Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Gastbeitrag: Achtung! Innerer Schweinehund entlaufen

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Seit geraumer Zeit verfolge ich in der Facebook-Gruppe Bist du heute schon geschwommen die Einträge der schwimmbegeisterten Mitglieder. Immer wieder hat dort Nicolas Bessert von seinem Kampf gegen den inneren Schweinehund geschrieben. Das war höcht amüsant und für alle Schwimmer nachvollziehbar. Als ich ihn endlich um einen Gastbeitrag für mein Blog gebeten habe, war es schlagartig vorbei mit den Hinweisen auf den Schweinehund bei Facebook. Statt dessen meldet sich Nicolas bei mir mit einem ganz anderen Problem: Hier ist sein Beitrag. Herzlichen Dank dafür.

Von Nicolas Bessert:

Mir ist mein innerer Schweinehund entlaufen. Das letzte Mal, das ich ihn gesehen habe muss zu den Weihnachtsfeiertagen gewesen sein. Ich erinnere mich noch, das er so was sagte wie „guck mal, da ist ja noch ein Rest Mousse au Chocolate übrig…“.
Bitte helft ihn mir suchen. Oft ist er ja ziemlich nervig, aber er gehört doch zu mir!
Das schwierige ist sein Aussehen zu beschreiben, denn er kann seine Gestalt ändern. Man kann ihn an seiner extremen Diskussionsausdauer in jeder Gestalt gut erkennen. Hier seine drei typischen Erscheinungsformen:
steckbrief
Der Flauschige:
In der Regel beginnt ein Gespräch mit ihm mit „Ach, das ist ja ekliges Wetter draußen….“. Aber auch mit einem „ … komm doch aufs Sofa und kraule mich“ beginnt er gerne. In schweren Fällen wird auch mit „…. Ich glaube im Kühlschrank ist noch ein Bier“ die Attacke gestartet, oder gar „…wer nicht regeneriert, der degeneriert“.
Wenn er euch in dieser Form begegnet hilft es nur ihn fest am Schlafittchen zu packen und ihn vorsichtig aber bestimmt in den Schwimmrucksack zu stecken – bitte nicht mit dem Kopf nach unten, sonst wird ihm schlecht. Und was dann passiert möchte ich gar nicht beschreiben.

Der Pflichtbewußte:
Als Pflichtbewußter kommt er mit verschiedenen Variationen von „erst die Arbeit dann das Vergnügen“. Ein Klassiker ist: „…wenn du heute noch den Bericht fertig schreibt, kannst du morgen früher von der Arbeit“. Abwandlungen davon sind „du wolltest doch den Keller aufräumen“ oder „das Zimmer müsste mal gestrichen werden.“
Als Abwehr hilft da nur ein Hinweis auf seine Figur – denn er ist sehr eitel! Z.B. kommt eine Bemerkung über seinen „Waschbärbauch“ (pelzig und faltig) immer gut. Aber nicht beleidigend werden, sonst ignoriert er euch.

Der Gesunde:
Das ist die bei weiten gefährlichste Erscheinungsform. Erkennt man ihn hier nicht zuverlässig, kann es tatsächlich zu gesundheitlichen Risiken führen. Oft merkt man, dass er es ist, an den leichten Übertreibungen. So sollte man bei Argumenten wie „du hast Montag genießt, da kannst du Samstag doch nicht zum schwimmen gehen“ hellhörig werden. Oder auch „wenn die Schulter noch lange schmerzt muss dir wohl der Arm abgenommen werden“ wird einer wissenschaftlichen Untersuchung nicht standhalten.
Hier hilft nur eine ganz sachliche Analyse des Körperbefindens, das kann man ganz alleine zu Hause machen ohne Rettungshubschrauber – auch wenn er das empfehlen würde.

Also wenn ihr meinen Schweinehund findet, bitte meldet euch. Eine Weile kann ich noch ohne ihn auskommen, aber irgendwann möchte ich ihn wieder haben.

 

Die Rechte an Text und Grafik liegen beim Autor Nicolas Bessert, 2015.

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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