Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Alles ist eitel…

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Vanitas, vanitatum, vanitas…

Was der schlesische Dichter Andreas Gryphius 1637 über sein Sonett „Alles ist eitel“ stellte, das kann ich auch: Vanitas, vanitatum, vanitas über meinen eigenen Text zu stellen. Und ich darf das. Denn erstens ist Gryphius Schlesier und solche Wurzeln habe ich auch und zweitens war er ein Denker und Dichter. Denker bin ich auch, Dichter nicht, aber Blogger… und das zählt doch hoffentlich auch ein wenig.

Also erlaube ich mir, für diesen Kurzbeitrag nicht nur, mir von Gryphius den Titel sondern eben auch diese einleitende Zeile auszuleihen. Nachdem ich nämlich lautstark rumgejammert habe, dass Selfies unter Wasser sowieso alle Mist werden, gelingt mir am Sonntag eines, das mir doch ganz gut gefällt:

portrait214

Es gefällt mir sogar so gut, dass ich es als WhatsApp- und Facebook-Profilbild einstelle, es twittere, darüber hier blogge und in der schon so oft erwähnten Gruppe Bist Du heute schon geschwommen verwende, zur Illustration der Meldung meiner sonst eher dürftigen 3,1km am Sonntag. Das nun wiederum spitzt Schwimmer Peter Meyer an, zu fragen, wie man den solche Bilder macht…
„Tolles Bild. Wie bekommt Ihr das nur alle hin?“, lobt und fragt er bedient damit noch etwas mehr meine Vanitas, die seit der letztjährigen spornosexuellen Männlichkeit doch arg in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Nun ist das kein Geheimnis, was ich als Antwort preis gebe: „Man nehme eine Unterwasserkamera, mache ungefähr 150 Bilder, von denen man hinterher 90% wieder löscht, weil sie unscharf sind, man doof schaut, man sich hässlich findet, der Anschnitt nicht stimmt, im Hintergrund jmd. rumdümpelt, die Blasen das Gesicht verdecken usw. usw…
Entweder man lässt sich fotografieren oder man macht Selfies bis zum Abwinken. Hier waren es Selfies: Foto mit rechts, mit links am Beckenrand festgehalten (sieht ja keiner) runtergetaucht und ab dafür. Zonk… zonk… zonk… zonk… zonk.
Dann greife man daheim beherzt zu Photoshop und manipuliere so lange am Bild (drehen, Kontraste, Schärfe, Farb- und Tonwertkorrekturen, ggf. Filter) bis man es gut findet und lade es hoch.
Photoshop ist aber ein wenig wie kosmetische Chirurgie: Man kann es übertreiben, findet es immer noch gut, aber alle anderen finden es grässlich. Der Vorteil ist: Hast Du die Rohdaten noch, kannst Du ja wieder von vorne anfangen. Das geht bei plastischer Chirurgie nicht…“

Dieses eine Bild aber, das finde ich richtig gelungen… Photoshop und dort vor allem der Funktion, die Farben dem Hautton anzupassen, sei Dank. Nachträglich ein paar Filter und Tonwertkorrekturen und dann schaut man nämlich nicht ganz käsig so aus, wie die Wasserleichen, über die man sonst dauernd seine Schwimmrunden dreht. Selfies machen kann ich eben noch schlechter als Photoshop. Aber so lange ich mit dem Programm rumstümpern und die Bilder manipulieren kann, bin ich zufrieden.

Wie sagte Gryphius so schön: Du sihst / wohin du sihst nur Eitelkeit auff Erden…

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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