Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…

Buxenparade (Teil 17): Schadensabwehrzauber

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Kommen Sie bloß nicht auf die Idee, ich wäre abergläubig.
Nein; auf gar keinen Fall. Schwarze Katzen, Schornsteinfeger, Leitern, Schweine oder vierblättriges Kleeblatt – alles Unfug.
Trotzdem. Ein wenig Schadensabwehrzauber kann nicht ganz verkehrt sein. Ein Talisman, ein kleiner Glücksbringer, irgendetwas halt, was einen möglichen Schaden von mir fernhält, findet gelegentlich Verwendung. Man weiß ja nie. Zauber zur Abwehr von Schäden hat eine uralte Tradition, und was sich über die Jahrtausende bewährt hat, muss ja nicht gleich jeder modernistischen Strömung zum Opfer fallen.
Zumindest denke ich mir, dass ein solcher Zauber, wenn er vielleicht auch nichts nutzt und irgendeinen Schaden fernhält, zumindest selbst keinen solchen verursacht. Also wird entgegen meinem Vorhaben, keine weiteren Schwimmtextilien zu kaufen, eine siebzehnte Badehose gekauft. Ich muss vollkommen irre geworden sein.
Aber ich schwöre: Es war ein Schnäppchen. Sonst hätte ich das nie gemacht. Einer der ortsansässigen Sportartikelläden hat sein Lager geräumt. Man bekommt im Lagerverkauf 50% auf alles. Echt. Auf alles – außer Tiernahrung… falls Sie sich daran erinnern.
Vor allem Stücke der Musterkollektion von Adidas gibt es zuhauf. Sie haben einen zusätzlichen Einnäher „Sample“ und sind alle Größe M. Und damit viel zu klein. Das spart schon mal erheblich. Aber bei Badehosen geht M, und so erwerbe ich eine weitere, blaue Jammer, eine mit den berühmten dunklen drei Streifen auf der Flanke.
Bei 50% werde ich einfach schwach.

Da ich selbst einsehe, dass der Besitz von 17 Badehosen vollkommen bescheuert ist, lege ich mir zwei verdammt gute Gründe zurecht, damit ich noch als einigermaßen normal angesehen werde. Und die Gründe, die ich vorzubringen gedenke sind diese:

1. Chiemsee-Langstreckenschwimmen

Gab es eine bessere Gelegenheit, als eine neue Buxe einzuweihen? Haben nicht alle dicken Pötte, allen voran die Titanic, bewiesen, dass die Jungfernfahrt nur mit Glücksbringer funktioniert, aber ohne es zu einem Desaster kommt? Oder gab es auf der Titanic eine blaue Jammer von Adidas? Wie das ausgegangen ist, wissen wir. Na sehen Sie…
Die Hose sollte mich vor dem Absaufen schützen und mir Glück bringen, selbst unter dem Neo. Und das hat auch funktioniert, wie Sie hier nachlesen können. Ich habe die Chiemsee-Querung trotz widriger Witterung überlebt, ich bin nicht mal in die Nähe eines Eisbergs gekommen. Als Neuerwerb war die Hose komplett unvoreingenommen, unbelastet und karmalos – und damit perfekt. Kein Scheitern, kein Abbruch, keine Negativerlebnisse, keine schlechte Aura im Beinkleid. Wer weiß, was alles hätte passieren können, hätte ich eine andere angezogen…

2. Die vermaledeite 13

Noch immer steht im Raum, dass ich 2017 drei Badehosen wegwerfen werde. Das hatte ich mir vorgenommen und dabei wird es bleiben. Und schon haben wir bei 16 Hosen ein Problem. Schmeiße ich drei weg, bleiben 13 übrig. Was zukünftiges Unglück natürlich heraufbeschwört. Man denke nur an Dornröschen, die kann das bestätigen. Bei 16 Hosen bleibt mir also nur, entweder nur zwei Hosen wegzuwerfen, um auf einen Restbestand von 14 zu erreichen oder vier Hosen, dann komme ich auf 12. Aber es war nun mal drei gesagt und dabei bleibt es. Alles andere wäre ein Verstoß gegen die eigenen Regeln. Und wo kommen wir denn dahin, wenn sogar die Schöpfer der Regeln sich einen Dreck darum kümmern? Bin ich eine Bananenrepublik?
Nein. Bin ich nicht.
Aber ein Cleverle.
Keine Regel besagt, dass ich nicht weitere Hosen kaufen darf. Mit 17 minus drei komm ich auf 14. Und bin fein raus aus der Unglückszone und habe auch hier Schaden abgewendet, noch bevor er entstehen kann. Jetzt kann ich bei Gelegenheit drei Hosen in die Tonne kloppen. Nur welche?
Schwierig, schwierig.


 

Alle Beiträge der Buxenparade:
Teil 01: Heute blau… morgen blau
Teil 02: Just looking good
Teil 03: Das schwarze Menetekel
Teil 04: Der Quotenbringer
Teil 05: Think global and pep your swim
Teil 06: Drei Streifen rot
Teil 07: Das letzte Mal in der Pussie-Bux
Teil 08: Jammern bis der Arzt kommt
Teil 09: Auch damit kann man schwimmen
Teil 10: Die Frustkauf-Beute
Teil 11: Das Schnäppchen in hawaiian ocean
Teil 12: Colour faking
Teil 13: Zähne zeigen
Teil 14: Die hat wohl jeder hier
Teil 15: Drei Streifen blau
Teil 16: Grinsend über beide Backen
Teil 17: Schadensabwehrzauber

Special: Ein Speedo-Gastbeitrag von meinem guten Freund Alex


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Autor: Lutz Prauser

Mal böse, mal artig, mal bösartig. Satirisch, unabhängig, kritisch, motzig, ironisch - ganz wie es die Situation erfordert. Beobachtend, lauernd, zubeißend. Der will eben nur spielen.

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