Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Lesetipp (Teil 1): „Wir Wochenendrebellen“ von Mirco von Juterczenka

Offen gestanden: Ich kann Jason verstehen. Als er das erste Mal mit seiner Familie ein Fußballstadion besucht und ein Bundesliga-Spiel anschaut, hat er noch keinen Lieblingsverein.
Wie auch?
Aber wie soll er jemals einen finden, denn wenn man sein Herz an einen Verein hängt, dann muss man vorher alle kennengelernt haben. So sieht Jason das. Dazu aber reicht es nicht, die Mannschaft in ihrem jeweiligen Heimstadion zu besuchen. Man muss sie auch auswärts erleben. Und das Spiel darf nicht mit einem Unentschieden enden. So sind die Regeln.

Regeln sind das, was Jasons Leben bestimmen – selbst gemachte Regeln, starre Prinzipien, die auf Gedeih und Verderb eingehalten werden müssen, für deren Einhaltung er seine Eltern verantwortlich macht, und sei es noch so schwierig bis unmöglich. Und trotzdem bricht es bisweilen aus ihm heraus: Der klassische Meltdown, die Kernschmelze, die vollkommene Überladung.

Denn Jason ist Asperger-Autist. Weiterlesen

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Ich bin fein raus

Stultus neque scribere neque natare scit.

So hätten weiland, glaubt man der FAZ, die alten Römer über einen ungebildeten Menschen gesprochen. Ist ihnen ein solcher unter die Augen gekommen, dann hätten sie – statt wie wir  heute wenig prosaisch sagen „der ist zu doof, ein Loch in den Schnee zu pinkeln“ – gestöhnt: Stultus neque scribere neque natare scit.
An dieser gepflegten Ausdrucksweise erkennt man eben den wahren Humanisten.
Eine Quelle für dieses Zitat findet sich freilich nicht, Fehlanzeige bei Horaz, Ovid, Sencea, Vergil oder Cicero, also wird flugs eine Redensart daraus gemacht – und diese der antiken römischen Bildungselite in den Mund geschoben.
Wer unter den Lesern dieses Blogs nicht das Privileg und das Vergnügen hatte, diese wunderbare, alte Sprache in der Schule lernen zu dürfen, sich also heute mit Küchen-, Jäger- und Anglerlatein begnügen muss, dem sei an dieser Stelle verraten, dass der Römer in etwa formulierte, dass töricht (im Sinne von „dumm, unfähig“) sei, wer weder des Schreibens noch des Schwimmens mächtig ist.mens-sana_bearbeitet-1
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Willy, Helmut und die Wellen

„Was leichtes, ich will mich schließlich erholen!“
Getreu dieser Devise packte meine Mutter vor jedem Urlaub Berge von Taschenbüchern in den Koffer. Viele waren  geliehen, einige vom Flohmarktgekauft, nicht wenige davon fuhren gar nicht erst wieder mit nach Hause. Sie verschlang die Schmöker der Reihe nach und entsorgte einen Teil davon direkt vor Ort. Sie wusste, dass diese  Bücher kein zweites Mal gelesen werden, also konnten sie auch gleich weg.
Da ich grundsätzlich viele Dinge anders als meine Eltern mache (schon aus Prinzip), nehme ich in die Ferien liebend gern schwere Lektüre mit. Zwar will ich mich auch erholen, aber ich freue mich darauf, endlich Bücher zu lesen, für die ich daheim nicht die Zeit, die Muße oder die Ruhe habe. Das sind dann Bücher, bei denen man den einen oder anderen Satz zweimal lesen muss, bei dem man dank WLAN und Wikipedia mal etwas nachschlagen will oder sollte, und bei dem man nach dreißig Seiten erst mal Denkpause braucht. Und wann schafft man das daheim schon? Nicht mal an einem regennassen Novembersonntag, denn da ist man ja zum Schwimmen im Hallenbad.
Für diesen Sommer habe ich mir die Geschichte der komplexen Beziehung Willy Brandts und Helmut Schmidts vorgenommen, aufgezeichnetvon Gunter Hofmann.

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Seite um Seite grabe ich mich in die Geschichte der Nachkriegs-SPD. Namen tauchen auf – viele sind für mich historisch, aber an manch einen Politiker erinnere ich mich. Von dem war in den Nachrichten oft die Rede: Ehmke, Eppler, Bahr und Wehner, aber auch Strauß, Kiesinger und Adenauer. Ereignisse tauchen aus der Vergangenheit auf: Mauerbau, Sturmflut, die erste große Koalition, Guillaume, Radikalenerlass, RAF.
Dazwischen laufen Henrich Böll und Günther Grass durch’s Bild, die in den 70ern der SPD bei den Wahlkämpfen tatkräftige Hilfestellung gegeben haben. Zwei Schriftsteller und ebenfalls Nobelpreisträger wie Brandt, die ich auch bevorzugt gelesen habe. Schwere Kost auch von ihnen – aber denkende Köpfe machen es einem eben nicht leicht. Weiterlesen


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Challenge 25/25 (Ammersee): Das Beste kommt zum Schluss

image KopieIst das so?
Kommt das Beste zum Schluss?

Den Ammersee habe ich mir zum Finale meiner Challenge 25 ausgesucht. Von ihm erhoffte ich mir einen schönen Schwimmtag.
25 Gewässer hatte ich im Winter zusammengestellt und seit Mitte Mai abgeklappert. Das war die Aufgabe, die ist jetzt erledigt. Was übrig bleibt, ist ein Ranking und die Frage, ob ich das 2016 wiederholen werde, und mit welchen neuen und welchen mir bereits bekannten Seen und Weihern.

Das Finale bedarf sorgfältiger Planung, denn der Ammersee ist zu groß, um einfach draufloszuschwimmen. Selbst die Seequerung will überlegt sein, denn man muss ja wieder zurück zu seinem Auto, das auf der anderen Seite steht.
Google Maps wird studiert, Tipps von anderen werden eingeholt, dann ist nach vielen Varianten klar: Dieses Mal schwimmen wir nicht hinüber und zurück. Denn für den Rückweg gibt es keinen Plan B, der sich so einfach realisieren könnte. Trotz Boje und guter Kondition wollen Chlorhuhn Petra, die auch über den Schwimm bloggt, und ich am nordöstlichen Ufer entlang schwimmen und uns die Querung für ein anderes Mal aufheben. Der See läuft weder weg noch aus. Und außerdem möchte Herbert, der mich bei einigen Schwimms begleitet sein, unbedingt mit dabei sein, aber der Gute schwächelt. Weiterlesen


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Alex ist schuld

Schuld allein ist Alex. Oder nein: Ein wenig auch Svenja. Denn irgendwer ist immer schuld. Da aber Alex heute Geburtstag hat, schiebe ich ihm die ganze Verantwortung zu und sage: Herzlichen Glückwunsch, altes Haus, Du bist schuld an all dem, was  hier passiert.

Von Anfang an:

Alex auf Hiddensee. Offizielles Pressebild des Autors und Bloggers.

Alex gehört seit über zehn Jahren zu meinen engsten und besten Freunden. Das liegt ganz gewiss nicht daran, dass wir beide schlesische Wurzeln haben und unsere Väter aus Breslau stammen und diese schon damals im Sandkasten… Nein. Es liegt auch nicht daran, dass wir beide das Gleiche studiert aber mit dem erlernten Wissen doch andere Berufe ergriffen haben. Es liegt vielleicht daran, dass wir die gleichen Filme mögen, ähnliche Musik hören, die gleichen Bücher lesen, die gleichen schlechten Witze, politischen Unkorrektheiten großartig finden und einen deckungsgleichen Humor haben. Es gibt viel zu reden mit Freund Alex. Eben auch über den Sport.

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