Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Challenge 2017 (Teil 11): Die Chiemseequerung – gekniffen wird nicht…

Gekniffen wird nicht – obwohl ich, bin ich ehrlich, mehrfach mit dem Gedanken gespielt habe. 4,5 Kilometer ohne Pause von der Fraueninsel zum Strandbad Übersee zu kraulen, ist für mich kein Pappenstiel. Warum war ich so bescheuert, mich bei Chiemsee-Langstrecken-Schwimmen 2017 anzumelden?
Die Distanz ist weit, zwar bin ich solche Strecken schon öfter geschwommen, aber es könnte windig und wellig sein. Viele Cracks machen mit, viele, die deutlich schneller sind. Zweieinviertel Stunden Zeit gibt man uns, danach pflückt die Wasserwacht alle auf der Strecke Gebliebenen aus dem Wasser – was mein persönliches Waterloo bedeuten würde. Fazit: Gekniffen wird nicht.

Andererseits: Von angemeldeten 250 und tatsächlich erschienenen 217 Schwimmerinnen und Schwimmern muss einer der Letzte sein – und auch der kann erhobenen Hauptes aus dem Wasser kommen. Heißt nicht, dabei sein wäre alles? Und hab ich nicht oft genug im realen und im digitalen Leben davon erzählt, da mitzuschwimmen? Welch ein Gesichtsverlust, zuzugeben, kurz vorher gekniffen zu haben. Das geht gar nicht.
Außerdem: Wie viele in meinem Alter (Ü50) schaffen es, mehr als zwei Kilometer am Stück im freien Wasser zu schwimmen, geschweige denn, dass sie bei solchen Aktionen überhaupt noch mitmachen, wenn sie nicht ausgesprochen geübte, langjährige Schwimmer mit Vereinsanbindung sind? Und das bin ich nun mal nicht.
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Challenge 2017 (Teil 10): Die Goldene Stunde – Ein Glücksmoment und ein Abschied

Bereits im vergangenen Jahr stand Schwimmen zur Goldenen Stunde auf meiner To-Do-Liste. Und schon da war klar, dass das unter sportlichen Aspekten eher eine Nullnummer wird. Die Herausforderung besteht nicht darin, eine bestimmte Strecke zu absolvieren, einen See kennenzulernen oder ein paar Kilometer abzureißen. Es geht einfach nur um das präzise Takten dieses einen Moments: Beim ersten oder letzten Sonnenlicht des Tages im Wasser zu sein. Ähnlich wie bei Vollmond-Schwimmen geht es nur darum, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein – und eben den richtigen Moment abzupassen. Dieses Jahr ist mir das nur halbwegs gelungen:

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Challenge 2017 (Teil 4e): 10 Bahnhöfe und ein Moor

Suchend schweifen meine Augen über die Landkarte. Sie verfolgen die Bahnstrecken meiner Region. Liegt ein See in der Nähe? Welcher? Kann man dort schwimmen? Und wie viele Bahnhöfe kann ich auf dem Weg dorthin abklappern?
Nein – ich möchte nicht mit der Südostbayernbahn, dem Meridian oder BoB zum Schwimmen fahren. Ich möchte nur das Angenehme mit dem anderen Angenehmen verbinden. Zwei Fliegen mit einer Klappe – zwei Aufgaben mit nur einer Aktion. Das bedarf einer Erklärung…
Zum einen ist mir bei meinen Freiwasser-Schwimmbemühungen daran gelegen, einen mir bisher unbekannten See zu durchpflügen. Mindestens vier sollen es in der Aufgabenliste 2017 (s.u.) sein. Zum anderen möchte ich möglichst viele Bahnhöfe und Zughaltepunkte der Region fotografieren und die Bilder der Website www.Deutschlands-Bahnhoefe.de zur Verfügung stellen. Die Betreiberinnen dieser Open-Data-Seite haben es sich zum Ziel gesetzt, von den dort aufgeführten 5.719 Bahnhöfen Deutschlands Bilder zu sammeln, zu veröffentlichen und kostenlos zur Verfügung zu stellen. Ein in gewisser Weise skurriles Projekt, ehrgeizig noch dazu – also genau nach meinem Geschmack. Und daher habe ich, kaum, dass ich Ende Mai darauf gestoßen bin, meine Mithilfe zugesagt und fotografiere seitdem Bahnhöfe rings um unser Dorf, beim Pendeln zur Arbeit und eben auch bei meiner Fahrt zu immer neuen Seen. Bereits der Besuch des Bibisees und der am Tegernsee waren ein Versuch, beide Aufgaben zu vereinen – und eben auch der Hofstätter See nördlich von Rosenheim.
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Challenge 2017 (Teil 6): Am Ammersee – ein „Himmelfahrtskommando“

Doch noch – ich hatte schon fast nicht mehr daran geglaubt. Bereits im vergangenen Jahr hatte ich mir vorgenommen, im Ammersee von A nach B zu schwimmen (wobei die Ortschaften A und B beliebig zu wählen waren), eine Aufgabe, die 2016 unerledigt blieb. Vielleicht lag es daran, dass ich mich auf Mitschwimmer verlassen hatte, die Interesse bekundet hatten, und insgeheim einzuplanen, dass damit die Logistik, zurück nach A zu kommen, geregelt hätte werden können.
Dem war nun nicht so, also musste ein Alternativplan her, der mich autark von anderen macht und dann eben die Ammersee-Schifffahrt mit einbindet. Der Plan war schnell gereift. Am Nordende in Stegen das Ausflugsboot zu besteigen, gleich darauf an dem nächsten Halt in Schondorf zu verlassen, den See von dort zu queren und dann am Ostufer von Buch am Ammersee zurück nach Stegen zu schwimmen. Ein Teilstück, das ich bereits 2015 geschwommen war.
Aufrufe in den Facebook-Gruppen Schwimmzone und Bist Du heute schon geschwommen sollten um Mitschwimmer werben, normalerweise bin ich eher der Einzelgänger, aber gerade solche Aktionen machen zu mehreren noch mehr Spaß.
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Challenge 2017 (Teil 9): Wenn es Nacht wird…

Der Reiz des Schwimmens bei Vollmond ist riesig. Und die Faszination auch, von der ich ja bereits schon einmal etwas geschrieben habe.
Mit Schwimmen hat das Ganze freilich weniger zu tun, aber es ist unglaublich faszinierend, unter dem silbrigen Schein des Mondes in das dunkle, fast schwarze Wasser zu steigen und eine vorher festgelegte Strecke zu schwimmen, sofern man seinen Weg überhaupt findet.
Zwar sind nüchtern betrachtet die Herausforderungen, nachts schwimmen zu gehen, nicht wesentlich anders als tagsüber, trotzdem ist es ein kolossaler Unterschied. Es geht, das liegt in der Natur der Sache, ums Sehen und Gesehen werden, bzw. Kaum-mehr-was-sehen und Gar-nicht-mehr-gesehen-werden. Selbst wenn der Mond vom Himmel leuchtet, ist es nachts im Wasser nicht nur schwer, sich zu orientieren, es ist auch enorm schwer, einen Mitschwimmer im Auge zu behalten.
Das Ufer verschwimmt zu Konturen, Start und Zielpunkte sind kaum mehr auszumachen, wenn sie nicht besonders markant sind. Die kleine Unterwasserkamera scheitert nahezu bei jedem Bild. Weiterlesen


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Challenge 2017 (Teil 8): Was Neues am Chiemsee – Der Kailbacher Winkel

Oft schon war ich zum Baden oder Schwimmen am Chiemsee. Es ist der See in Bayern, in dem ich mit Abstand am meisten geschwommen bin, die heimischen Weiher mal ausgenommen, aber das sind ja auch keine Seen. In den allermeisten Fällen ging es dabei von Felden bei Bernau los, also im südwestlichen Eck.
Zeit wurde es also, den See mal von seiner anderen Seite kennenzulernen. Aufgabe für 2017 also: Eine Strecke im Chiemsee dort zu schwimmen, wo ich noch nie war. Das ist keine allzu große Herausforderung, der See bietet genug Möglichkeiten, was mich schon jetzt dazu verführt, mir die gleiche Augabe auch 2018 zu stellen und so den zweitbesten See von allen immer wieder neu zu entdecken.

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Challenge 2017 (Teil 7): Langbürgner See – Bisher der Beste von allen!

„Entschuldigung. Sind Sie von hier, kennen Sie ich aus?“ Die Frau schaut etwas hilflos aus. Zwei Touristen im Status vollkommener Orientierungslosigkeit stehen am Ufer. Ein Ehepaar, Mitte 50 aus Ulm.
Die Angesprochene, eine ältere Frau, die mit ihrer Enkeltochter gerade zum Schwimmen gekommen ist, bejaht, nur um gleich darauf die nächste Frage der Urlauberin zu verneinen:
„Nein, das ist nicht der Eggstätter See. Das ist der Langbürgner See.“
Die Touristin, die sich das schon gedacht hat, bemerkt aber auch eine gewisse Ratlosigkeit bei der Einheimischen. Und schon bin ich unvermittelt in das Gespräch mit hineingezogen. Ich will gerade meine Seenquerung beginnen – einmal vom nördlichsten zum südlichsten Zipfel und zurück.
Der Eggstätter See, so erklärt die Frau, sei ihr von der Pensionswirtin in Bad Endorf empfohlen worden. Man sei dort auf Urlaub und wolle heute nicht unbedingt zum Chiem- oder Simssee.

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Challenge 2017 (Teil 4d): Tegernsee – schön ja, aber nicht der beste See von allen

Da liegt er also vor mir, jener legendäre Tegernsee, von dem Schwimmfreundin und Bloggerin Petra behauptet, er sei der schönste See überhaupt.
Aber Petra, Stammlesern meines Blogs bekannt, da ich öfter mal mit ihr schwimme (wovon in diesen Beiträgen zu lesen war) ist voreingenommen, und das weiß sie selbst. Schließlich ist sie am Tegernsee aufgewachsen, also waschechte Einheimische, native speaker noch dazu, darum sieht sie die Welt ein wenig durch die Brille der Oberländer. Das ist ihr gutes Recht.

Und so versucht sie, seit Jahr und Tag, mir den Tegernsee schmackhaft zu machen. Wenig Verständnis hat sie dafür, dafür, dass ich mich an die kleinen, bisweilen eher absurden Seen begebe, den Tegernsee aber links liegen lasse.
Heute jedoch hat sich das geändert.

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