt in die Halle müssen. Noch ist das Wasser in den Weihern im Landkreis warm genug, dass wir mit Neopreananzug ein paar gemütliche Runden schwimmen können. Bewölkung und Nieselregen stören dabei wenig. Was für die Wochenendsonnenabeter alles andere als verlockend ist, reizt uns ganz besonders…

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Selten war das Wasser so samtweich und seidenmatt wie heute. Ich weiß, beide Ausdrücke sind nicht unbedingt geeignet, die Eigenschaft des Wassers zu beschreiben, sie sind doch arg blumig. Aber dennoch trifft es die Sache. Die Gewitter der vorangegangenen Nacht und der Regen heute haben ihre reinigende Wirkung getan. Der Weiher liegt spiegelglatt vor uns. Ein paar Wasserpflanzen und die ersten Blätter des Herbstlaubes treiben an der Oberfläche. Kleine Fische schwimmen im Uferbereich hin und her. So klar kenne ich den Weiher sonst nicht, und das Wasser, sonst grün, scheint wie ausgewechselt . Während wir uns umziehen und in die Neoprenanzüge zwängen („verdammt sitzt der eng, habe ich in den vergangenen Wochen zugenommen?“), setzt Regen ein. Aber wen stört das? Silikonkappe auf (nur ich), Brille an (wir beide), schnell noch auf die Uhr geschaut und dann geht es los.

Etwas länger als eine Stunde schwimmen wir, die ersten Züge sind wie immer grauenhaft. Aber schnell hab ich mich an das kalte Wasser an Händen, Gesicht und Füßen gewöhnt. Und ebenso schnell ist das Wasser, das in den Neoprenanzug eingedrungen ist, aufgewärmt. Dann geht’s. Und es wird mit jedem Meter schöner und besser, fast bilde mich mir ein, das Wasser sei wunderbar warm. Am Ende entledigt sich Freund Herbert seines Neoprenanzugs. Er will doch mal wissen, ob es nicht auch ohne geht.  Es geht. Nicht so lang, aber es geht.
Der Regen ist vorbei, es ist sogar ein wenig blauer Himmel zu sehen.
Als wir wohlig gestrimmt und zufrieden nach Hause fahren wissen wir: Die Freiwasser-Saison ist noch lange nicht zu Ende. Ein paar mal wird’s schon noch gehen.

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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