Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Blogparade ‚Was ist deine beliebteste Outdoor-Sportart‘: Freiwasserschwimmen

Ein Kommentar

Was ist deine beliebteste Outdoor-Sportart? Oder hast du mehrere Favoriten?

Das möchte gerne Mike vom Blog ousuca.com im Rahmen einer aktuellen Blogparade wissen.

Die Frage hier zu beantworten ist natürlich redundant, denn in diesem Blog geht es – von winzigen Ausnahmen einmal abgesehen – nur um eine Sportart: Schwimmen. Und zwar um reines Freizeitschwimmen, nicht um Vereins-, Meisterschafts-, Wettkampf- oder Leistungssport. Und es ist absolut kein Geheimnis, dass ich dieser Leidenschaft am liebsten draußen fröne, auch wenn im Blog viel vom Hallenschwimmen zu lesen ist. Das bringt die kalte Jahreszeit zwangsläufig mit sich.
Und wenn draußen, dann richtig draußen – womit das freie Wasser gemeint ist. Meine liebste Outdoor-Sportart ist Freiwasserschwimmen.

Freies Wasser:

Das ist das, das nicht eingesperrt, gezähmt, domestiziert ist (um mich eines Gedankengangs des Autors John von Düffel zu bedienen). Gechlort ist es auch nicht. Dafür schwimmen Fische, Amphibien und Insekten darin herum, Vögel lassen sich klatschend neben mir darauf nieder, es ist manchmal algig, manchmal verkrautet. Es ist die Natur. Es bedeutet, sie zu erleben. Und das möglichst ungeschützt, also hautnah – weil meistens weitgehend unbekleidet (von Badehose, Silikonkappe und Schwimmbrille einmal abgesehen).

Das heißt nicht, dass ich nicht auch bei kälteren Temperaturen im Neoprenanzug ins Wasser steige, aber wenn es darum geht, die beliebteste Variante zu nennen, dann ist das diese. Und ich bevorzuge es, dabei möglichst alleine zu sein. Weit weg von Badeplätzen und Planschern, Luftmatratzen- und Schlauchboot-Kapitänen, Stand-Up-Paddlern und Party-People am Ufer. Weit weg von Ruder- und Tretbootfahren, Seglern und wenn irgend möglich auch Ausflugsschifffahrt. Nichts lenkt mich ab. Nur der See, das Wasser, der Himmel und ich.

Das Eintauchen der Arme, die gleichmäßigen Züge, das Gleiten, das (meistens) kraftvolle Ziehen, das Anhalten und sich umschauen, weil es einfach zu schön ist, um weiterzuschwimmen. Mal ist es ein Kilometer, mal sind es drei, mal vier. Mal bin ich eine halbe Stunde im Wasser, mal mehr als zwei.

Mal ist das Wasser moorig, mal meersalzig, mal kalkhaltig, kiesig-staubig, mal samtweich und klar. Mal möchte ich es um jeden Preis vermeiden, dass Wasser in den Mund dringt, und presse die Lippen fest zusammen. Mal lasse ich es ganz bewusst in den Mundraum eindringen, schmecke es und schlucke es auch herunter. Und nein: Ich fürchte oder ekle mich nicht davor, ein Schluck Wasser aus einem See zu entnehmen.

Mal weht ein unangenehmer, mooriger, fischiger Geruch über das Wasser, mal vom Uferkiosk Pommes-Duft herüber. Mal riecht es nach Regen, mal nimmt die Nase das Aroma des Meersalzes auf, mal stört der Geruch von Diesel des vorbeifahrenden Ausflugsbootes.

Mal knallt mir die Sonne auf den Rücken, dass ich mich in ein hautenges Rashguard-T-Shirt zwänge, um vor Sonnenbrand verschont zu werden. Mal prasselt der Regen nieder, was dem Spaß am Schwimmen (dann aber oft im Neoprenanzug) keinen Abbruch tut. Mal ist der Himmel grau und es bläst ein ruppiger Wind, mal liegt die Sommerluft bleischwer über dem Wasser…

Manchmal schwimme ich in Gesellschaft, was zugegebenermaßen gewisse Reize hat, aber meistens allein. Niemand, der mir irgendetwas erzählen will, niemand, auf den ich mich terminmäßig einstellen muss, keine festen Trainings- oder Wettkampftermine, die mich zu wasauchimmer zwingen. Kein Trainer, kein Partner, keine Mannschaft, keine Trainingspläne, keine Ziele, die ich verbissen zu erreichen versuche, keine Leistungskontrolle… es sei denn durch mich selbst. Das ist Freiheit, wie ich sie verstehe und wie ich sie liebe.
Ich bin kein Schwarmfisch – ich bin ein Wassermann (astrologisch und auch sonst irgendwie).

Was soll ich da noch groß erzählen?

Erzähle uns mehr darüber, wie du deine Zeit draußen verbringst.

Zum Thema Schwimmen könnte ich auf die Blog-Beiträge verweisen, die Kategorie Freiwasser vereint alle Erlebnisse beim Schwimmen in Seen und Weihern, im Fluss und im Meer. Es ist so viel mehr als Züge zählen, Strecke machen, Technik trainieren und den Körper vielleicht an die Belastungsgrenze zu bringen…
In die Kategorie Fremdgehen streue ich Beiträge, die zwar nichts mit Schwimmen zu tun haben, meiner Meinung nach aber trotzdem gut in mein Blog passen. Es geht es hin und wieder um Skifahren und gelegentliche Fahrten mit meinem uralten Mountainbike, überwiegend aber geht’s ums Gehen, also Wandern und spazieren gehen. Es geht um Ausflüge in die Natur, vor allem im Urlaub am Comer See, an der Versilia Italien, auf Madeira, in Griechenland oder schlicht bei uns im Moor.

Muss ich das alles noch mal erzählen?
Stammleser kennen die Beiträge und alle, die auf Entdeckungsreise gehen möchten, können den vielen verteilten Links folge. Wenn Sie Lust haben, dann stöbern Sie durch mein Blog, beim Klicken auf die Bilder kommen Sie direkt in die Beiträge, aus denen sie entnommen sind.

Für die einen sind es Nichtigkeiten, sie fragen sich (und mich), warum ich so einen Scheiß überhaupt schreibe, andere finden sich in vielen Episoden wieder, denn sie haben solche oder ähnliche Situationen selbst erlebt. Für die blogge ich. Und für mich. Nicht für die, die das Scheiße finden.

Wem es gefällt, der ist herzlich willkommen – wem nicht, der kann gerne weiterklicken. Mir wurscht.


Vielen Dank fürs Lesen.
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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

Ein Kommentar zu “Blogparade ‚Was ist deine beliebteste Outdoor-Sportart‘: Freiwasserschwimmen

  1. Sehr sehr schöne Fotos! Beim bitte Schwarmlos-Draußensein schwimmen wir auf einer Welle 🙂

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