Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Challenge 2016 / 11. Teil: Gott liebt Bayern

Natürlich kann man auch einen Sommer verbringen, ohne im Langbürgner See zu schwimmen.
Die meisten Menschen machen das. Erstaunlicherweise auch die, die in der Region wohnen und sich kaum eine Gelegenheit entgehen lassen, sich zum Schwimmen in den Chiemsee zu stürzen. Dabei hat doch der liebe Gott diesen wunderbaren See mit seiner grenzenlosen Liebe zu Bayern, Hingabe zum Detail und allen Schwimmern als Geschenk eigenhändig gebastelt… oder durch die Eiszeit basteln lassen. Es stimmt einfach alles. Der See ist nicht zu groß, nicht zu klein, kaum jemand kommt hierher (schon gar keine Urlauberhorden), das Wasser ist angenehm warm, seidenweich und relativ klar…
Da kann mich auch das vormittäglich bedeckte Wetter und der letzte Regenguss nicht abhalten. Mit einem entschlossenen „Nein!“ streiche ich den Plan, ins Freibad zu fahren. Heute will ich endlich wieder in den Tritt kommen, ich will an einen See und ich möchte meine Challenge weitermachen.
Zur Sicherheit packe ich meine Neoprenanzüge ein, aber mit jedem Kilometer, den ich mich den Chiemgau nähere, reißt der Himmel weiter auf. Was bleibt ist stahlblauer Himmel und viele weiße Schäfchenwolken – Himmel der Bayern eben, als habe der liebe Gott Petrus beauftragt, mir persönlich einen Gefallen zu tun.lb-08-01
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Challenge 2016 / 10. Teil: Hartsee Happiness

Und da ist er wieder, der Sommer 2016, der sich bisher nicht gerade von seiner verführerischen Seite gezeigt hat. Heute aber herrscht bestes Wetter – Grund, den Hartsee anzufahren. Auch ihn habe ich 2015 schon mal besucht, war sehr angetan und wollte mir darum auch dieses Jahr diesen Toteissee vornehmen.
Diese Ausflüge in den Chiemgau gehören unbedingt zu den Kleinen Fluchten, den Eintagsurlauben, über die ich hier ja schon gebloggt habe.
Während sich – weil Samstag und Ferienbeginn hier und Ferienende dort ist – auf der Autobahn Stoßstange an Stoßstange reiht, fahren meine Frau und ich „hintenrum“ über die Dörfer zur Eggstätter Seenplatte. Sollen die Urlauber Stau spielen – ich weiß was Besseres.
Natürlich trifft man an einem Wochenende mitten im Sommer auch am Hartsee auf reichlich Badegäste, nicht nur Einheimische, auch viele Urlauber. Der See hat eben was: Er ist nicht so groß wie Chiem- und Simssee, deutlich flacher und daher wärmer, das Wasser ist ein wenig moorig und daher enorm weich. Es gibt keinerlei Bootsverkehr und eine charmante Freizeitanlage mit Biergarten. Kein Wunder, dass der See so beliebt ist.

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Challenge 2016 / 8.Teil: Nachschlagsschwimmen am Simssee

Ein Gewitter – so hatte es der Veranstalter den Teilnehmern gemeldet – hatte beim Austrian Open Water Cup in der Nacht eine Boje versetzt. Und so war die auf 2.000m abgemessene Strecke schlagartig 130 Meter kürzer. Ich hatte es erwähnt.

Das ist der eine Grund, noch mal zum Simssee zu fahren. Die 130 Meter wollen natürlich nachgeholt werden – alles andere würde gegen die Ehre gehen. Außerdem geht es ja ums Prinzip – und die gute Ordnung.

Der andere Grund ist, dass ich schon im vergangenen Jahr gedacht habe, ich würde in dem See gern noch mal schwimmen gehen – ohne Wettkampf, ohne Zeitnahme, ohne Transponder. Einfach nur so. Der See und ich.
Also fahren Herbert und ich hin. Ich hole mir meinen Nachschlag und lege noch mal einige Meter drauf.

Dieses Mal aber starten wir im Süden des Sees am Strandbad von Pietzing.
Bleiern liegt der See vor uns, Gewitterstimmung hängt in der Luft. Es ist schwül, über den nahen Alpen türmen sich die Wolken. Kaum ein Lufthauch ist zu spüren.
Einige wenige Badegäste – vornehmlich Urlauber – bevölkern die Liegewiese. Pietzing liegt halt etwas ab vom Schuss. Und das macht es perfekt.
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Challenge 2016 / 5.Teil: Reif für die Inseln

Frauenwöhrth im Chiemsee gehört mit Sicherheit zu den absoluten touristischen Highlights der Region. Kaum ein Urlauber lässt die Fraueninsel aus, wenn er am Bayerischen Meer Ferien macht. Viele Male war ich schon auf der Insel, sie gehört zu den klassischen Ausflugszielen, wenn man nicht allzuweit entfernt wohnt, da kommen auch die Naherholer und Wochenendausflügler gerne vorbei. Geschwommen aber bin ich dort noch nicht. Und darum steht eine Inelumrundung auf der Liste der Challenge 2016.frauenumrundung
Wie immer bei solchen Unterfangen, bei denen ich nicht einfach am Ufer losschwimme, schaue ich mir im Vorfeld das Gewässer auf Google Maps an, überlege und zeichne eine grobe Linie und messe Entfernungen.
Der Plan, der dabei herauskommt:
Von Gstadt will ich mit dem Boot zur Insel übersetzen. Vom Nordsteg plane ich über die Insel zu Fuß zum Südufer zu laufen und vorn dort zur Krautinsel zu schwimmen. Die kleine, unbewohnte Insel ist etwa 500m entfernt. Die Krautinsel wird umrundet, dann geht es zur Fraueninsel, die ich gegen den Uhrzeigersinn umschwimmen möchte, bis ich am Ausgangspunkt wieder angekommen sind. Das Ganze sind Pi mal Daumen 3,6 Kilometer. Das ist beruhigenderweise nicht allzu viel. Machbar. Aufpassen müssen wir vor allem am Nordsteg, wo die Boote aus Gstadt anlegen und zwischen den Inseln, dort kreuzen wir die Route der Ausflugsschiffe. Und dann ist da noch der Hauptanlegesteg, auf dem es zugeht, wie auf dem Stachus…
Wieder habe ich mich mit einem, dieses Mal mir unbekannten Schwimmer aus der Facebookgruppe Bist Du heute schon geschwommen verabredet.
Solche Aktionen machen einfach zu mehreren mehr Spaß, letztlich sichert man sich auch gegenseitig ein wenig ab auf der Strecke.
Heute schwimme ich mit Maximilian, mit dem ich mich späten Mittag am Anleger in Gsadt verabredet habe. Weiterlesen


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Challenge 2016 / 4. Teil: Klosterseeliches bei Seeon

seeon-b01Es ist nicht so, dass ich die Tagungs- und Begegnungsstätte im ehemaligen Kloster in Seeon nicht kenne. Das barocke Gemäuer ist ein beliebtes Ausflugsziel für Urlauber, die im Chiemgau Ferien machen und auch für Menschen aus dem Ballungsraum München. Mehfach waren wir dort. Immer zu Lande.
Jahre ist es her, dass wir, nach dem obligatorischen Spaziergang zum Auto zurückkamen und ein wildfremder, älterer Mann – offensichtlich ein Urlauber – auf den Knien hinter unserem Auto herumrutschte. Das kam mir befremdlich vor, ich wollte wissen, was er da täte und fragte, ob er was verloren hätte. Schließlich kroch er auf der Erde herum. Da kann man schon mal fragen.
„Nein“, antwortete er. „Ich wollte nur mal sehen, woher der Wagen kommt. Ich kenn das Kennzeichen nicht. Und ich kann das nur lesen, wenn ich nah herangehe. “ Das ED auf dem Nummernschild war ihm fremd und Schrift auf der Zulassungsplakette zu klein.
„Ah Erding. Kennt man ja. Weißbier. Brauerei…“ erhob er sich und offenbarte anhand seines Dialekts, dass die Westfalen Ausgang hatten und zur Sommerfrische nach Bayern gefahre waren.
Ich verkniff mir, dassich natürlich nicht nur wusste, für welchen Kreis das SO-Kennzeichen steht sondern dass ich tatsächlich schon mal dort gewesen war. „Soester Kirmes – kennt man ja.“ Das hätte ihn vermutlich etwas aus der Fassung gebracht.
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Blogparade ‚Urlaubsziele 2016‘: Kleine Fluchten

chiem03Warum nicht einfach mal Aristoteles betätigen? Der alte Knochen hat schließlich über 2.000 Jährchen auf dem Buckel und kennt sich aus: „Das, was aus Bestandteilen so zusammengesetzt ist, dass es ein einheitliches Ganzes bildet – nicht nach Art eines Haufens, sondern wie eine Silbe –, das ist offenbar mehr als bloß die Summe seiner Bestandteile. Eine Silbe ist nicht die Summe ihrer Laute: ba ist nicht dasselbe wie b plus a, und Fleisch ist nicht dasselbe wie Feuer plus Erde.“ So steht es in seiner Metaphysik – natürlich nicht in deutsch, aber hier mit altgriechischen Texten aufzuwarten ist Posing pur. Braucht auch keiner…
Verkürzt heißt es: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ und diese These sollte vielleicht nicht immer nur naturwissenschaftlich betrachtet werden – vielleicht auch mal philosophisch. Was heißt: Die Summe aller Urlaubstage ist mehr als ein ganzer Urlaub. Das gilt umso mehr, wenn man zwar seinen Urlaub im Ausland plant, aber im Sommer noch freie Tage nimmt, weil man Kleine Fluchten in großer Zahl auf dem Programm hat…
Urlaub ist eben mehr als ein- oder zweimal irgendwohin zu verreisen – rein aristotelisch gesehen. Weiterlesen


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2016 – was wird:

2015 – das Jahr im Zahlenrückblick findet Ihr hier.

Es wird nu allerhöchste Zeit, die Schwimmpläne für 2016 zu veröffentlichen. 25 Seen wie im vergangenen Jahr in und um München sollen es nicht wieder sein. Das hatten wir schon. Die Idee, die vor einem Jahr dahinter steckte, war, mich zu nötigen, of und regelmäßig draußen schwimmen zu gehen. Die Idee war gut, hätte es aber nicht zwingend gebraucht. Ich wäre auch so oft genug draußen gewesen. So aber habe ich viele Seen kennengelernt, wunderschöne wie auch langweilige. 2016 muss ich kein Druckmittel mehr zum Freiwasserschwimmen haben. Ich denke, das wird von allein gehen…

Was also tun? Neben den regelmäßigen Hallen- und Freibadbesuchen und dem Schwimmen in den Weihern in der Nachbarschaft habe ich mir für den Frühling, Sommer und Herbst ein paar hoffentlich schöne Dinge ausgedacht, mit denen ich das ganz „normale Schwimmen“ ein wenig interessanter machen möchte – alles Schwimms, auf die ich schon jetzt richtig Lust habe: Weiterlesen


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Challenge 25/15 (Hartsee): Boaah wat is dat härrlich!

image KopieMargarethe Pallaschke (nennen wir sie mal so) kommt aus dem  Hartsee. Die rüstige Mitsiebzigerin schlingt ihr Handtuch um sich. Ihr Mann Manfred schaut kurz von der Chiemgauzeitung, die er sich am Kiosk gekauft hat, hoch.
„Ich geh getz ma n bissken inne Sonne und wärm mich wacker auf“, lässt sie ihn wissen. Der Mann brummt nur – als Zeichen der Zustimung, und das er verstanden hat, was seine Margarethe im gesagt hat. Mehr Worte bedarf es nicht.
„Willse nich auch ma n bissken schwimmen? Tut Dir doch gut, hat doch der Dokta gesacht…“
Manfred brummt nur.
An ihrem Redeschwall und seiner Einsilbigkeit erkenne ich die Westfalen – und natürlich an dem unverwechselbaren Dialekt. Ich weiß sofort, wo die beiden herkommen, schließlich bin ich auch da wech.
Zahlreiche Fahrzeuge auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz in Eggstätt tragen NRW-Kennzeichen, das ist mir schon bei der Ankunft aufgefallen, sogar ein Hagener steht dort. Also muss man die Westfalen ja auch irgendwo finden. Und so ist es dann auch.
„Dat is so schön hier, und alles so grün, woll Manfred?“ begeistert sich Frau Pallaschke. „Is doch dat Beste, wasse machen kanns. Schwimmen inne freien Natur. Härrlich!“
Du meine Güte, kommt die Frau, die in nächster Nähe zu uns auf der Liegewiese mit ihrem Mann spricht, ins Schwärmen.
Zwischen Minigolf (Büdchen geschlossen, bitte am Kiosk melden), Beachvolleyball (viel zu heiß), Liegewiese (papierchenfrei), Spielplätzen (unfallsicher), Betontischtennisplatten (unvermeidbar), Kiosk (Schöller statt Langnese) und Restaurant (heute Ruhetag!) beweist das Freizeitgelände am Hartsee wieder einmal, wie man es der deutschen Seele Recht macht: Der Kies ist geharkt, der Rasen neu ausgesät, die Blumengäste sind bepflanzt, die Gartensprenger laufen, der Müll ist verräumt, die bayerische Mundart wird gepflegt. So liebt es schließlich der Urlauber von der Ruhr oder der Elbe, wenn er seine Ferien in Bayern verbringt. Irgendwie ist das ja noch Deutschland, aber irgendwie auch so schön exotisch. Und so lieben es auch die Pallaschkes.hartsee1
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