Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Hach, wo wären wir nur ohne Facebook

Nach vollbrachter Tat habe ich es mir angewöhnt, in den beiden Facebookgruppen Bist Du heute schon geschwommen und SchwimmZone… warst du noch zu strunzen. Will sagen: Anzugeben.
Wozu, wenn nicht dazu ist diese soziale Netzwerkplattform schließlich da, sieht man mal vom Cat-Content-Bombardement, Kalenderweisheiten, missionarischem Getue („Bloß nicht böllern“, „Immer schön vegan bleiben“…) und Hassreden ab.
Ach ja: Man kann auch Bilder hochladen, wobei man immer darauf achten muss, dass möglichst viele Follower im Moment des Betrachtens der Bilder mindestens eine Spur von Neid empfinden: Mein Auto, mein Urlaub, mein Haus, mein Abendessen, mein Stadionbesuch, meine neue Frisur, mein leeres Schwimmbad, mein schönes Wetter…
Sie kennen das. Darum vertiefe ich das nicht weiter.
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Rentnerparanoia? Ich doch nicht!

Wie machen die das?

Ich frage mich ernsthaft, wie die Rentner, die sonst so bedachtsam und fast schon tüdelig einen Fuß vor den anderen setzen, das schaffen…
Nicht, dass ich etwas gegen ihre entschleunigte Lebensweise hätte. Ich warte geduldig an der Bedientheke im Supermarkt oder beim Bäcker, bis die älteren Herrschaften alles beisammen haben, ihr Pläuschchen gehalten haben, das Kleingeld aus dem Potemonaie popeln und von dannen zuckeln. In meinem anderen Blog konnten Sie davon in dem Beitrag Nett mit Mett lesen. Aber über das Folgende wundere ich mich und frage mich: Wie machen die das?

Als ich an einem Mittwoch kaum sieben Minuten nach Kassenöffnung (8 Uhr) in Erding im Schwimmbad stehe, bin ich allein.
„Schön“, so denke ich. „So muss das sein. Das wird bestimmt ein netter Schwimmvormittag.“ Es ist das erste Mal, dass ich den Luxus genieße, an einem Mittwoch morgens schwimmen zu gehen. Gearbeitet wird später…
Gähnende Leere im Umkleidebereich, Spind 157 ist natürlich frei, wie auch alle anderen, kein Mensch unter der Dusche – aber in der Halle trifft mich der Schlag. Ein knappes Dutzend Rentner ist bereits im Wasser und schwimmt seine Bahnen. Ungläubiges Staunen:
Wie machen die das?
Übernachten die in Schlafsäcken vor der Kasse, damit sie morgens gleich hineinhuschen können?
Facebookfreunde, die ich mit der Frage konfrontiere, berichten von gleichen Erfahrungen. „Ungeduschte Anreise im Bademantel“ und „Senile Bettflucht“ werden mir als Erklärung angeboten. Ich grüble immer noch. Wie schaffen die es, sich in wenigen Minuten aus ihrer Garderobe zu schälen und ins Wasser zu gelangen?
Haben Sie mal hinter einem Rentner in der Anprobe eines Textilgeschäfts gewartet? Dann wissen Sie, was ich meine…
Der Vorsprung kommt wohl wirklich nur zustande, weil die Leutchen bereits in Badeklamotten unter ihrer regulären Garderobe zum Schwimmbad fahren und ungeduscht ins Wasser steigen (Wääähh!). Schwimmbad fahren. Weiterlesen


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Vielleicht bin ich nicht mal gut… aber ein Mensch (Blogger für Flüchtlinge #1)

Instagram-bloggerfuerfluchtlinge-300x300Nein… das hier ist kein politisches Blog. Auch keines, das sich um gesellschaftskritische oder -relevante Themen kümmert.
Hier geht es nur um den Spaß am Sport, am Schwimmen. Um meinen Spaß. Aber das Leben besteht eben nicht nur aus Schwimmen – und auch nicht nur aus Spaß.
Lange habe ich gezögert, bei der Aktion Blogger für Flüchtlinge mitzumachen
Was soll ich hier den Lesern, die sich möglicherweise für Geschichten und Geschichtchen rings um’s Schwimmen in Frei- und Hallenbädern, Seen, Weihern und im Meer interessieren, groß über Flüchtlinge erzählen? Das Thema ist komplex, zu komplex. Selbst Teilaspekte werden dem nicht gerecht.
Was ich angesichts der Bilder in den Medien empfinde, angesichts der Hassposts, die ich auf Facebook lese und regelmäßig melde, empfinde, ist kaum mehr ausdrückbar, ohne selbst zum Hassprediger zu werden.
Hin und wieder habe ich klare, bisweilen zornige Worte in dem Blog Czyslansky gefunden: Sei es in einem offenen Brief an den polnischstämmigen Josef Bryla, der – obwohl selbst Wirtschaftsmigrant – Flüchtlinge als solche diffamiert, sei es, wenn Facebook wieder einmal nicht einsieht, dass bestimmte Beiträge die Gemeinschaftsstandards der wirklichen Welt verletzen, aber die der Plattform nicht… oder eben, wenn mittlerweile eine Welle der Entlassungen nach Hassposts durch die deutsche Wirtschaft rollt.
Das sollte klar machen, was ich zu dem Thema denke und einen hoffentlich kleinen Beitrag zur Stimmungmache für #RefugeesWelcome leisten.

Und jetzt doch noch was im Schwimmblog?
Was schreiben?
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Männer sind so – Teil 3

Entweder sind Männer gesund oder sie sterben. Ein „dazwischen“ gibt es nicht.
Also:
Die Symptome lauten Schnupfen, Husten, Fieber.
Sie wissen, was das bedeutet. Ich werde sterben. Das ist zwangsläufig so. Da helfen auch keine Pillen weiter.
medi1Wie zum Hohn dreht Petrus an der Wetterschraube: Bestes Schwimmwetter in Weiher und Seen. Und ich liege im Bett, leide still, während das Ende naht. Das kommt also davon, wenn man bei Sch…wetter in die Seen steigt. Ich muss mir jetzt überlegen, welchem See ich jetzt die Schuld geben werde. Mit einem Aufbäumen letzter Kraft treffe ich die notwendigen Maßnahmen:
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Kraftvoll gegen Fett: Ab in die Fastenzeit

fasching1Hat ja nicht lange gedauert mit den guten Vorsätzen von Silvester, es dieses Jahr kraft- und schwungvoll angehen zu lassen. Schwimmen, was das Zeug hält. So sollte es sein. Sollte… dabei fing das Jahr doch ganz gut an: Nahezu im Zweitage-Takt habe ich es geschafft, ins Schwimmbad zu gehen, mal waren es drei Kilometer, mal vier… oft irgendetwas dazwischen. Mit den Vorsätzen, etwas für sich zu tun, war ich nicht allein. Es war selten so voll wie in den ersten Januarwochen, und das ganz unabhängig von den auslaufenden Weihnachtsferien. Aber mittlerweile haben sich die Reihen wieder gelichtet, die Vorsätze sind gewichen und damit auch die qualvolle Überbevölkerung auf der Schwimmerbahn. Leider sind meine Vorsätze auch etwas – nun sagen wir mal – ausgedünnt. Weiterlesen


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Adria – die erste

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Ich gebe es zu… Ich weiß, was eine Pina colada ist. Aber was eine Pinna nobilis ist, wusste ich bis vor 14 Tagen nicht.
Jetzt aber weiß ich es: Die Edle Steckmuschel (Pinna nobilis) ist die größte im Mittelmeer vorkommende Muschelart. So habe ich es bei Wikipedia nachgelesen. Denn ich habe sie gesehen: Im Meerwasseraquarium von Pula, im Aquarium des meeresbiologischen Instituts in Rovinj (wo das hier gezeigte Bild entstand) und – daher komme ich überhaupt erst darauf – im Mittelmeer. Direkt unter mir.
Nicht nur eine, Dutzende.

Das Faszinierende am Schwimmen im Meer ist die Sicht nach unten. Da kann kein See oder Weiher mithalten; weder, was die Trübheit des Wassers betrifft, noch Fauna und Flora. Davon konnte ich mich endlich mal wieder überzeugen. Vierzehn Tage Urlaub am Mittelmeer zu verbringen bedeutet schließlich auch, fast täglich im Wasser zu sein und zu schwimmen. Eine geschützte Bucht bei Medulin an der kroatischen Adria, in die man erst mal hundert Meter hinein waten muss, um überhaupt Schwimmtiefe zu errreichen, wurde für knapp zwei Wochen mein Revier. Und um wenigstens einen Hauch dessen, was dort alles passiert ist, in Erinnerung behalten zu können, habe ich schön brav täglich meinen virtuellen Trainingskameraden auf Facebook in der Gruppe Bist Du heute schon geschwommen mitgeteilt, ob und wenn ja, wie viel. Nach und nach werde ich das hier im Blog zusammenstellen, denn ich möchte das eine oder andere gern in Erinnerung halten, und dazu ist dieses Blog schließlich gedacht. Und vom ersten Tag an begeistert mich dort eben die Pinna nobilis. Warum weiß ich auch nicht so genau. Aber sie begeistert mich so sehr, dass ich irgendwann im Urlaub bei Facebook notiere: Weiterlesen


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Das erste Mal im Gummi

…ist natürlich ungewohnt. Auch wenn es sich streng genommen nicht um Gummi, sondern um Neopren handelt.
Es ist Sonntag, es hat gerade geregnet, am Weiher ist es relativ leer.
Lediglich einige wenige Erwachsene sitze am Kiosk. Drei Kinder paddeln in einem Schlauchboot über das Wasser.
Ich ziehe mich, etwas unsicher, am hintersten Eck der Liegewiese um, verstaue meine Sachen und steige ins Wasser.
Sehr merkwürdig. Aber – man gewöhnt sich an alles. Auch an einen „Gummi“überzieher.
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