Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Am Ei vorbei und dann zum Fluss

Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU – was sonst?), deren Fachkompetenz sich hauptsächlich darin begründet, ein paar Jahre bei der Erdinger Wasserwacht gewesen zu sein, hat wieder einen rausgehauen. Sie schwärmt seit Neuestem von einer Idee: Dem Nationalpark Isar-Auen. Nun ist die emsige, einstige Busreisen-Unternehmerin seit längerem bemüht, Bayern den nächsten Nationalpark zu bescheren, weil es ihr und unser aller Überlandesvater Horst so verordnet hat. Er will noch einen, also hat sie einen ranzuschaffen. So einfach läuft das hier.
Zwar eignen sich die Regionen um Rhön und Spessart bestens dafür, die störrischen Anwohner dort aber bringen nur wenig Begeisterung dafür auf. Vor allem die Waldbauern, Landwirte und die Jäger nicht, also strammes Wählerklientel der derzeitigen Landesregierung. Die will man nicht verschrecken, Horsts Thron wackelt, da will man nichts provozieren. Doch nicht so einfach, das Ganze.
Doch jetzt naht die Lösung aller Probleme: Warum nicht als Alternative links und rechts der Isar hinter München einen Miniaturnationalpark errichten? Die Landschaft ist malerisch, die Auen sind renaturiert, der Fluss unbefahren, kein Schiffsverkehr, der sich um mögliche Einschränkungen sorgen müsste. Nur ein paar Angler im Freisinger Land zeigen sich bisher bockig, weil sie vielleicht nicht mehr so oft und nicht mehr so viel fischen dürfen wie bisher – und vielleicht auch nicht mehr jeden Isarfisch. Sonst regen sich kaum irgendwelche Bedenkenträger im Lande.
Mutmaßlich wären die Isar-Auen der schmalste Nationalpark, den Deutschland zu bieten hat, nicht mal zwei Kilometer sind die Wälder breit, dahinter lagern sich landwirtschaftliche Nutzflächen, allerlei Ortschaften und der Flughafen im Erdinger Moos. Durchschnitten wird die Landschaft von Autobahnen und dem Zubringer zum Airport. Egal. Ein Nationalpark muss her. Ob der schmale Landstrich die richtigen Voraussetzungen für einen Nationalpark hat, der ja eigentlich ein ausgedehntes (!) Schutzgebiet ist, kann man diskutieren. Täte es ein Naturschutzgebiet nicht auch?
Wie dem auch sei… Weiterlesen

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Von Schmugglern keine Spur – ein Spaziergang zwischen Schleching und Kössen

Es muss schon ein bemerkenswert intensiver Warenaustausch zwischen Bayern und Tirol gewesen sein. Ob das heute auch so ist, weiß ich nicht – ich rede von damals. Mit Damals meine ich die „gute alte Zeit“ – also nicht die Zeit, als Winter noch richtige Winter waren und wir kilometerweit durch meterhohen Schnee… lassen wir das. Das glaubt ohnehin keiner.
Damals – damit meine ich die Zeit, als die Bayern und die Tiroler von gekrönten Häuptern regiert wurden, auf der einen Seite der König, auf der anderen Seite ein Kaiser. Und die hatten natürlich zur Aufbesserung ihrer Staatfinanzen großes Interesse an diesem Handel.
Mauthäusl hüben wie drüben – Zöllner, Hand auf, Geld raus. Und dann geht es weiter.
Dass weder die Bayern noch die Tiroler davon begeistert waren und Wege suchten, die Zollstationen zu umgehen, wundert nicht. Und so schlugen sie sich zum Beispiel zwischen Schleching und Kössen abseits der Handelswege in die Berge und schmuggelten, was das Zeug hält.

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Eine neue Serie und eine neue Kategorie: Lesetipps

Was macht ein Wasserfrosch, wenn er auf dem Trocknen sitzt?
Nein – nicht rumquaken. Ok, das macht er auch.

Er geht fremd, was – solange es dieses Blog betrifft – bedeutet: Spazieren oder Wandern gehen, vielleicht Skifahren… auf jeden Fall hält es ihn an der frischen Luft.
Gelegentlich aber liest er auch ein Buch. Dann nämlich, wenn das Wetter furchtbar ist, die Schwimmbäder zu voll sind, er im Flieger nichts anderes tun kann, das Fernsehprogramm unter aller Sau ist (wie meistens) oder wenn er bereits geschwommen ist und auf der Liege am Beckenrand oder am Strand Platz genommen hat…
Einige Bücher, die ich besonders lesenswert finde, die mich berührt und fasziniert haben, möchte ich in diesem Blog vorstellen. Sie müssen keine Angst haben, dass es ab sofort hier Rezensionen nur so hageln wird. Weiterlesen


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Daheim im Holz

Nein. Das Schnauppinger Holz muss man nicht kennen. Es ist ein kleines Waldstück zwischen Schnaupping (daher der Name), Pyramoos, Rain und Oberndorf – Orte, die allesamt so unbedeutend sind, dass sie nicht mal auf Landkarten zu finden sind, es sei denn im Maßstab 1:60.000 oder noch feiner. Es sind Nester im Oberbayerischen nördlich der B12 und westlich der B15. Oder, um es anders zu sagen: Mehr oder weniger in meiner direkten Nachbarschaft. Im Schnauppinger Holz
Das Waldstück ist so unspektakulär, dass nicht mal Google viel darüber findet, von ein paar Berichten über Hochsitz-Zerstörer und einem orientierungslosen Rentner, den das Navi mitten in das winterliche, völlig verschneite Schnauppinger Holz geführt hat, einmal abgesehen. Aber das ist auch schon sieben Jahre her.

Nachdem es in der Nacht von Freitag zum Samstag gestürmt und gewittert und den Samstag den halben Tag wie aus Eimern geschüttet hat, holt sich der Spätsommer den Sonntag. Es ist warm, sonnig und ein wenig dampfig. Genau richtig, um ins Holz statt ins Wasser, also spazieren statt schwimmen, zu gehen…
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Ziegen, die auf Menschen starren… Wanderung zu den Kylindri bei Karystos

Es muss schon ein wahrer Scheißjob gewesen sein… andererseits: Diejenigen, die ihn ausüben mussten, hatten gar keine andere Wahl. Vermutlich galt die Devise:
Mach es und verreck dran oder verreck gleich.
Steine klopfen ist auch heutzutage kein Spaß, aber in der antiken Welt muss es eine furchtbare Knochenarbeit gewesen sein, vermutlich bewältigt von Sklaven, Zwangsarbeitern oder Kriegsgefangenen, keine Ahnung, aber es wäre naheliegend.
Aber der Steinbruch auf dem Südhang des Berges Ochi auf der griechischen Insel Euböa war halt lukrativ. Marmor war ein begehrter Baustoff, nicht nur der schneeweiße, wie man ihn von Carrara her kennt, auch der zwiebelbemusterte aus Karystos.
Also beuteten die Römer ihn aus, wie alles, was damals zu ihrem Weltreich gehörte. Marmorsäulen wurden dort aus dem Fels gehauen, ins Tal transportiert, verschifft und von dort in andere Städte des Imperium romanums gebracht.

Irgendwann war das dann aber vorbei – Rom hatte im 2. Jahrhundert zunehmend andere Probleme als den Bau von Tempeln und Palästen. Weiterlesen


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Einfach mal den Mund halten, Halblinge!

„Irgendwie sieht es hier aus wie im Herrn der Ringe.
Wenigstens einen guten Filmgeschmack hat der Halbwüchsige hinter mir. Ansonsten kam noch nicht viel Intelligentes aus dem Mund der Pubertiers aus der Frankfurter Gegend. Dafür mehr komplett Überflüssiges über Kräuterbutter und Kräuterbutterbaguettes, was er seinem Kumpel erzählt
„Ja“, bestätigt der andere. „Wie auf dem Weg nach Bruchtal“.

Es folgt die unvermeidliche Diskussion zwischen den beiden, welcher Teil der Trilogie der Beste ist, und dass die Hobbit-Filme nicht annähernd an die Qualität heranreichen. Alles bekannt, alles tausendmal gehört. Nur noch nicht von jedem. Aber mal ehrlich: Sieht nicht jede halbwegs unberührte Landschaft ein klein wenig wie ein Set aus Herr der Ringe aus? Schroffe Berghänge, ein ungestümer Bach, der sich ein tiefes Tal in den Fels geschnitten und dabei die Steine abgeschliffen hat, knorrige, alte Bäume, meterhohe Farnfelder, schmale Trampelpfade… Weiterlesen


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Statt ins Wasser ab in die Botanik

Irgendwann kommt der Punkt, an dem ich einfach gar keine Lust mehr habe, schwimmen zu gehen. Schon allein der Gedanke daran lässt die Oberarme schmerzen. Es hilft nichts. Pause ist angesagt. Und einfach mal was anderes zu tun. Es ist ja nicht so, als gäbe es nichts, was mich nicht begeistern kann…
Grünzeug zum Beispiel.
Und Blühendes.
Blaublühender Enzian zum Beispiel.
Und schöne Gärten.

Also fahren meine Frau und ich am Pfingstsonntag ab in die Botanik. Oder um es genauer zu sagen: In den Botanischen Garten Nymphenburg in München.
Wir waren seit Jahren nicht mehr dort.
Es ist kühl und regnerisch, ich rechne nicht mit immensen Besuchermassen… was natürlich ein Irrtum an einem Feiertag ist. Die eine Hälfte der Münchner steht im Stau auf dem Brenner oder der Tauernautobahn. Die andere Hälfte dackelt durch den Tierpark, den Nymphenburger Schlosspark, den Englischen oder eben den Botanischen Garten. Dabei erzählt man sich Rabatten entlang schlendernd lautstark allerlei dummes Zeug über Pflanzen, Tiere oder ihre lästige Verwandtschaft. Weiterlesen


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Spazieren statt schwimmen gehen. Ein Besuch im Schwabener Moos

sempt06bDie Blogs anderer zu lesen heißt auch immer, Ideen aufzugreifen: Was oft bedeutet, dass ich mich gerne von anderen Bloggern auf Themen und Inhalte stoßen lasse, denen ich mich auch einmal annehmen könnte. Aber ich greife natürlich auch gerne Ideen auf, so zum Beispiel aus Ulrich Strelzings Blog Auf-denBerg.de. Der Iron Blogger schildert dort seine Anfang Januar absolvierte Winterwanderung zu den Semptquellen mit wunderschönen Bildern. Für den Markt Schwabener Strelzing (ja, ich schau auch gelegentlich in ein Impressum) ist das buchstäblich ein Homerun.
Sein Bericht war eine willkommene Inspiration, am vergangenen Wochenende einen Spaziergang zwischen Forstinning und Markt Schwaben zu machen. Denn das Schwabener Moos ist auch für uns gleich um’s Eck – und doch Terra incognita.
Aber das kann man ja ändern.
Gut, wenn man dann noch eine Kollegin hat, die ebenfalls aus der Region stammt und die man vorab noch befragen kann. Weiterlesen