Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Buxenparade (Teil 8): Jammern bis der Arzt kommt

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mk3Jammern bis der Arzt kommt?
Logisch. Seit ich vor einigen Jahren eine Arena-Flex Jammer gekauft habe, dachte ich, das wär’s jetzt. Es war die dritte Badehose, die ich gekauft habe: Die erste Jammer. Ich dachte, nun sei es so weit, nun könnte ich es mir leisten, in einer ausgesprochen sportlichen Hose im Schwimmbad aufzulaufen – alle Peinlichkeit und alle Scham waren von mir abgefallen.
Die erste Jammer war vor lauter Schwimmen schnell durchgewetzt, sie wurde mit der Zeit immer schlabbriger. Ersatz musste her. Der zweiten Billig-Jammer riss peinlicherweise die Naht während eines Schwimmbadbesuchs. Ab in de Tonne: Der Fall war schnell erledigt.
Also kaufte ich eine weitere Arena-Flex , war so zufrieden, dass ich nicht nur das Moveless Knee Watching optimierte, sondern mit großer Zerknirschung beobachtete, wie sich die applizierten Buchstaben zu lösen begannen.

Nun lege ich auf den Schriftzug arena auf den Schenkeln nicht allzu viel Wert, was zur Folge hatte, dass ich auch sie erst nach exzessivem Tragen und zunehmender Fadenscheinigkeit in der Mülltonne beerdigte.
Bei einem Besuch in Dortmund entdeckte ich in einem Sportladen das gleiche Modell noch mal – statt grün in blau. Ich war totally pleased, denn diese Hose gibt es eigentlich gar nicht mehr, ein paar Online-Shops boten noch reduzierte Restbestände in Größe S an, also einer völlig indiskutablen Größe, bei der ich sicher sein kann, dass die Nähte sofort reißen; schon bei der Anprobe.
Wenn Sie mitgezählt haben, dann wissen Sie: Die Jammer, um die es hier geht ist die Dritte dieser Art in drei Jahren. Ich finde, das ist gar nicht mal ein so hoher Materialverbrauch, wenn ich da an diverse Läufer und ihre permanenten Wunsch nach neuen Schuhen denke.
Mittlerweile sind auch die Tage der Arena-Flex Nummer Drei ist angezählt. Zum einen ist die Konkurrenz anderer Badehosen in meinem Bestand mittlerweile riesig, zum anderen habe ich das ungute Gefühl, dass es nicht mehr lange auf sich warten lässt, bis ich mit ihr erneut in die peinliche Situation kommen werde, dass sie irgendwo reißt. Fadenscheinig und durchgewetzt ist jedenfalls schon.
Entsprechend unwohl und unsicher fühle ich mich in der Hose – also trage ich sie auch nur noch selten. Vielleicht sollte ich dieser Beziehung langsam mal ein Ende bereiten und sie in den Mülleimer werfen, nicht dass ich am Ende wieder in peinliche Situationen komme.knie5

Es heißt übrigens die Jammer, wie mich umfangreiche Recherchen im Netz belehrt haben; vermutlich, weil hinter Jammer mal -Shorts, -Tights  oder sonstwas stand… keine Ahnung. Es spricht sich auch englisch aus: Also dschämmer.
Der Jammer hingegen ist ganz etwas anderes – davon kann Ihnen jede Katze was erzählen. Lustigerweise heißt auch immer noch der Windjammer, womit jene Großsegler des 19. Jahrhunderts gemeint sind, die zur Stilikone maritimen Lebens wurden. Während aber der Katzenjammer seinen –jammer vermutlich ursprünglich aus einem mittelalterlichen, lautmalerischen Klage- und Nörgelaut hat, ist der -jammer des Windjammers ein Nomen agentis aus den englischen Wortbestandteilen wind (=Wind) und to jam (=zusammenpressen, -quetschen).
Demzufolge gehe ich mal davon aus, dass auch die Swimmjammer aus dem englischen to jam abgeleitet ist. Was darauf schließen lässt, dass die Jammerbuxe ein Zusammenpresser und Quetscher.
Was das ist, steht dabei ja wohl außer Frage.
Autsch.
Und schon sind wir wieder bei dem deutschen Jammer. Es hängt eben doch alles zusammen – irgendwie. Über weitere Jammer und weiteren Jammer wird an dieser Stelle noch zu reden sein.

 

Die bisher veröffentlichtem Beiträge der Buxenparade:
Teil 01: Heute blau… morgen blau
Teil 02: Just looking good
Teil 03: Das schwarze Menetekel
Teil 04: Der Quotenbringer
Teil 05: Think global and pep your swim
Teil 06: Drei Streifen rot
Teil 07: Schwimmen in der Pussie-Bux
Teil 08: Jammern bis der Arzt kommt

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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