Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

De Prinz kütt…

Ein Kommentar

Alles ist falsch an dieser Überschrift. Alles. Kein Prinz weit und breit, kein Fasching und erst recht kein Karneval. Wir sind in München und nicht am Rhein und längst ist es Mai. Wäre es nicht viel sinnvoller, für dieses Blogpost die Überschrift zu wählen Alles neu macht der Mai?
Das ist gar nicht mal so abwegig, aber auch nicht richtig. Denn so neu ist alles gar nicht, nur eben das Schwimmambiente.
Noch nie zuvor war ich im Münchner Prinzregentenbad (Sie ahnen, was mich zu De Prinz kütt inspiriert hat). Und dass ich heute dorthin fahre, ist auch nur der Situation geschuldet, dass mein heimisches Hallenbad zu-, das Freibad aber noch nicht geöffnet hat. Das Erdinger Freibad öffnet erst kommendes Wochenende und ich habe mir fest vorgenommen, einer der Ersten zu sein, die an der Kasse stehen und Einlass begehren.
Die vierzehn Tage also gilt es zu überbrücken. Einige Male war ich wegen des mehr als bescheidenen Wetters in der Markt Schwabener Schwimmhalle (die wirklich so heißt). Aber bei angekündigten bis zu 30°C und gemessenen 25°C bringen mich keine zehn Pferde in die Schwimmhalle.
Ich will raus… ins Freibad. Zu viele Schwimmer haben schon Bilder gezeigt, wie sie die Freibadsaison eröffnet haben. Das macht nicht nur lange Zähne, das macht auch Lust. Und das ist gut so.
Immerhin haben schon zwei Freibäder in München geöffnet, fahre ich eben in die Landeshauptstadt. Zur Wahl stehen das Schyrenbad und das Prinzregentenbad. Ich kenne beide nicht. Also entscheide ich aus ganz praktischen Erwägungen:

1. welches Bad ist näher und besser anzufahren
2. wo kann man parken

Ein Kollege malt mir den Horror aus, irgendwo an der Isar am Schyrenbad einen Parkplatz finden zu wollen. Damit ist die Entscheidung zugunsten des Prinzregentenbades gefallen. Wieder einmal möchte ich eine kleine Freudenträne weinen, dass am Erdinger Freibad hunderte von kostenlosen Parkplätzen zur Verfügung stehen und immer einer frei ist. Immer. Außer, es ist Herbstfest.
Ich finde – man glaubt es kaum – in direkter Nachbarschaft zum Prinzregentenbad einen Parkplatz, ziehe einen Parkschein, riskiere ein Knöllchen, denn ich zweifle, dass ich mit der Maximalparkzeit auskommen werde und betrete Neuland.

De Prinz kütt… und der kennt sich nicht aus. Wo muss ich hin? Wo sind die Umkleiden, wo die Dusche? Ich finde hunderte von leeren Schränken. Aber nirgendwo 157.  Auch kein Drama. Nehme ich halt 410. Warum weiß ich nicht, irgendwie ist der ir sympathisch. Und für das eine Mal, das ich hier schwimme, kann ich mir die Kapriziose eines Stammspinds sparen.

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Kurz abduschen und dann geht es los. Viel los ist nicht, ich kann ganz entspannt die vier Kilometer einstarten, die ich mir für heute vorgenommen habe.
Tja: Heute allerdings merke ich mal wieder, dass das Aufwärmen vor dem Schwimmen seinen Sinn hat und mitnichten alberne Hampelei am Beckenrand ist. Die ersten zwei drei Bahnen gehen noch ganz gut. Dann aber werden die Bewegungsabläufe immer zäher und zäher. Es läuft nichts mehr flüssig. Wie eine vormals flüssige Masse, die andickt, Gips der bindet, Marmelade, die geliert… das deutlich kältere Wasser zeigt Wirkung. Das bin ich irgendwie gar nicht mehr gewohnt.
prinzreg1Mir fallen meine Schildkröten ein, die an warmen Tagen durch das Gehege rennen, aber an kalten Tagen kaum unter der wärmenden Lampe herausgekrochen kommen… und wenn, dann nur gaaaaanz langsam.

Am Ende sind’s dann doch 4 Kilometer. Die verdanke ich dem Menschen, der nach mir gekommen ist und ein kleines Stück neben mir seine Bahnen schwimmt. Erstens sehe ich überhaupt nicht ein, vor ihm aus dem Wasser zu steigen und zweitens schwimmt der so schön langsam, dass ich ihn immer wieder überholen kann. Geschätzt alle sieben Bahnen. Fünf mal also wäre das bei dem noch fehlendem Kilometer, vielleicht auch sechs. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte, die hier auch noch erzählt werden will…

Also Platz da. De Prinz kütt!
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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

Ein Kommentar zu “De Prinz kütt…

  1. Toller Artikel:) endlich statet der Sommer wieder durch! Im Prinzregentenbad bin ich sehr gerne.. sieht ja auf den Bildern auch Super aus!:) ..hier is auch noch eine übersicht über die anderen Bäder in Muc: https://suedbayerische-immobilien.de/Baeder-Muenchen – Viel Spaß:)

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