Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Challenge 2017 (Teil 4b): Pipifax am Bibisee – Teil 1

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Warum drücke ich mich vor den großen, prominenten Seen im Münchner Umland? Ich weiß es nicht. Stattdessen fahre ich, weil ich ja auch dieses Jahr neue Seen erkunden will, zum Bibisee.
Genauso gut könnte ich zum Starnberger oder zum Staffelsee fahren. Im einen hab ich noch nie geschwommen, den anderen kenne ich überhaupt noch nicht. Und den Tegernsee auch nicht. Aber irgendetwas hält mich ab von diesen geranienbalkondekorierten, aufg‘maschelten Touristen-Hotspots. Da, wo alle hinfahren, da wo es überall schuhplattelt und „Mei is des schee“ geseufzt wird, bin ich falsch.
Also zum Bibisee.

In der Tat – den gibt es wirklich. Er ist gar nicht mal so weit weg von meiner Arbeitsstelle und so mache ich heute früh Feierabend und taste mich über die B 11 nach Süden.
Ich stoße auf eine ehemalige Kiesgrube (wieder nur ein künstliches Gewässer) mit einem seltsam bescheuerten Namen. Den hat, so lese ich im Münchner Merkur, der See mehr oder weniger von seinem damaligen Besitzer Cornelius Kutschke. Dessen Sohn Cornelius jr., der der Einfachheit halber von allen Bibi genannt wurde, eröffnete in den 80er Jahren am See einen Imbiss. Seitdem ging man zum Bibi baden. Eben in den Bibisee.

Eintritt kostet das Gelände – das ist auch ok. Schließlich wird es bewirtschaftet und gepflegt. Für die zwei Euro (nach 16.00 Uhr wird’s billiger, nach 18.00 Uhr kostet es gar nichts mehr) bekomme ich viel mehr Wasser für weniger Geld als in jedem Freibad, dafür viel weniger Menschen und freie Bahn, und das in direkter Ufernähe. Lediglich an der Wasserrutsche tummeln sich ein paar Kinder.

Deal!

In unmittelbarer Nähe des Eingangs sind zahlreiche Wiesenstücke mit dichten Hecken umzäunt. Planenlose Gerippe von Partyzelten stehen dort, verschlossene Kisten, Surfbretter und Gartenmöbel. Offensichtlich kann man diese Parzellen pachten und hat dann sein eigenes kleines Refugium. Es ist ein wenig wie Schrebergarten ohne Garten oder Dauercamping ohne Camping. Irgendwie Pipifax.

Fast kommt es zum Eklat, als ich auf den FKK-Strand stolpere – wovon hier mehr zu lesen ist. Man muss ja mittlerweile simultan bloggen…

Argwöhnisch bewachen auch am gegenüberliegenden Ufer die Eigner ihre Uferparzellen, dass nur ja niemand anlandet. „Privat“-Schilder stehen überall. Heimelig und einladend ist das sicher nicht. Und ob es schnöseliges Volk abhält, aus dem Wasser zu steigen und eine solche Parzelle zu okkupieren, wenn der rechtmäßige Besitzer nicht da ist, wage ich zu bezweifeln.
Nicht mein Problem.

Zwei Runden drehe ich in diesem sonderbaren, nicht allzu großen  Gewässer. Ein Euro pro Runde. Geht doch. Während des Schwimmens freunde mich dabei langsam mit dem Gedanken an, doch noch die prominenten Seen des Oberlands zu besuchen. Immer nur Kiesgruben, das wird ja auch mit der Zeit langweilig. Pipifax eben!

Zwei unbekannte Gewässer muss ich ja mindestens noch abklappern. Der Radius ist mittlerweile ganz schön weit. Und am Starnberger See wäre ich genauso schnell wie am Bibisee. Und private Ufergrundstücke, die man keinesfalls betreten darf, gibt es dort auch zu Hauf. Warum also nicht nach Feierabend mal schnell nach Süden sprinten?

Aber halt. Da gibt es noch diesen wunderbaren kleinen See im Chiemgau. Mitten im Wald. Ein Geheimtipp, den kennen nur Insider. Da war ich auch noch nie. Und der hat auch schon wieder einen so skurrilen Namen…

Und Teil 2 vom Pipifax am Bibisee steht hier


 

challenge2017-kopieAlle Aufgaben im Überblick:
Erledigt: 5.000 am Stück, Fremdes Hallenbad, Erster im Erdinger Freibad, 4 neue Seen: Notzinger Weiher, Bibisee

Noch offen: Jahressoll 455 km / Ammersee von A nach B / Rollwende üben / 4 neue Seen ( See 3, See 4) / Chiemsee-Querung / Chiemsee Extratour / Langbürgner See / Fremdes Freibad / Drei Badehosen wegschmeißen / Vollmondschwimmen / Goldene Stunde

 


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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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