Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Challenge 2017 (Teil 4a): Totholz und Bilderrausch

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Ich weiß es nicht, wie das passieren konnte.
Als ich 2015 25 Seen in und um München schwimmend entdecken wollte, habe ich mir vorher eine Liste gemacht, wo ich überall hin wollte. Eines der Auswahlkriterien waren die offiziellen Schwimmweiher im eigenen Landkreis, zumindest die, die eine gewisse Größe haben. Den Notzinger Weiher habe ich dabei irgendwie übersehen.
Asche auf mein Haupt, wo doch der dortige Kioskbetreiber Heinrich Link eine ganz entzückende Website ins Netz gestellt hat und die Vorzüge des Naturbadeparadieses anpreist.
Zu Recht.
Davon habe ich mich jetzt endlich überzeugt. Es brauchte nur einen Anschubser: Als ich vor einigen Tagen am Wörther Weiher einen Schwimmbadbekannten traf, kamen wir auf die verschiedenen Weiher im Landkreis zu sprechen. Und er, der auch alle abklappert, schwärmte begeistert von dem bei Notzing.
Also bin ich einfach mal hingefahren. Und das gleich dreimal in kurzer Folge.
Zwar ist der Weiher kein See, aber durchaus geeignet, im Rahmen meiner Aufgaben 2017 als eines der vier bisher unbekannten Gewässer, in denen ich schwimmen wollte, zu punkten (darum nenne ich den Beitrag auch das „Teil 4a“, in der Annahme, dass die Teile „4b“ bis „4d“ bald folgen werden).
Der Notzinger Weiher, der früher mal deutlich größer war, bis eine Straße für den Landwirtschaftsverkehr aus einem Weiher zwei machte, ist eine der vielen ehemaligen Kiesgruben der Region, ausgehoben für den Bau der Betonrinne des Isarkanals.
Gähnende Leere empfängt mich beim ersten Besuch am Himmelfahrtstag am Großen Weiher. Zwar sind einige wenige Menschen auf den Wiesen am Ufer und auch ein paar Kinder staksen durchs flache Wasser. Aber schwimmen tut niemand.
Das ist so befremdlich, dass ich fast befürchte, ich hätte ein Schwimmverbot übersehen. Das aber ist nicht der Fall, baden erfolgt auf eigene Gefahr, worauf ein verwittertes Schild im Gebüsch hinweist. Und die Gefahr kann ich für mich durchaus als kolossal gering einschätzen.
Das Wasser ist jetzt nicht gerade freibad- oder badewannenwarm, aber so kalt wie erwartet ist es auch nicht, das erste Mal also mit Neoprenanzug, das nächste Mal dann ohne.
Immer wieder Wolken durch, aber es ist angenehm warm an diesem Donnerstag. Wo sind die Leute nur? Die können doch nicht alle am Vatertag mit einem Bollerwagen voll Bier im Wald verschwunden sein.
So schwimme ich einsam, was mich überhaupt nicht stört, die rund 250 Meter der Längsspanne zigmal auf uns ab. Zwar ist die Spanne des Weihers rund 50 Meter länger, aber im Norden ist das Wasser dann doch zu flach, um noch Schwimmbewegungen ohne Grundberührung machen zu können.


Anschließend mache ich Fotos. Viele Fotos.
Ein Bilderrausch, der erst endet, als der Akku der Kamera leer ist.
Dass später 90% der Fotos auf dem Rechner wieder gelöscht werden, ist ja normal. Ich probiere Panoramabilder, Unterwasserfotos, Selfies, Uferprofile… und immer wieder Totholz.

Den Sonntag darauf verbringe ich wieder am Notzinger Weiher, der an diesem Tag zwar mehr besucht ist, aber es is kein Vergleich zum rund sechs Kilometer Luftlinie entfernten großen Kronthaler Weiher, wo sich angesichts des Sommerwetters die Besucher regelrecht stapeln. Selbst der Wörther Weiher, den ich sonst regelmäßig ansteuere, bringt es auf ein zigfaches Besucheraufkommen zu dem, was hier los ist.
Dieses, ruhige, idyllische Plätzchen ist ein Traum. Sicher werde ich es den Sommer über öfter aufsuchen, trotz der zugegebenermaßen lästigen Zecken und Mücken am Ufer. Aber solange man im Wasser ist (und darum fahre ich ja her) soll mir das relativ wurscht sein.

Ach ja: Wie bereits erwähnt. Es gibt dort insgesamt drei Weiher: Neben dem Großen auch den Kleinen Notzinger Weiher und den Brandl Weiher. Wären die zwei nicht geeignet für 4b und 4c?
So einfach will ich es mir aber doch nicht machen.


 

challenge2017-kopieAlle Aufgaben im Überblick:
Erledigt: 5.000 am Stück, Fremdes Hallenbad, Erster im Erdinger Freibad, 4 neue Seen (See 1),

Noch offen: Jahressoll 455 km / Ammersee von A nach B / Rollwende üben / 4 neue Seen (See 2, See 3, See 4) / Chiemsee-Querung / Chiemsee Extratour / Langbürgner See / Fremdes Freibad / Drei Badehosen wegschmeißen / Vollmondschwimmen / Goldene Stunde

 


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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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