Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Boys and Toys

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Jungs und ihre Spielzeuge – Eine legendäre Kombination.
Warum erwähne ich das ausgerechnet heute?

Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen habe ich ein Spielzeug zurück bzw. die Erlaubnis, es wieder zu nutzen. Nachdem ich im August an einem Samstagnachmittag etwas sehr zackig durch eine mikroskopisch kleine und trotzdem geschlossene Ortschaft zum Schwimmen gefahren bin, durfte ich einen Monat lang überhaupt nicht mehr fahren. Das ist seit heute Geschichte, der Führerschein ist wieder da und mein erster Weg mit meinem viel zu lange in der Garage geparktem Spielzeug führt mich wohin?
Richtig: Zum Schwimmen.

Der zweite, dritte und vierte Grund: Seit vergangenem Donnerstag bin ich nicht nur glücklicher Neubesitzer zweier neuer, poppiger Badekappen auf Großbritannien sondern auch einer sehr handlichen Unterwasserkamera. Die Kappen wollen getragen, die Kamera will ausprobiert werden. Ich bin es meinem Blog und der Facebook-Gruppe, in der wir unsere Schwimmerlebenisse teilen, schuldig, mehr als immer wieder nur Bildchen vom Ufer auf das Wasser zu posten. Ab jetzt soll es auch Bilder aus dem Wasser heraus geben.
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Außerdem habe ich mir vor einiger Zeit ein Wasserthermometer im Baumarkt gekauft, um mal verlässliche Temperaturen zu nehmen, wenn ich schon im Freien unterwegs bin. Bisher hatte ich allerdings immer vergessen, es mit zum Schwimmen zu nehmen. Soweit so freudig in der Erwartung.
Zwar giere ich förmlich darauf, heute ins Wasser zu steigen, mein Pech aber ist, dass der Sonntag alles andere als sonnig beginnt. Es ist hochnebelig, trübe und kalt. Ich zögere also die Fahrt hinaus, finde mich schon mit dem Gedanken ab, in die Halle zu gehen als es gegen Mittag endlich aufklart. Richtig warm wird es nicht, aber ich finde: Es ist warm genug. Außerdem habe ich ja wie gesagt gute Gründe für das Freiwasser: Neues Thermometer, neue Kappen, neue Kamera.
Nachdem ich nicht damit rechne, heute an der Kiesgrube auf andere Leute zu treffen, die mir vielleicht in die Pelle helfen, düse ich geschmeidig schnell zum Wiflinger Weiher.  Nach 30 Tagen Autofahrentzug muss ich natürlich erst mal Gas geben. Am Weiher sind immer ein paar Spaziergänger, Radfahrer und Familien, deren Kinder am Wasser spielen. Irgendwer wird mir schon in den Neo helfen. Ich werde nicht enttäuscht, etwa ein Dutzend Leute sind vor Ort. Schnell ist jemand gefunden, der mir den Rückenreißverschluss hochzieht, jetzt geht es in Wasser.
Um ästhetisch Luft nach oben zu lassen, mich also steigern zu können, entscheide ich mich für die Union-Jack-Badekappe. Für den Frieden kann ich mit der Kappe im 70er Design bei einer späteren Gelegenheit  immer noch schwimmen.
Selbst der Union Jack ist auffällig genug. Natürlich bin ich der Einzige im Wasser, und so errege ich per se einiges Aufsehen. Dazu muss ich gar nicht erst den Schrecken vom Amazonas imitieren…

Das Wasser ist frisch, aber nicht so kalt wie befürchtet. Das an den Knöchel gebundene Thermometer ziehe ich erst mal einen Stück hinter mir her.
Nach etwa 500 Metern nehme ich Temperatur: 17°C. Geht doch.
Ich schwimme zurück zum Steg. Dort liegt die Kamera bereit. Gut versteckt (Ha ha) unter einem Handtuch. Die zweite Runde möchte ich mit dem nächsten Spielzeug verbringen, und danach werde ich noch einfach nur schwimmen. Mittlerweile sind drei Kinder auf dem Steg und lassen per Fernsteuerung ihr Motorboot über den Weiher flitzen. Offensichtlich haben sie enorm viel Spaß, der erst in Gefahr gerät, als einer der drei einen Schritt rückwärts macht und über ein hinter ihm liegendes Boot stolpert. Zum Glück gibt’s keinen Schaden. Ich sag doch: Boys and Toys.
Das Thermometer wird entfernt und aus Sicherheitsgründen die Kamera mit dem gleichen Band am Handgelenk befestigt. Das erweist sich als klug, denn mehrfach gleitet sie aus der Hand und wäre wohl unangeleint auf Nimmerwiedersehen abgetaucht. Kraulen mit gefüllten Händen ist ziemlicher Unsinn. Gut, dass ich das jetzt auch weiß…

Was folgt, ist keine Überraschung: Eine Selfie-Orgie, denn ich weiß, dass ich später daheim den Großteil sowieso wieder löschen werde. Aber ein Anfang ist gemacht.uw-weiher

 

Mir ist klar, dass ich mit der Kamera noch viel üben muss. Was für Kanzlerin das Internet ist, ist für mich das Fotografieren im Wasser: Neuland. Aber ich freue mich drauf, das ist ja das Gute bei technischen Spielzeugen:  Man(n) kann sich dafür begeistern und ewig damit beschäftigen. Denn mal ehrlich: Glauben Sie, ich hätte vorher die Gebrauchsanleitung gelesen? Ich doch nicht. Trial and error – nur so geht’s. Und so lerne ich gleich auch, dass es sinnvoller ist, den Tropfen vom Objektiv zu entfernen, will man ein durchgängig scharfes Bild erzielen. Tut man es nicht, kommen wunderbare Verschwimm-Effekte zu Stande. Beim nächsten Mal weiß ich das also auch und werde die Brücke sicher noch einmal fotografieren.DSCF0019

 

Ach so: Geschwommen bin ich dann auch noch. Und einem Kind habe ich einen Federball gerettet, den er aus Versehen ins Wasser geschlagen hat. Boys and Toys eben…

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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