Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Challenge 25/1 (Wörther Weiher): Ich bin kein Froschmann!

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image KopieErwähnte ich es schon?
Ich bin kein Taucher, also auch kein Froschmann. Das hindert allerdings Kinder nicht daran, einen Schwimmneoprenanzug als Taucheranzug zu bezeichnen. Das Thema hatten wir bereits. Auch Eltern kennen sich in den Nuancen selten aus, wie ich heute erst wieder bemerkt habe: Als nach etwa 3.000 Metern Schwimm in der Sonne sitze, den Neoprenanzug, die Badekappe, die Schwimmbrille und die Paddle zum Trocknen ausgebreitet habe, meinen zwei Kinder zu ihrer Mutter: „Uii Mamma, guck mal, ein kompletter Taucheranzug.“
Die Mutter nickt ergriffen, was will man von einer Frau erwarten, die ihren Kindern, wenn sie mit einem Scooter/Roller unterwegs sind, nicht nur Fahrradhelme aufsetzt sondern ihnen auch Warnwesten anzieht? Na gut, wenn die Leute meinen…

Viel ist nicht los im Wasser des Wörther Weihers, ein paar Schwimmer probieren ein paar kurze Strecken, Kinder jagen Kaulquappen, ein paar Wasserwachtler, probieren ihr Boot aus, ein paar sind im Neoprenanzug im Wasser und suchen den Weihergrund nach einer versenkten Brille ab. Auch auf der Liegewiese geht es eher moderat zu.ch25-1-1
Heute starte ich – endlich – wieder meine Freiwassersaison. Viel zu spät eigentlich, aber als bekennende Frostbeule muss das Wasser eine für mich komfortable Temperatur haben… selbst mit Neoprenanzug. Selbigen lass ich mir bewährterweise von einem älteren Sonnenanbeter schließen, denn ich werde es wohl in diesem Leben nicht mehr schaffen, den Anzug allein zuzubekommen. Vielleicht gelingt mir das in einem nächsten, oder mit einem neuen Neoprenanzug. Natürlich scherze ich, dass der Mann sich mit dem Reißverschluss abmüht, der Anzug sei wohl den Winter über eingelaufen. Aber der ältere Mann meint nur trocken, vielleicht läge es ja auch am Winterspeck. Überhaupt müsse ich ja nicht im Neoprenanzug schwimmen, das Wasser sei doch wunderbar warm. Fehlt, dass er noch sagt, ich solle mich mal nicht so anstellen. Denken tut er das, das höre ich genau. Und damit wären das schon zwei ausreichende Gründe, ihn sofort zu erwürgen.

Nun: So warm ist das Wasser nicht. Jedenfalls nicht für meine Begriffe. Aber wenn ich es schaffen will, die 25 Gewässer in und um München in diesem Jahr zu erschwimmen, dann wird es Zeit, damit anzufangen. Und der Wörther Weiher ist natürlich das erste Freiwasser, das ich in Angriff nehme: Ein Homerun zum einen und zum anderen stand es Pate für die Vignette Challenge 25, die ich vergangenen Winter extra für diese Beiträge gebastelt habe.

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Die ersten Züge sind wieder etwas ungewohnt, aber nach wenigen Metern habe ich mich an den Auftrieb des Neoprenanzugs wieder ebenso gewöhnt wie an die extrem eingeschränkten Sichtverhältnisse im trüb-grünen Weiher-Wasser. Und dann läuft’s. Eigentlich ist es unnötig zu erwähnen, um wie viel schöner das Schwimmen im Freiwasser als im Schwimmbad, egal ob Halle oder Freibad ist. Schwimmer wissen das und Nichtschwimmer interessiert es nicht.
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Nach fünf Runden jedoch habe ich genug. Das muss reichen. Ich kraule ans Ufer zurück und hole meine kleine Unterwasserkamera. Ein paar Bilder will ich heute noch machen.  Das muss nicht jeder gleich sehen, also kehre ich zurück in die Mitte des Weihers und mache den obligatorischen Schwung Selfies, von denen klar ist, dass ich den überwiegenden Anteil doch sofort wieder löschen werde. Dann schwimme ich zum gegenüberliegenden Ufer. Vor allem die Abertausende an Kaulquappen, die sich im flachen, warmen Wasser tummeln, möchte ich fotografieren. Es ist lustig, sich zwischen die Steine und die Tiere zu legen und einfach zu warten, bis sich die Schwebstoffe wieder abgesenkt haben, um Bilder machen zu können. Die kleinen Tiere legen sich schnell überall auf meine Hände und Füße, sie denken wohl, das wären auch Steine, die Wärme abstrahlen. Sollen sie. Das kitzelt ein wenig, stört aber nicht weiter. Aber ich höre schon ein „Iiiihhhh… wie eklig!“ Gekreische, wenn ich davon erzählen werde. Schade, dass immer weniger Menschen ein unbefangenes Verhältnis zur Natur haben…

Ein wenig bleibe ich im warmen Uferwasser liegen, noch immer im Neoprenanzug. Dann wird’s Zeit und ich verlasse den Weiher. Das aber gefällt einem Frosch, der sich im Gras am Ufer versteckt gehalten hat, ganz und gar nicht: Zwei Sprünge, dann ist er im Wasser, legt sich auf den Grund und verharrt in absoluter Regungslosigkeit.
Das ist zwar klug von ihm, wenn es darum geht, nicht vom Storch gefangen und gefressen zu werden. Da ich aber kein Storch bin und auch kein Franzose, demzufolge auch keine Frösche fange um sie zu verzehren, kenne ich die Taktik, folge ihm und nähere mich langsam. Vorsichtig strecke ich den Arm mit der Kamera aus und mache weitere geschätzte 20 Fotos ohne Blick auf’s Display. Sicher wird auch hier wieder ein Großteil gelöscht. Eines aber gefällt mir doch ganz gut: ch-1-4So, liebe Kinder und liebe Eltern, jetzt erkläre ich Euch das noch mal. Gaaaanz langsam. So nämlich sieht ein echter Frosch(mann) aus. Merkt Euch das jetzt bitte. Und so sieht einer aus, der nur gerne schwimmen geht:ch25-1-3
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Erledigt:

Wörther Weiher

Was bleibt:

Ammersee, Birkensee, Chiemsee, Fasaneriesee, Feldmochinger See, Feringasee, Garchinger See, Hartsee, Heimstettener See, Kronthaler Weiher, Langbürgner See, Langwieder See, Lerchenauer Weiher, Lußsee, Pilsensee, Poschinger Weiher, Riemer See, Simssee, Soyensee, Staudhamer See, Thenner Weiher, Weßlinger See, Wörthsee, Zustorfer Weiher

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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