Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Frag doch mal die anderen (Teil 17): Susanne Düsenberg

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Susanne Düsenberg, 47 jährige Wahldüsseldorferin, aber Mädel aus dem Kohlenpott geblieben. Bewegungssüchtige Kriminalhauptkommissarin mit Hang zum Wasser.

01. Ich schwimme, weil…
Im und unter Wasser herrscht einfach Ruhe! Schwimmen ist Freiheit. Freiheit der Glieder und der Gedanken. Schwimmen ist Meditation mit Gluckern im Ohr! Das natürlich nur beim Schwimmen in der Natur. Das Hallenbad mit vielen Menschen auf der Bahn ist nur die Notlösung.

02. Wo und wie hast Du schwimmen gelernt? Wie alt warst Du damals?
In den Siebzigern lernten Kinder schwimmen! Ich war sechs. Da es die günstigste Sportart ist, blieb die ganze Familie dabei. Zum Wettkampfschwimmen war ich zu schüchtern und unsicher. Ich habe mein Taschengeld mit Nichtschwimmerunterricht im Verein aufgebessert und war mit 16 Jahren dann Gründungsmitglied der „Wasserhexen“ in Oberhausen-Sterkrade. Frauenwasserball war in den Achtzigern angesagt, zügig stiegen wir in die Oberliga auf. Ich verdingte mich als Keeperin, wofür hat man denn lange Arme…sd-fdm-03
Mit Anfang zwanzig habe ich mich dann auf unter Wasser verlegt und war ein paar Jahre als Tauchlehrerin aktiv. Vor ein paar Jahren wurde mir das Marathonlaufen zu eintönig und ich erinnerte mich dran, dass ich ja auch schwimmen kann. Ein paar Wochen Googeln und die Lektüre von „Die unerklärliche Sucht nach Wasser“ von Bruno Baumgartner brachten mich dazu, mich zur Open Water-Schwimmerin zu erklären. Und ich buchte mich beim Norderney-Schwimmen ein. Statt mit der Fähre zu fahren, vom Festland nach Norderney schwimmen, das sollte doch wohl klappen!

03. Am liebsten schwimme ich im See weil:
Schwimmen ist Natur! Wind, Wellen, Strömung, Gerüche und Tiere gehören dazu. Es gibt fast nichts Schöneres, als früh morgens der erste oder einzige Mensch an und vor allem im See zu sein. Ein paar Kilometer unter den Augen von Vögeln und Fischen zu schwimmen, den Sonnenstrahlen mit den Augen in die Tiefe zu folgen und hunderte von Metern um mich nix außer Wasser! Besser geht es nicht!

04. Wo findet man Dich im Sommer im Wasser, wo im Winter?
Im Sommer in meinem Haussee in Leverkusen-Hitdorf. Einfach weil es der nächste geeignete See ist, in dem Schwimmen nicht verboten ist. Auch in den kalten Monaten bin ich dort gelegentlich anzutreffen, dann aber in Neopren eingepackt und länger als 1 km halte ich dann nicht durch.
Ansonsten ganzjährig morgens um sechs vor der Arbeit im Freibad. Zwangsweise auch mal im Hallenbad, aber da fällt mir schnell die Decke auf den Kopf.sd-fdm-01

05. Bist Du Vereins-/Leistungs-/Wettkampf-/Freizeitschwimmer?
Ich bin Freizeitgenußschwimmerin und nehme alle Freiwasserwettkämpfe bis 12 km mit, die in meinen Kalender passen. Um ein bisschen Tempotraining mit Mitschwimmern zu haben und wegen der dsv-Startberechtigung für die Deutschen-/ und NRW- Meisterschaften im Freiwasser bin ich dem Düsseldorfer Schwimmclub 1898 e.V. beigetreten. Da bin ich bislang die Einzige, die zum Schwimmen nach draußen geht.

06. Was ist Deine Lieblingsschwimmtechnik und welche magst Du gar nicht?
Freistil, es ist wie Joggen. Rücken geht gar nicht.

07. Was war das aufregendste, schönste, spannendste, dramatischste Schwimmerlebnis, das Du bisher hattest?
Spannend war mein Schwimmen nach Norderney. Es war quasi mein erster Freiwasserwettkampf und das erste lange Schwimmen im Salzwasser. Ich hatte also keine Ahnung! „Schwimmt immer Richtung Leuchtturm und dann irgendwann links.“ Aha! Durch schwierige Strömungen trieben viele Schwimmer ab, ich war schnell alleine und sah keine Begleitboote mehr. Irgendwann heulte ich in meine Brille, das Salz in den Scheuerwunden am Hals, das war die Hölle. Aber irgendwie bin ich den richtigen Kurs geschwommen und kam in gar nicht schlechter Zeit auf der Insel an. Zu keiner Zeit hatte ich Angst oder Zweifel und ich war furchtbar stolz auf mich.
Das schönste Erlebnis war in meinem See im Sommer. Schwamm ohne Neo am frühen Morgen und schmeckte Erde. Aus der Tiefe kamen ca. 15 sehr große Karpfen und brachten dunkle Wolken an Sediment mit. Wie eine Delfinschule umkreisten mich die Fische eine ganze Weile und glitzerten golden in den Sonnenstrahlen. Das war einfach friedvoll und grenzüberschreitend.

08. Welche Gründe gibt es für Dich, das Wasser zu verlassen statt weiterzuschwimmen?
Wenn ich die Finger vor Kälte gar nicht mehr spüre. Sonst klappt es nicht mit dem Umziehen.

09. Der schönste Moment beim Schwimmen ist…
Der Moment, wenn nach ein paar Kilometern der flow einsetzt, man nicht mehr merkt, dass man schwimmt, sondern einfach Wasser ist.sd-fdm-02

10. Gibt es Sportarten, die genauso schön sind wie Schwimmen? Oder sogar noch schöner?
Gerätetauchen ist wunderschön, aber naturgemäß bewegt man sich dabei für meinen Geschmack zu wenig.

11. Hast Du irgendeinen Schwimm auf der Liste der Dinge, die Du unbedingt noch tun/schwimmen/erleben möchtest?
Einmal längs durch den Attersee, das wäre cool! Als Kind habe ich da Urlaub gemacht und man erzählte mir, dass ganz Verrückte da einmal drüber schwimmen….

12. Mit wem würdest Du gern einmal eine Runde schwimmen gehen?
Gerne würde ich einmal in Begleitung eines Mondfisches schwimmen!

 


 

All die anderen, die bisher befragt wurden:

Axel van Bergen, Kirsten Barnekow, Martin Boettcher, Johanna Degmayr, Susanne Duesenberg, Günter Eckert, Cilem Flad, Anna Fischer, Timm Jahns, Jochen Kieserling, Boris Lobowsky, Petra Martin, Florian Müller, Jörn Perschbacher, Yasemine Pliesnig, Conny Prasser, Dagmar Reger, Mirjam Schall, Jürgen Schenke (+), Yvonne Simon, Martin Tschepe, Bettina Trueb, Andrea Wilfert,

 

 

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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