Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Gastbeitrag: Schwarz geht gar nicht…

Ein Kommentar

Alexander Broy, ein verdammt guter Freund, dem ich zu großem Dank verpflichtet bin, hat endlich wieder den Weg zurück ins Wasser gefunden. Schon mehrfach war von ihm hier die Rede: Er trug nicht unerheblich dazu bei, dass ich blogge und schwimme,  lockte mich zum schwimmen in die Amper und zum Radeln ins Brucker Land oder schenkte mir ein Badewannenthermometer. Nachdem er nun auch wieder unter die Schwimmer geraten ist, schickt er mir für mein Blog einen Gastbeitrag, den ich mit dem allergrößten Vergnügen hier einstelle:

Nach meiner morgendlichen Sporteinheit im Schwimmbecken des Nürnberger Postsportvereins, sah ich heute den Bademeister mit einem Schrubber in der Dusche wischen und sprach irgendetwas freundlich Geistloses wie: „Jetzt ist’s wieder schön sauber“ oder so. Der Mitarbeiter antwortete fröhlich – der Franke arbeitet nämlich sehr gern und das anscheinend auch schon so früh: „Das kommt von den schwarzen Socken im Winter.“ Bei ihm hörte sich das in fränkischer Mundart eher so an. „kummt vo‘ de schwazz’n Sogg’n im Winder“.
Ich weiß jetzt nicht, ob mein Hirn wegen langanhaltender Sauerstoff-Unterversorgung durch miserablen Kraulstil oder einfach nur, weil es noch viel zu früh zum Denken war, nicht sofort schaltete, ich verstand jedenfalls den Zusammenhang nicht sofort und so beschäftigte mich das Schwarze-Socken-Winter-Problem noch während des gesamten Duschvorgangs und im Grunde auch jetzt noch.
Wer duscht denn bitte – Winter hin oder her – mit schwarzen Socken?
Als mein Hirn langsam wieder mit Sauerstoff versorgt wurde und ich der Chloratmosphäre entkommen war, hatte sich eine Erklärung in meinem Kopf geformt. Vermutlich muss der Bademeister im Winter öfter durch die Duschen wischen, weil die Menschen im Winter schwarze Socken tragen und deshalb schwarze Fussel zwischen ihren Zehen in die Duschen einschleppen.
Ich bin zwar kein Modeblogger, aber schwarze Socken?socke-e13929836517731-547x1024
Zum einen, meine Herren, Socken gehen gar nicht. Ich hoffe er hat sich versprochen und meinte Strümpfe. Auch mit imposanten Bergsteiger- und Radlfahrer-Wadeln möchte wirklich bei niemandem haarige, nackte Männerbeine unter den Hosen herausblitzen sehen. Und was bitte trägt denn der Schwimmgast dann im Sommer? Weiße Socken, deren Fussel in den Duschen nicht so sehr auffallen?
Wenn man seine Strümpfe nicht gerade bei Aldi oder C&A kauft, fusseln diese auch nicht. Das ekelerregende Bild meiner schwitzigen Füße nach dem Joggen, in deren Zwischenräume Fussel eine Party gaben, hat sich von meinem einmaligen heroischen Sportsocken-Selbstversuch ins Hirn gebrannt.
Sie kennen diese Socken die fabrikseitig mit L und R gekennzeichnet sind, bei denen einem der Hersteller suggerieren möchte, er habe die Strümpflinge asymmetrisch für jeden Fuß einzeln geformt, damit der Kunde den Marathon vier Zehntel schneller laufen kann? Vielleicht ist es aber auch nur die Rache der pakistanischen Näh-Sklavin, die heimlich diese Buchstaben hineinstickt, um ihren Peinigern im reichen Westen zu zeigen was Unfreiheit bedeutet, indem sie ihn daran hindert, die Socken über jeden beliebigen Fuß stülpen zu können. Gemeint sind jedenfalls diese Polyester-Fetzen mit den verdickten super-saugstarken Frotteestellen und den verstärkten Torsionsfeldern, die ich einmal in geistiger Umnachtung erworben und auch einmal zum Dauerlauf benutzt habe, die haben sowohl geschweißelt als auch gefusselt.
Liebe Schwimmer, meine Herren, überhaupt Menschen deren Handschuhe nicht mehr miteinander durch die Ärmel verbunden sind: Tragt keine Sportsocken, die mit (L)inks und (R)echts gekennzeichnet sind und erspart dem Bademeister den extra Arbeitsgang und mir das Kopf-Kino mit schwarzen Schwitzefusseln als Hauptdarstellern.

Dem kann man nur noch zustimmen.

Alex‘ küstlerisch hochwertvolles Blog finden Sie übrigens hier. Statten Sie ihm ruhig einen Besuch ab.

– – – – – – – – – – –
214-10Vielen Dank fürs Lesen.
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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

Ein Kommentar zu “Gastbeitrag: Schwarz geht gar nicht…

  1. Ergänzende Information zum Thema R/L: der Waschmaschinenkobold steht mehr auf R. Oder vielleicht hätte ich nicht Sahras alte Maschine kaufen sollen, als sie bei Oskar einzog. (Gut, dass ich schnell noch die Sahra geguglt habe, die Schreibweise hat mich jetzt doch überrascht).

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