Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Frag doch mal die anderen (Teil 5): Jürgen Schenke

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Der nachfolgende Text erscheint posthum. Jürgen Schenke ist am 18.04.2016 in Folge eines tragischen Verkehrsunfalls ums Leben gekommen (dazu ein Nachruf hier). Einige Wochen vor seinem Unfall hat er den Fragebogen ausgefüllt und mir zugeschickt. Er schrieb mir, dass er am 15.04.1965 zur Welt gekommen ist, Schwimmer und Blogger ist. In seinem Blog schrieb er viel über sich. Und er ließ auch kaum eine Gelegenheit aus, sich in die Fluten zu stürzen, und wenn sie noch so kalt sind. Der Text erscheint unverändert – genauso, wie Jürgen ihn mir gemailt hat…

01.  Ich schwimme, weil
…es ein Teil von meinem Leben ist.

02. Wo und wie hast Du schwimmen gelernt? Wie alt warst Du damals?
Wirklich schwimmen hab ich erst viel später gelernt. Nicht untergehen war die Devise als ich im ehemaligen Jugoslawien von einem steinernen Steg aus ins Wasser sprang. Was ich natürlich nicht wusste: Bei Flut war das Wasser eben diese 20 cm höher als bei Ebbe, wo ich eben noch mit dem Kopf aus dem Wasser ragte. Nachdem ich das als 5 jähriger nicht unbedingt wahrhaben wollte, sprang ich noch ein paar Mal ins Wasser. Das war so mein Anfang vom Schwimmen. Später, im Jahre 1976 trat ich dann der Wasserwacht bei, wo ich zumindest mal die Grundzüge von Technik zum Schwimmen beigebracht bekam.Js-Bl

03. Am liebsten schwimme ich im Freiwasser weil…
Ähm. So wirklich ein Lieblingswasser hab ich nicht mehr. Inzwischen bin ich zu ner absoluten Freiwasserpflanze geworden, obwohl ich auch immer wieder eine Bahn im Hallenbad oder Freibad brauche. Gerade zum Techniktraining mit den Herrschaften vom Schwimmverein. Wenn ich ein einigermaßen schwimmbares Wasser finde, dann ist es mir herzlich egal, ob es Hallenbad, Freibad, See, Weiher, Fluss oder Meer ist.

04. Wo findet man Dich im Sommer im Wasser, wo im Winter?
Mich findet man praktisch Sommer wie Winter überall wie unter 3 schon beschrieben. Draußen dann eben mit kürzeren Aufenthalt im Wasser.Js-Bll

05. Bist Du Vereins-/Leistungs-/Wettkampf-/Freizeitschwimmer?
Ich würde mich als Genußschwimmer bezeichnen. Wirklich Wettkämpfe mach ich trotz Vereinszugehörigkeit nicht.

06. Was ist Deine Lieblingsschwimmtechnik und welche magst Du gar nicht?
Am liebsten schwimm ich natürlich Kraul, was mich nicht davon abhält auch die anderen Lagen zumindest zu lernen. Dazu geh ich ja auch zum Vereinstraining. Ich bin der Meinung, dass jeder Schwimmer zumindest alle Lagen beherrschen sollte.

07. Was war das aufregendste, schönste, spannendste, dramatischste Schwimmerlebnis, das Du bisher hattest?
Das war die Querung vom Ärmelkanal. Die schönsten Bilder und Geschichten dazu gibt’s unter der bekannten Blog-Adresse www.projektaermelkanal.blogspot.de .

08. Welche Gründe gibt es für Dich, das Wasser zu verlassen statt weiterzuschwimmen?
Meistens nur zeittechnische Gründe.

09. Der schönste Moment beim Schwimmen ist…
der Moment, an dem der Kopf beim Schwimmen ausgeschaltet ist und ich nur noch eins bin mit mir und dem Wasser.

10. Gibt es Sportarten, die genauso schön sind wie Schwimmen? Oder sogar noch schöner?
Denke, es hat jeder so seine Sportart für sich entdeckt. Ich kann mir nix anderes vorstellen.

11. Hast Du irgendeinen Schwimm auf der Liste der Dinge, die Du unbedingt noch tun/schwimmen/erleben möchtest?
Den Ärmelkanal durchqueren mit Fuß in Frankreich an Land setzen. Danach noch mindestens einmal in jedem Ozean geschwommen zu sein. Natürlich in jedem der bayerischen Seen rumgepaddelt zu sein.

12. Mit wem würdest Du gern einmal eine Runde schwimmen gehen?
Möchte so nach und nach alle bekannten Schwimmer kennen lernen und mit ihnen wenigstens eine Bahn ziehen. Bzw. draußen eine Runde drehen. Gibt ja auch bekannte Freiwasserschwimmer. Namen fallen mir einige ein, würde aber den Rahmen hier sprengen.

 

js-rip Kopie

 

RIP Jürgen

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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