Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Three things, that make you swim faster…

Ein Kommentar

Ich gebe unumwunden zu: Die Idee ist geklaut. Als ich in den 1990ern an der Ruhr Universität in Bochum studierte, verbrachte ich so manchen Abend nach anstrengenden Vorlesungen, zähen  Seminaren, trockenen Bibliotheksarbeiten und drögen Tutorien im Freizeitbad in Witten-Heveney am Kemmnader See. Schwimmen konnte man dort nicht… Also nicht so, wie wir uns das als Bahnenschwimmer vorstellen. Was heute Therme im Ruhrtal heißt war früher ein ganz sympathisches, nicht besonders aufregendes und dafür preislich bezahlbares Spaßbad mit angrenzender Saunalandschaft. Die Wasserbecken waren sanft geschwungen, mit Whirlpool, künstlicher Grotte und ähnlichem Schnickschnack garniert – so wie man es eben von überall her kennt und wie es den klassischen Stadtbädern zur tödlichen Konkurrenz geworden ist. Nirgendwo ist das Becken tiefer als 1,50, die Wassertemperatur ist auf über 30°C aufgeheizt, alles ist kurvig und vor allem: Es stehen, treiben, dümpeln und taumeln Massen an Menschen in diesen Becken herum. Das ist ihr gutes Recht, schließlich geht es in diesen Schwimm(?)bädern um allerlei Freizeitvergnügliches, nur eben nicht um Schwimmen. Man geht zum relaxen, entspannen, chillen, wellnessen (was für ein bescheuertes Wort) dorthin, ein wenig Sauna, ein wenig Wasser. Das reicht. Der eine oder andere mag vielleicht auch zum Baden dorthin gehen – ich müsste bei Gelegenheit mal über das schöne alte Wort Badeanstalt reflektieren.

Warum ich die Therme im Ruhrtal das überhaupt erwähne, ist ein Plakat am Häuschen des Bademeisters, das mir bestens in Erinnerung ist. In dem kleinen gläsernen Kabuff residierte dieser damals, Schwimmmeister wäre dann doch zuviel des Guten, denn geschwommen wurde dort ja nicht.

Das Plakat des Sportartikelherstellers Arena also verkündete: 3 things, that make you swim faster. Und darunter waren abgebildet: Ein Hai, ein Krokodil und eine Schwimmerin in einem Arena-Badeanzug; alle drei schön schlank und nebeneinander hochfromatig in das Motiv eingebaut. Eine irgendwie deplatzierte Werbung, denn es ging in Heveny ja  nie ums Schwimmen, und schon gar nicht ums schnelle Schwimmen.

Das Poster kommt mir wieder in den Sinn, als ich meine Fotoarchive für einen anderen Blogtext durchstöbere und dabei auf das untere der drei Bilder stoße: Ein grimmig dreinblickender Piranha, aufgenommen in einem Aquarium in Pula/Kroatien. Ob ein Piranha mich schneller schwimmen lässt als ein Arena-Badeanzug ist sicherlich fraglich. Herausbekommen werde ich es wohl nie, denn ich trage zwar sehr gern Jammer von Arena, aber keine Badeanzüge. Und mit Piranhas muss ich das Wasser nicht unbedingt teilen, auch wenn die hysterische Furcht vor diesen kleinen Schwarmraubfischen wohl durch einschlägige Schauergeschichten und Hollywood-Filme maßlos übertrieben ist.

Was also könnte mich noch schneller schwimmen lassen, frage ich mich und  spontan fällt mir ein Nilkrokodil ein, das ich aus gebührendem Abstand heraus mit Tele portraitiert habe. Aber ich bin sicher: So schnell wie ein Krokodil würde ich trotzdem nicht schwimmen können. Niemand von uns kann das.

3 things , that make you swimm faster… hier meine Vorschläge:

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SONY DSCPasst.

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

Ein Kommentar zu “Three things, that make you swim faster…

  1. Gibts denn gar kein Foto vom Badeanzug?

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