Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Frag doch mal die anderen (Teil 13): Petra Martin

Ein Kommentar

Petra Martin, aufgewachsen am Tegernsee und in München daheim, habe ich bereits einige Male zum Schwimmen getroffen, Stammlesern des Blogs ist sie daher nicht unbekannt. Petra Martin arbeitet als Autorin und Journalistin und ist ebenfalls eine begeisterte Bloggerin. Ihren Blog findet man hier. Dort schreibt sie über ihren Weg vom Chlor- zum Freiwasser,  ihre neu entdeckte Liebe zum Eisschwimmen, hält Tipps dafür parat oder erzählt vom Eisschwimmen mit Jochen Aumüller und Christof Wandratsch.

Petra Martin, aufgewachsen am Tegernsee und in München daheim, habe ich bereits einige Male zum Schwimmen getroffen, Stammlesern des Blogs ist sie daher nicht unbekannt. Petra Martin arbeitet als Autorin und Journalistin und ist ebenfalls eine begeisterte Bloggerin. Ihren Blog findet man hier.

1. Ich schwimme weil
…es ohne nicht geht. Oder nicht wirklich gut geht. Ich brauche das Wasser wie die Luft zum Atmen. Ich brauche das Gleiten, die Leichtigkeit, das Gluckern im Ohr … Da kann ich nachdenken oder den Kopf freibekommen. Und wenn ein Tag mal ganz übel ist, ist er wenigstens in dieser Stunde im Wasser ok.

2. Wo und wie hast du schwimmen gelernt? Wie alt warst du damals?
Das ist ein schwieriges Kapitel. Ich war unfassbar wasserscheu. Ich bin im Schwimmkurs aus dem Becken gegangen, weil ein Wassertropfen mein Gesicht erwischt hat. Der Bademeister und Schwimmlehrer hat meiner Mama beim Abholen gesagt: „Die brauchst nimmer bringen!“ Naja. Irgendwie habe ich es dann doch noch gelernt. Im Tegernsee. Weil ich da aufgewachsen bin und es nichts Schöneres gibt, als im Sommer in diesen klaren See zu springen. Ich war dann, als ich endlich schwimmen konnte, etwa neun Jahre alt. Und dann hat es mir richtig viel Spaß gemacht. Kraulen habe ich dann erst viel später gelernt, weil mir Brustschwimmen irgendwann zu eintönig war. Und das hat mich dann nicht mehr losgelassen! r-wc3b6s4

3. Am liebsten schwimme ich …
im Becken! Hört sich vielleicht komisch an, aber ich mag es, wenn ich mich nach 50 Metern abstoßen kann und die Bahnen mitzähle. Das ist schon fast meditativ. Spaß macht das natürlich nur, wenn nicht zu viel los ist. Oder wenn die richtigen Leute da sind. Wer viel im Becken schwimmt, weiß, was ich meine. Ein oder zwei Quertreiber sind nerviger als fünf Mitschwimmer, die wissen, wie der Hase läuft und Rücksicht nehmen. Ich versuche auch immer, auf die Mitschwimmer zu achten. Wenn jemand schneller ist als ich, lasse ich ihn überholen oder warte einen Mini-Moment (länger dauert’s meist nicht) an der Wende, bis er gewendet hat. Erspart ihm einen lästigen Überholvorgang und ich kann zwei bis drei Züge im Wasserschatten mitschwimmen.
Im Freiwasser schwimme ich seit letztem Jahr auch ganz gern. Tipps habe ich mir von Profi Christof Wandratsch geholt. Lutz hat mich paar Mal bei seiner 25-Seen-Tour mitgenommen und der Sommer 2015 hat alle Seen auf angenehmste Schwimmtemperaturen erwärmt. Herrlich!

4. Wo findet man dich im Sommer, wo im Winter?
Im Sommer in den Freibädern oder Seen in und um München. Im Winter meist im Dantewarmfreibad oder in der Olympiaschwimmhalle. Und zum „Eisschwimmausprobieren“ auch mal in den Seen um München. Aus dem anfänglichen Reingehen und bissl „Oma-Brust“-Schwimmen ist inzwischen tatsächlich sowas wie „Eisschwimmen“ geworden. Den Kopf kann ich zwar noch immer nicht untertauchen, aber ich halte es meist ein paar Minuten aus, schwimme in Ufernähe hin und her und freue mich über das unbeschreibliche Gefühl. Wenn alles kribbelt und man diesen unfassbar klaren See für sich hat …

05. Bist Du Vereins-/Leistungs-/Wettkampf-/Freizeitschwimmer?
Ich bin pure Genussschwimmerin. Ich schwimme, weil es mir Spaß macht. Keine Wettkämpfe, kein Trainingsplan, gar nix.r-lbse011

06. Was ist Deine Lieblingsschwimmtechnik und welche magst Du gar nicht?
Kraulen. Eindeutig. Auch, wenn ich es nicht perfekt kann. Aber da stellt sich der „Flow“ am ehesten ein, ich komme ohne große Anstrengung flott voran, kann aber auch mal Gas geben. Manchmal habe ich auch Lust zum Rückenschwimmen, Brustschwimmen gibt’s immer zum Ein- und Ausschwimmen und wenn ich überschüssige Energien habe, versuche ich mich auch im Delfinschwimmen. Da habe ich auch schon mal 50 Meter durchgehalten. Keine Ahnung, wie es ausgesehen hat …

07. Was war das aufregendste, schönste, spannendste, dramatischste Schwimmerlebnis, das Du bisher hattest?
Da gibt’s einige, aber nichts wirklich Konkretes. Einmal, in der Olympiaschwimmhalle, es war wenig los. Zu dritt oder viert auf der Bahn. Ich bin 500 Meter am Stück gekrault. Immer, als ich zur Wende kam, schwamm der Wartende los. Unfassbar schnell war der. Hat wieder auf mich gewartet und ist dann gestartet. Nachdem wir beide die Einheit beendet hatten, haben wir kurz geratscht. Ich fragte, ob ich immer zu seiner Abgangszeit angekommen bin. Er verneinte und meinte, dass er einfach geschaut hat, wie er seine Sprints am besten koordiniert, dass wir uns nicht in die Quere kommen. Das ist doch schön. Oder der Schwimm mit Lutz im Sommer 2016 im Ammersee. Da gab’s nicht nur ein gutes Stück Wasser, sondern auch eine Wassermelone als Verpflegung (siehe Blog).

8. Welche Gründe gibt’s, das Wasser zu verlassen statt weiterzuschwimmen?
Unterschiedlich. Manchmal Zeitmangel, manchmal Energiemangel, manchmal Langeweile und zum Glück ganz selten: Genervtheit, weil nur Idioten unterwegs sind.

09. Der schönste Moment beim Schwimmen ist…
wenn ich ins Gleiten komme. Wenn die Bahnen nur so an mir vorüberziehen, ich total bei mir bin, alle Gedanken weit weg. Wenn es fast meditativ ist und einfach läuft. Wenn ich mich fühle, als gäbe es im Wasser Griffe, an denen ich mich entlanghangle. Wenn ich meine Kraft spüre …

10. Gibt es Sportarten, die genauso schön sind wie Schwimmen? Oder sogar noch schöner?
Natürlich nicht! Steht doch schon in der Bibel: Du sollst neben mir keine anderen Götter haben … Nein, Spaß beiseite. Ich radle gern, doch das Schwimmen ist und bleibt Nummer Eins!

img_498911. Hast Du irgendeinen Schwimm auf der Liste der Dinge, die Du unbedingt noch tun/schwimmen/erleben möchtest?
Eigentlich habe ich da keine konkreten Ziele. Da ich am Tegernsee aufgewachsen bin, wäre es schon schön, mal von Bad Wiessee nach Tegernsee zu schwimmen.

12. Mit wem würdest du mal eine Runde schwimmen?
Es wäre sicher mal interessant, mit einem richtigen Profi ein paar Bahnen zu schwimmen – und sich ein paar Tricks und Kniffe abzuschauen.


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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

Ein Kommentar zu “Frag doch mal die anderen (Teil 13): Petra Martin

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