Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Challenge 25/19 & 25/20 (Thenner Weiher & Zustorfer Weiher): Ich glaub ich schwimm im Dreieck…

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image KopieStraßenbau – Kies – Kiesgrube – Loch – Wasser – See/Weiher – Naherholungsgebiet.
Diese Formel hatten wir bereits zigfach in den vergangenen Wochen. Die Mehrheit der Gewässer, in denen ich in den vergangenen Wochen während der Challenge 25 geschwommen bin, ist genau nach dieser Formel entstanden: Die Hinterlassenschaften des Kiesabbaus, die zu Seen umfunktioniert wurden, das Freizeitgelände war dann nur noch die logische Konsequenz.
So ist es auch bei den beiden Weihern (von Seen zu sprechen wäre schon heftig übertrieben) im Norden des Erdinger Landkreises, die ich jetzt auch von meiner Liste abhaken darf:

1. Thenner See
Als ich mir den Thenner See das erste Mal auf Google Maps anschaue, stelle ich fest, dass er ein sehr exaktes Dreieck bildet. Vor Ort bestätigt sich das. Etwas mehr als 630 Meter misst die längste Seite, eine weitere etwas mehr als 610 Meter, die dritte bringt es nur auf 430 Meter. So habe ich das mit dem Entfernungsmesser vorab gemessen und kaum bin ich im Wasser, geht die wilde wie sinnlose Rechnerei los.
In den Tiefen meiner Erinnerungen baggere ich nach Mittelstufenschulstoff Mathematik: Trigonometrie. Wie war das noch mal mit den Dreiecken? Gleichseitig, gleischenklig, rechtwinkling… Und gab es da nicht die drei notwendigen Dinge, die man wissen musste, um die Fläche zu berechnen? Seite-Seite-Seite oder Seite-Seite-Winkel? Ging Seite-Winkel-Winkel auch?
Ich weiß nur noch: Winkel-Winkel-Winkel funktioniert nicht.
Aber so trüb wie das Wasser sind meine Erinnerungen. Ich habe echt keine Ahnung mehr davon und eigentlich sollte ich froh sein, mich mit so einem Zeug nicht mehr beschäftigen zu müssen. Verdammt lang her… und das ist gut so.
Trotzdem: Das Hirn ist ein nerviges Etwas, es lässt einem keine Ruhe, wenn man es benutzen kann. Statt den Augenblick des Schwimmens zu genießen, Züge zu zählen oder ganz einfach nur da zu sein, schikaniert mich mein think tank mit dem, was ich in der Schule am meisten gehasst habe, mit Mathe.
Also noch mal: Seite-Seite-Seite ist klar, aber wie ging das noch mal mit den Winkeln? Gab es nicht auch irgendwie Winkelsätze? Sinus und Cosinus tauchen im Erinnerungsnebel auf.  Ich glaube, ich spring im Dreieck. Das muss doch jetzt nicht sein, dass mir so ein Scheiß durch den Kopf geht.
Da macht es klong…
Nicht wirklich, aber fast. Direkt vor mir ist eine Absperrleine quer durch den Weiher gespannt, sie versperrt mir den Weg ganz hinein in den spitzen Winkel. Es geht nicht weiter. Bojen machen das den Schwimmern sichtbar. Ein Schild erklärt warum:

Während ich schön brav den Regeln der Obrigkeit Folge leiste und statt in die Spitze hineinzuschwimmen der Leine zum gegenüberliegenden Ufer folge, bemerke ich: Ich schwimme ja jetzt gar nicht in einem Dreieck.
Das ist ja jetzt ein Viereck. Nicht rechtwinklig. Schon klar. Aber ein Viereck. Wie man das jetzt nennt, weiß ich nicht. Alle Seiten sind unterschiedlich lang, es gibt keine Parallelen, keine Symmetrie. Einfach nur Viereck? Vermutlich. Davon kann man die Fläche aber auch berechnen. Und das ging noch mal wie?
Hätte ich in der Schule damals mal besser aufgepasst und mich nicht immer in Mathe mal bei so gerade noch Ausreichend entlang gehangelt. Dann wüsste ich das jetzt.
Andererseits: In Biologie habe ich aufgepasst. Verdamm gut sogar. Trotzdem habe ich keine Ahnung wie die blauen Libellen heißen, die auch hier zu Hunderten über das Wasser kreisen und kaum mal stillsitzen, dass man sie fotografieren kann…
Wissen Sie’s? Oder muss ich google bemühen?

 2. Zustorfer Weiher
Drei Tage später fahre ich nach Feierabend noch einmal hinauf in den hohen Norden des Erdinger Landkreisses. Der Zustorfer Weiher steht auf meiner Liste. Dann ist der nämlich auch erledigt.
Kurz nach 19 Uhr steige ich in den von abendlicher Beschaulichkeit beschienen See. Kein Naherholungsgebiet, dafür ein paar Angler, zu denen ich Abstand halte. Einer rudert auf dem See hin und her.
Vereinzelte Badegäste ein paar Schwimmer und ein Teil des Sees wiederum abgeserrt für die heimische Flora und Fauna. Wäre nicht das Getöse der Flieger über uns und das monotone Gebrumme der nahegelegenen Autobahn München – Regensburg, es könnte ein perfekter Abend sein. Idylle pur in der untergehenden Sonne, die alles in ein wunderbares Licht taucht. Daher an Stelle vieler Worte nur ein paar Bilder:

 

 

 

Erledigt:

Wörther Weiher, Chiemsee, Langbürgner See, Staudhamer See, Poschinger Weiher, Echinger See, Birkensee, Lußsee, Soyensee, Heimstettener See, Lerchenauer See, Pilsensee, Kronthaler Weiher, Simssee, Hartsee, Riemer See, Feringasee, Langwieder See, Thenner Weiher, Zustorfer Weiher

Was bleibt:

Ammersee, Fasaneriesee, Feldmochinger See, Weßlinger See, Wörthsee

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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