Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Frag doch mal die anderen (Teil 18): Florian Müller

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Florian Müller, 42 Jahre aus Blaichach aus dem Oberallgäu erzählt von sich, dass er „mit einer tollen Frau verheiratet ist, die mich bei meiner Leidenschaft zur Schwimmerei voll unterstützt, einer 4 jährigen Tochter, bald noch einer weiteren Tochter, und einem 16 jährigen Sohn aus einer vorherigen Beziehung der bei seiner Mutter lebt und mit dem ich regelmäßig Kontakt habe.
Beruflich habe ich 13 Jahre als Vermessungsingenieur im Tunnelbau meine Brötchen verdient. Seit 5 Jahren bin ich zuhause im Allgäu in einem Ingenieur- und Planungsbüro beschäftigt.
Sport vor allem Schwimmen gehören bei mir zum Leben. Wenn ich mal nicht sporteln kann, kann ich doch mal schlecht gelaunt sein.“fdmda-fm-02

01. Ich schwimme, weil….2
… ich dabei ein Gefühl von Freiheit spüre. Nach einer gewissen Zeit stellt sich ein „Flow“ ein und ich kann richtig Gas geben ohne Müdigkeit zu verspüren.
… ich ab und zu den Wettkampf brauche, um mich mit anderen zu messen, das kann auch ab und zu im Training vorkommen.
… ich bei Stress im Alltag und im Job den Kopf wieder frei bekomme
… ich dabei oft mit Gleichgesinnten schwimme und auch neue Leute kennenlerne
… es dort viele Bereiche gibt um an meine Grenzen zu kommen.

02. Wo und wie hast Du schwimmen gelernt? Wie alt warst Du damals?
Mühsam haben meine Eltern versucht mir im Alter < 5 Jahren schwimmen beizubringen. Doch außer müde und sehr statisch im Schwimmreifen zu hängen, um mich von der Strömung treiben zu lassen, kam dabei nicht viel heraus. Erste Schwimmkurse brachten langsam den Erfolg mich selber über Wasser halten zu können. Mit Beginn der Schule konnte ich mich langsam aber stetig über Wasser fortbewegen.fdmda-fm-01

03. Am liebsten schwimme ich im Hallenbad, Freibad, See, weil:
… im Hallenbad und Freibad, um an der Kondition und Technik zu feilen
…im See um zu trainieren, aber man spürt hier eher die Freiheit in der Natur. Strömungen, Temperaturunterschiede (meist frisch), direkte Sonne, Wellen und ab und zu Fische und Enten. Algen und Seegras sind nicht so mein Ding! Aber insgesamt tolles Feeling in frischem Wasser. Einfach ein schönes Erlebnis jedes Mal.

04. Wo findet man Dich im Sommer im Wasser, wo im Winter?
Im Sommer im Freibad oder im Wonnemar Sonthofen, am Alpsee oder am Sonthofener Baggersee, der Ortwanger Baggersee in der direkten Nachbarschaft ist echt saukalt!!
Im Winter im Hallenbad Immenstadt oder im Wonnemar Sonthofen, Danke an Hamza für das mehrmalige Mitnehmen zum Schwimmen.

05. Bist Du Vereins-/Leistungs-/Wettkampf-/Freizeitschwimmer?
Mit 8 Jahren habe ich begonnen in der SG Sonthofen-Burgberg zu schwimmen. Nach einigen Lehrjahren und das „durchschwimmen“ der einzelnen Schwimmgruppen begannen die Wettkämpfe die oft in schönen Erfolgen endeten, wie Allgäuer, Schwäbischer oder sogar auch mal Bayerischer Meister. Bis zum Abitur blieb ich diesem Wettkampfschwimmen treu. Während des Studiums bin ich in die Leistungsgruppe A der Uni geschliddert, weil ich mich in der Zeit für das freie Schwimmen geirrt habe. Es war eine echt schöne Zeit im Unikader mit Wettkämpfen auf Münchner Unimeisterschaften, Deutschen Unimeisterschaften oder der Deutsch-französischen Unimeisterschaft. Der Zusammenhalt unserer Uni- Mannschaft damals war unglaublich.
Nach einem schweren Arbeitsunfall 1999 bei dem das Knie „kaputt“ war, konnte ich nur noch Schwimmen und die Zeit der Masterswettkämpfe hat begonnen und hatte seine Höhepunkte in den Teilnahmen bei den Masters – WM in München (2000) und Riccione (2004).
Heute bin ich in keinem Verein mehr. Es treibt mich aber immer wieder zu einigen Wettkampfstätten wie die Teilnahmen beim Ironman Roth als Staffelschwimmer.
Ich würde mich als Freizeitwettkampfschwimmer bezeichnen.
Seit neuestem (2016) begeistert mich das 24h Schwimmen. Nach einem kurzen Debut beim 24h Schwimmen von Hamza im Wonnemar Sonthofen, als Vorbereitung zur Bodenseequerung, bei dem ich für ihn als Lokomotive eingesetzt wurde, wurde ich ins „Team Warmduscher“ aufgenommen. So kam ich zum 24h Schwimmen. Das Ausloten der eigenen Grenzen und das Herantasten und Überwinden der Grenzen ist eine spannende Sache.
2016 beim 24h Schwimmen in Mühlacker konnte ich mit 60 km sogar mal gewinnen!

06. Was ist Deine Lieblingsschwimmtechnik und welche magst Du gar nicht?
Im Vereinssport waren meine Lieblingsschwimmtechniken Brust und Schmetterling mit den meisten Erfolgen auf den Kurzstrecken bis 200 m. Rücken war und ist mir ein Graus. Da hatte ich nie Talent.
Erst im „Alter“ hab ich Gefallen an der Langstrecke und dem Kraulschwimmen gefunden.

07. Was war das aufregendste, schönste, spannendste, dramatischste Schwimmerlebnis, das Du bisher hattest?
6 Teilnahmen als Schwimmer in einer Staffel beim Ironman Roth. Roth ist mit Abstand der aufregendste Wettkampf. Der Zusammenhalt als Staffel, die unglaubliche Atmosphäre, das Flair das Roth ausmacht, ist nicht zu toppen.
Der Gewinn des 24h Schwimmens in Mühlacker mit 60 km war eine Grenzerfahrung, die ich so nie für möglich gehalten hätte. Das Zusammenhalten des Teams und das gegenseitige Helfen im Wasser waren ausschlaggebend für diesen Erfolg. Vor Beginn des Schwimmens mit dem Plan des Coachs Sven Eckart ich solle 40+ km schwimmen, liess mich sehr stark zweifeln, ob das die richtige Entscheidung war, so etwas zu schwimmen. So weit bin ich noch nicht mal am Stück gelaufen!!! Nach vielen Hochs und Tiefs und vielen internen Kämpfen mit meinem Schweinehund sind die Stunden verstrichen und die zurückgelegten km häuften sich. Am Ende war ich nur glücklich und unendlich froh das geschafft zu haben. Nach 4 Tagen konnte ich auch schon wieder ganz alleine mein T-Shirt anziehen.
Arbeiten und Spass haben im Team ist das schönste und auch sehr wichtig! Leider bin ich im Training zu oft alleine unterwegs. Aber Dank mp3–Player und guter Musik gepaart mit Tempovariationen wird es trotz allem nicht langweilig.fdmda-fm-03

08. Welche Gründe gibt es für Dich, das Wasser zu verlassen statt weiterzuschwimmen?
Hunger!!! Kälte. Groß und Klein, Krämpfe, die sich zum Glück sehr selten blicken lassen.

09. Der schönste Moment beim Schwimmen ist…
Ins Wasser springen, Kopf ausschalten, das Wasser spüren, den Flow spüren und ab geht’s!

10. Gibt es Sportarten, die genauso schön sind wie Schwimmen? Oder sogar noch schöner?
Nur Schwimmen wäre auf Dauer zu eintönig. Da ich im Allgäu aufgewachsen bin und mein Vater Skilehrer war, wurde ich mit 2 Jahren schon auf die Skier gestellt und die erste Leidenschaft war geboren. Dazu kommen noch Langlaufen, was auch ein willkommenes Training im Hinblick auf das Schwimmen ist, Mountainbike und Rennrad fahren, Skiken und Skirollern im Sommer.
Aufgrund meiner Hüftprobleme seit 2013 mit OP und erfolgreicher Rettung des rechten Hüftgelenks konnte ich die Leidenschaften zum Laufen (etliche Halbmarathone), zum Volleyball sowie zum Squash oder Badminton nicht mehr ausüben. Bergsteigen wird nur noch moderat betrieben. Was die Hüfte halt hergibt.
Wintervierkampf war früher noch eine Kombination aus Schwimmen, Volleyball, Ski- und Langlaufen. Deutscher Vicemeister war dort der größte Erfolg unseres Teams damals.

11. Hast Du irgendeinen Schwimm auf der Liste der Dinge, die Du unbedingt noch tun/schwimmen/erleben möchtest?
Breitenquerung des Bodensees. Vor Jahren war mal der Zürichseeschwimm im Gespräch. Vielleicht wird es mal wieder aktuell.
Mehr Erfahrungen sammeln im Freiwasser und mit Hamza und Uli u.a. noch ein paar km in Zukunft runterspulen.

12. Mit wem würdest Du gern einmal eine Runde schwimmen gehen?
Sämtliche Verrückte des Teams Warmduscher 🙂

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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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