Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Challenge 25/2 (Chiemsee): Safety first

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image Kopie16°C sind nicht unbedingt verlockende Temperaturen, wenn es um’s Schwimmen geht. Das gilt für die Wassertemperatur ebenso wie für die Lufttemperatur.
Aber ich habe mich anstacheln lassen von einem Facebook-Post, im Chiemsee schwimmen zu gehen. Da muss ich eben 16°C Lufttemperatur aushalten, das Wasser ist wohl geringfügig wärmer, genau weiß ich das nicht. Das Badethermometer jedenfalls lasse ich in der Schwimmtasche. Wieder einmal denke ich in der ersten Minute denke, dass ich vollkommen bescheuert bin. Und wieder ist genau dieser Gedanke wenige Minuten später in’s Gegenteil gekehrt: „Ich muss total bescheuert sein, dass ich überhaupt gezögert habe. Ich weiß doch, wie das endet. So ist es immer.“
Niemand ist so blöde, bei diesen Temperaturen schwimmen zu gehen, jedenfalls niemand am Strandbad in Felden am vergangenen Sonntag. Ein paar Spaziergänger sind dort, viele Klinikpatienten des Medical Parks und deren Angehörige… ach ja: Da wäre noch ein halbes Dutzend junger Männer, alle so Anfang zwanzig, die sich entkleiden, die Badehose überstreifen und vom Stegende ins Wasser springen. Schwimmen tun sie nicht. Jeder hüpft ein oder zweimal ins Wasser und das war es dann auch.
Einer von ihnen ist so freundlich, mein berühmtes Pellenproblem zu lösen, wünscht mir viel Spaß und merkt an, ich könne es doch auch ohne probieren… noch einer. Das hatten wir doch am Samstag erst.
Ich denke gar nicht daran, ohne Neopreanzug zu schwimmen, stakse über die mit Gänsekot übersähte Liegewiese und wate langsam ins Wasser. Ich muss total bescheuert sein…
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Nein. Ich bin weder bescheuert noch etwas Besonders. Viele Schwimmer sind bereits im Freiwasser unterwegs, einige auch ohne Neoprenanzug. Außer dem Schwimmvergnügen habe ich etwas Wichtiges vor: Ich möchte etwas Neues ausprobieren: Schwimmen mit einer Sicherheitsboje. Vor ein paar Wochen habe ich mir den 360swim Safety Swimmer bestellt. Die Boje wird aufgeblasen, mit einem Bauchgurt am Körper befestigt und dann hinter einem hergezogen. Er soll, so verspricht es die Produktbeschreibung, und so bestätigen es Schwimmer, die das bereits ausprobiert haben, vor allem für mehr Sicherheit sorgen. Die 360swim

  1. stellt sicher, dass der Schwimmer von Booten und anderen Wassersportlern wie Surfern, Jetski-Fahrern etc. früher und besser gesehen wird, evtl. auch vom Ufer aus.
  2. hat genug Auftrieb, dass man sich bei kurzen Verschnaufpausen an ihn klammern und treiben lassen kann… oder eben bei dem Alptraum eines jeden Schwimmers: Einem Krampf.
  3. bietet zudem eine wasserdichte Tasche, in die man Dinge, die man nicht am Ufer zurücklassen will, hinein tun kann (Autoschlüssel, Handy…)

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Gekauft habe ich mir die Boje für’s Schwimmen in der Adria im Sommer.  Wer weiß, wie nah mir dieses Mal Surfer und Jetski-Fahrer kommen werden. Nach dem ersten Test von etwa einer Stunde mit dieser Boje notiere ich:

  1.  Ich habe es kaum bemerkt, dass ich die Boje hinter mir her gezogen habe. Sie stellt keinen ,Treibanker‘ dar, zumindest, wenn sie nicht schwer beladen ist. Ich hatte nur die Unterwasser- Kamera in der Tasche.
  2. Ich muss den Gürtel um den Körper deutlich enger schallen. So richtig fest hält die Boje sonst nicht, und wenn der Befestigungsgurt mal über den Hintern bis zu den Knien gerutscht ist, dann ist das sinnlos. So richtig straff hält der Gürtel auch nicht. Ich bin eben nicht dick genug.
  3. Ich bin gespannt, wie der Bauchgurt sich auf nackter Haut trägt, ob der z.B. scheuert. Ehrlich gesagt, habe ich hier Bedenken., höre aber von anderen, das sei kein Problem.
  4. Im Fach blieb alles trocken. Ich hatte ja nur die Kamera dabei. Trotzdem bleibe ich kritisch und werde Autoschlüssel und Handy an Land lassen. Nicht, weil ich Angst habe, eines von beiden zu versenken – ich traue der Dichtigkeit eben noch nicht. Das Fach lässt sich auch im Wasser gut öffnen und wieder schließen, zumindest wenn kein Wellengang ist. Aber vielleicht sollte man darauf verzichten. Ich hab’s ausprobiert, weil ich die Kamera rausnehmen wollte. Die aber werde ich dann im Fall des Falles am Bauchgurt festbinden.
  5. Man kann sich in der Tat gut am 360swim fest halten und  eine Zeitlang treiben lassen, der Auftrieb reicht für eine Verschnaufpause – zu mehr ist es ja nicht gedacht.
  6. Was ich noch nicht weiß, ist, ob und wie gut man die Boje vom Ufer/Boot aus sieht.
  7. Es gibt einem das subjektive Gefühl, für die eigene Sicherheit etwas getan zu haben. Für Schwimmen im bekannten Revier ist das sicher nicht notwendig, aber in Gewässern mit starkem Bootsverkehr (z.B. auch Seglern), bei Surfern, Kitern, Jet-Skifahrern… ist eine Boje sicher sinnvoll. Man denke nur an den Unfall von Götz George 2o13… An den Bauchgurt werde ich eine Trillerpfeife binden, ein schriller Pfiff erregt allemal einfacher und schneller Aufmerksamkeit als ein gekeuchter Hilferuf.

Der Sommer kann kommen, der Urlaub auch und dann geht es wieder ab in die kroatische Adria…

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Erledigt:

Wörther Weiher, Chiemsee,

Was bleibt:

Ammersee, Birkensee, Fasaneriesee, Feldmochinger See, Feringasee, Garchinger See, Hartsee, Heimstettener See, Kronthaler Weiher, Langbürgner See, Langwieder See, Lerchenauer Weiher, Lußsee, Pilsensee, Poschinger Weiher, Riemer See, Simssee, Soyensee, Staudhamer See, Thenner Weiher, Weßlinger See, Wörthsee, Zustorfer Weiher

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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