Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Challenge 2016 / 7.Teil: Der Mond ist aufgegangen

r-vm-3Matthias Claudius Abendlied Der Mond ist aufgegangen kennt wohl jeder. Vielleicht sollte ich statt dessen mal mit Eichendorffs Mondnacht aufwarten. Das ist dann deutsche Romantik pur.
Die Nacht und der Mond sind unverrückbare Bestandteile dieser Epoche, die sich wie kaum eine andere in die deutsche Befindlichkeit tief eingegraben hat. Immer weiter zogen sich die Künstler dieser Zeit, die Maler, Dichter und Komponisten in ihre Traumwelt zurück. Die Nacht galt als geheimnisvoll, aber auch befreiend vom Drangsal des Alltags. Der kalte, silbrige Mondschein verlieh allem zusätzlich einen magischen Schimmer und gab ihnen das Gefühl der Unbestimmtheit und Ungewissheit und der Verlorenheit des Menschen in den Weiten der Natur.

Ist es daher verwunderlich, dass im Sommer überall Menschen in diesen mythisch und mystisch überhöhten Vollmondnächten in Seen und Weiher steigen? Denn auch das Wasser, das im bleichen Licht des Mondes oft tiefschwarz und seidig scheint, hat etwas Mythisches, Geheimnisvolles, Dunkles.
Nun muss man nicht unbedingt voller Novalis’scher Todessehnsucht durchdrungen, von der Romantik übermannt worden sein und einen elegischen Schwanengesang anstimmen, um in einer Vollmondnacht ins Wasser zu steigen, aus dem man nicht mehr wiederkehren wird.
Manchmal will man einfach nur schwimmen. Weiterlesen

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Challenge 25/2 (Chiemsee): Safety first

image Kopie16°C sind nicht unbedingt verlockende Temperaturen, wenn es um’s Schwimmen geht. Das gilt für die Wassertemperatur ebenso wie für die Lufttemperatur.
Aber ich habe mich anstacheln lassen von einem Facebook-Post, im Chiemsee schwimmen zu gehen. Da muss ich eben 16°C Lufttemperatur aushalten, das Wasser ist wohl geringfügig wärmer, genau weiß ich das nicht. Das Badethermometer jedenfalls lasse ich in der Schwimmtasche. Wieder einmal denke ich in der ersten Minute denke, dass ich vollkommen bescheuert bin. Und wieder ist genau dieser Gedanke wenige Minuten später in’s Gegenteil gekehrt: „Ich muss total bescheuert sein, dass ich überhaupt gezögert habe. Ich weiß doch, wie das endet. So ist es immer.“
Niemand ist so blöde, bei diesen Temperaturen schwimmen zu gehen, jedenfalls niemand am Strandbad in Felden am vergangenen Sonntag. Ein paar Spaziergänger sind dort, viele Klinikpatienten des Medical Parks und deren Angehörige… ach ja: Da wäre noch ein halbes Dutzend junger Männer, alle so Anfang zwanzig, die sich entkleiden, die Badehose überstreifen und vom Stegende ins Wasser springen. Schwimmen tun sie nicht. Jeder hüpft ein oder zweimal ins Wasser und das war es dann auch.
Einer von ihnen ist so freundlich, mein berühmtes Pellenproblem zu lösen, wünscht mir viel Spaß und merkt an, ich könne es doch auch ohne probieren… noch einer. Das hatten wir doch am Samstag erst.
Ich denke gar nicht daran, ohne Neopreanzug zu schwimmen, stakse über die mit Gänsekot übersähte Liegewiese und wate langsam ins Wasser. Ich muss total bescheuert sein…
ch25-2-1

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Vom Eise befreit…

osterspaziergang8bManchmal muss es eben Goethe sein… Heute zum Beispiel:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Osterspaziergänge sind eben etwas ganz Besonderes. Und kaum einer hat das besser beschrieben als Johann Wolfgang von Goethe im „Faust 1“.

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Einmal zum König und zurück

Es war ein fataler Irrtum.
Als König Ludwig II. sein Schloß auf Herrenchiemsee baute, um der profanen Welt zu entfliehen, dachte er, eine Insel sei ein sicherer Ort, unerreichbar für den schnöden Pöbel. Nun, Herrenchiemsee – gelegen inmitten des Chiemsees – ist mittlerweile ein beliebtes touristisches Ausflugsziel. Heerscharen von Urlaubern werden herangekarrt, oder sie karren sich selbst ans Bayerische Meer, werden mit Schiffen übergesetzt und trampeln im Schloß, im Park und im Garten des „Kini“ herum. Es ist ein Glück, dass der Monarch dies nicht mehr mit hat ansehen müssen. Die Herreninsel ist aber auch ein allzu schönes Ausflugsziel. Nicht nur für Urlauber. Auch für Schwimmer.
Deshalb fassen wir einen verwegenen Plan.
In diesem Jahr wollen wir von Felden aus zur Insel schwimmen, und den gleichen Weg auch wieder zurück. Ganz ungewöhnlich ist das nicht, zumindest eine Strecke habe ich bereits im vergangenen Jahr absolviert. Es war ein Anfang, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Dieses Mal möchte ich Hin- und Rückweg durch das Wasser nehmen. Und ich bin nicht allein. Freund Herbert schwimmt mit mir. Seit Wochen haben wir alles abgesprochen, seit Wochen treffen wir uns im Erdinger Schwimmbad oder Kronthaler Weiher und schrauben unsere Schwimmdistanz Schritt für Schritt weiter nach oben.
Sicher, zwischen den Ufern sind es nur 2,4 Kilometer Luftlinie, also etwa 4,8 Kilometer für beide Wegstücke. Aber wer schwimmt schon Luftlinie, wenn er einen weiten Bogen schlagen kann und noch dazu Segelbooten und dem Ausflugsdampfer ausweichen muss? Und überhaupt: Die lustigen kleinen Wellen und die Strömung treiben einen ganz schön hin und her. Da wird die Distanz automatisch etwas länger.chiemsee
Wie dem auch sei: Wir sind sicher, die Strecke bewältigen zu können, wenn das Wetter einigermaßen mitspielt. Andere schließlich schwimmen noch ganz andere Distanzen, da werden wir das doch locker hinbekommen. Drei Tage haben wir ins Auge gefasst, die ersten beiden fallen schon mal buchstäblich wegen Gewitter ins Wasser. Bleibt der Dritte, und für uns die letzte Gelegenheit in diesem eher bescheidenen Sommer. Also los!SONY DSC
Als sonntags morgens um sieben Uhr der Wecker klingelt, denke ich, was für eine bescheuerte Idee das eigentlich war. Ich würde mich gern noch mal umdrehen und ein Stündchen oder zwei weiterschlagfen. Aber alles ist durchgeplant, Schwimmstart um 10.15 Uhr, genau dann, wenn in Felden der Ausflugsdampfer abfährt. Dann haben wir genug Zeit, die Route zu durchqueren, bevor der Dampfer zurückkehrt. Das heißt: Früh aufstehen, denn der Chiemsee ist nun auch nicht gerade ums Eck. Noch mal umdrehen im warmen Bett ist also nicht. Und? Hab ich recht? Das ist doch eine bekloppte Idee!
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Testlauf Chiemsee

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Erst mal radeln…

Im Oktober 2012 war’s, als ich auf die lustige Idee kam, von Felden am Chiemsee hinüber zur Herreninsel und vielleicht den gleichen Weg wieder zurückzuschwimmen – meine persönliche Challenge.
Leider gab es noch keine Gelegenheit, aber am vergangenen Wochenende konnte ich einen ersten Testlauf starten. Nicht, dass ich ernsthaft vorhatte, diese Strecke mal eben „im Vorbeigehen“ zu schwimmen, dazu passten die Rahmenbedingungen nicht. Aber das Terrain sondieren, schon mal antesten – das wäre ja schon mal ein Anfang.
Es war ein wunderbarer Sonntag im Chiemgau, den ich damit begann, auf meinem alten Mountainbike die Gegend rund um Rottau und Grassau abzustrampen und die Kendelmühlfilze zu umrunden bzw. zu durchqueren – natürlich nur dort, wo Radfahren erlaubt ist. Es folgte ein fulminanter Grillnachmittag mit frischem Chiemseefisch und dann war mir danach, vor der Heimfahrt am Abend im Bayerischen Meer schwimmen zu gehen. Die Gelegenheit war einfach günstig und die Rahmenbedingungen optimal:
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Here is the challenge….

Männer brauchen Herausforderungen – ich denke, den Satz kennen Sie.
Ich brauche so etwas. Nicht, dass ich nicht eine hätte: Immer noch ist es mein primäres Ziel, mein Körpergewicht um 12kg zu reduzieren. Neun davon sind nach acht Monaten verbrannt. Das ist schon mal ganz beachtlich, entspricht das doch in etwa 36 (!!) Päckchen Süßrahmbutter. Stellen Sie sich bitte mal vor, Sie würden permanent 36 Päckchen Butter verteilt auf verschiedene Körperregionen mit sich herumschleppen. Oder neun Tetrapacks Vollmilch um den Gürtel geschnallt, oder 45 saftige Steaks. Die Aufzählung ließe sich beliebig verlängern, bitte tun Sie sich keinen Zwang an.
So gesehen bin ich auf einem guten Weg, auch wenn ich die Herausforderung noch nicht vollständig gemeistert habe. Die Zuversicht bleibt, auch wenn die Geschwindigkeit, mit der die Pfunde dahin schmelzen deutlich abgenommen hat. Es wird schwieriger und schwieriger, aber es ist nicht unmöglich. Ich weiß das, denn ich habe mir ein Gewicht als Ziel gesetzt, wie ich es schon mal hatte. Ok, das ist 18 Jahre her, das muss ich zugeben.
Beim Schwimmen im Weiher, ist schon eine Weile her, etwa zwischen Streckenkilometer 1 und 2, kommt mir eine Idee, die für mich eine weitere Herausforderung bereithält. Zug um Zug nimmt ein Plan Gestalt an, und ich muss sagen: Er gefällt mir.
Nein, Sie müssen gar nicht fragen. Ich werde nicht den Ärmelkanal durchschwimmen. Die knapp 33 Kilometer sind dann doch erheblich überdimensioniert. Man(n) sollte schließlich bei aller Kühnheit der Vorhaben Realist sein, und man(n) wird ja auch nicht jünger, nur weil man wieder Sport treibt. Dass die Antwort auf die Frage, ob etwas machbar ist oder nicht, erst dann gegeben werden kann, wenn man es probiert hat, trifft ja nicht in jedem Fall zu. Und damit ist die Idee eine Herausforderung. Wüsste ich im Vorfeld, dass das alles klappt, wäre es witzlos.

Also: Here is the challenge…

Bernau/Felden <-> Herreninsel. Machbar? 2013 weiß ich mehr. Bild: Google Maps

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