Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

500 Miles

8 Kommentare

But I would walk 500 miles
And I would walk 500 more
Just to be the man who walks a thousand miles…

Die einen laufen 500 Meilen, die anderen schwimmen 500 Kilometer.
Das ist nicht das Selbe. Schwimmen und Laufen sind bekanntlich völlig unterschiedliche Bewegungs- und Sportarten. Und 500 Meilen wären 804,672 Kilometer. Oder andersherum gerechnet: 500 Kilometer bringen es nur auf 310,686 Meilen. Die aber bin ich seit Anfang des Jahres geschwommen und ich bin sehr zufrieden mit mir.r-schmodder05

Ein guter Jesuit könnte jetzt natürlich argumentieren, dass ein geschwommener Kilometer etwa dem 8-11fachen des gelaufenen entspricht. Zumindest, wenn man beides direkt miteinander vergleicht. Als Beweis zöge er den Triathlon heran, bei denen die Schwimmstrecke grob gerechnet ein Achtel bis Elftel der Laufstrecke ausmacht.  Iron-Männer müssen bei der Langdistanz zum Beispiel nur 3,86 Kilometer schwimmen, aber knapp elfmal soweit laufen, nämlich 42,2 Kilometer. So gesehen wären entsprächen 500 geschwommene Kilometer etwa 2.796 gelaufenen Meilen. So gefällt mir das.
Und warum erzähle ich das eigentlich?

Diese Woche habe ich die 500 Kilometer voll gemacht. Am Mittwoch, mitten im Schwimmen auf der 60. Bahn war es so weit. Ich wusste, dass das passieren würde, habe der Bahn entgegengefiebert und dann die 25 Meter Zug um Zug ein „Yes – Yes – Yes“ in mich hinein gejubelt.  „Yes we can!“
Klar können wir.

Vorgenommen hatte ich mir 2016 410 Kilometer zu schwimmen. Das hatte ich allerdings schon im Oktober erreicht. Sofort erhöhte ich mein Jahresziel erst auf 500 und dann noch mal auf 520 Kilometer. Weit entfernt ist auch dieses nicht mehr, um nicht zu sagen: Es fehlen 13 Kilometer, was darauf schließen lässt, dass ich wohl nächste Woche mit meinem aufgestockten Jahrespensum durch bin – trotz drohendem Weihnachtsfeiergedöns.
Ich kann – so behaupte ich – sehr zufrieden mit mir sein. Natürlich: Andere schwimmen wesentlich mehr im Jahr. Bisweilen frage ich mich allerdings, woher sie die Zeit dafür nehmen. Selbst diejenigen, die bedeutend schneller schwimmen als ich, müssen trotzdem öfter und länger im Wasser sein. Sollen sie…portrait_bearbeitet-1
Mir fehlt dazu manchmal die Zeit, denn ich habe auch noch andere Hobbies und Verpflichtungen, Interessen und Bedürfnisse. Also vergleiche ich Äpfel gar nicht erst mit Birnen, und schon gar nicht mit Bananen.

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Denke ich aber an die Anfangszeiten dieses Blogs vor nicht ganz fünf Jahren zurück, ist es ziemlich weit gekommen mit mir. Damals 2012 hätte ich kaum mehr als 1.000 Meter bei einem abendlichen Schwimmbadbesuch geschafft, ohne nachher zu japsen und den Rest der Woche der Ansicht zu sein: Das reicht erst mal. Ab aufs Sofa.
Statistiken habe ich anfangs nicht geführt, aber wenn ich 2012 insgesamt 100 Kilometer geschwommen bin, dann ist die Schätzung schon verdammt hoch angesetzt. Dabei ist das so lange noch gar nicht her. Trotzdem ist seitdem enorm viel passiert.
Angeblich werde ich, so behauptet meine Familie, erst unleidlich und dann unerträglich, wenn ich ein paar Tage nicht im Wasser war. Ist das ein gutes Zeichen?
Ich weiß es nicht. Der Weg zurück ins Wasser ist jedenfalls noch nicht zu Ende. 500 Meilen hin oder 500 Kilometer her…

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.badehose2

Übrigens: Ich hätte auch nicht gedacht, dass es jahrelang zu diesem Thema so viel zu schreiben gibt, ohne dass es sich dauernd wiederholt oder es mir langweilig wird. Ich hoffe, die Leser des Blogs sehen das auch so. Immerhin ist es – so wurde mir unlängst auf einem Bloggerseminar gesagt – ja nur ein Nischenthema…
Aber auch in Nischen lässt sich trefflich bloggen. Und schwimmen.
Ab dafür.


Vielen Dank fürs Lesen.

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

8 Kommentare zu “500 Miles

  1. 500km Respekt! Vor allem, wenn man sich immer selbst motivieren muss und nicht in der Gruppe trainiert so wie wir, wo automatisch die Gruppendynamik einsetzt und man von allein freiwillig ins Wasser springt, weil die anderen schon drin sind, oder nach folgen 🙂 Bin auf deine Zielsetzung für 2017 gespannt und mir sicher das wird auch was.

    • Danke schön… aber meinem Naturell nach (nennen wir es mal so), hätte ein Training in der Gruppe und eine daraus resultierende Gruppendynamik eher den gegenteiligen Effekt – dass ich gar nicht mehr gehen würde. Eine bis zwei Stunden im Wasser ist schon deshalb verlockend, weil ich dann in dieser Zeit mit niemandem reden muss. Das motiviert mehr als Absprachen mit anderen, Traineransagen und alles andere 🙂
      Für 2017 wird das Ziel aller Voraussicht nach auf 455 gesetzt. Man muss ja auch nicht übertreiben.

      • Lol. Da ist der große Unterschied. Frauen treffen sich, um auch beim Schwimmen zu reden. Hahaha

      • Da täuschst du dich aber: ich bin passionierte Alleinschwimmerin und zwar konsequent. Warum? Weil ich in Ruhe Schwimmen will und froh bin um die Stille dabei.
        LG, die Kraulquappe.

      • . Argument anerkannt 😉 weiter schwimmen bitte.

      • Ich denke auch, dass das kein geschlechtsspezifisches Verhalten ist. Ich kenne einige Männer, die sehr gern am Beckenrand kleben und reden.
        Vor allem kann ich nur warnen, mein bisweilen sehr sonderliches Verhalten, was viele Dinge angeht, zu verallgemeinern. 🙂 Aus guten Gründen.

      • OMG so viel Tiefsinn wollte ich gar nicht auslösen 😂 oder gar den Eindruck vermitteln, statt zu trainieren hängen wir nur am Beckenrand. Jeder natürlich immer nach und mit seinen eigenen Ansprüchen. Und ich nehm gern beides: Spaß mit Freunden und gutes Training 😉 verstehe aber auch sämtliche Gegenargumente. Frei nach Dories Motto: einfach schwimmen, einfach schwimmen….

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