Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


Hinterlasse einen Kommentar

Challenge 2016 / 13. Teil: Schwimmen um des Schwimmens willen

Zackig – schneidig – präzise – hoppla hopp.
Das kommt der bayerischen Gemütlichkeit nicht zupass „Nur ned hudeln“, grantelt der Österreicher, doch der Bayer steht ihm in nichts nach, wenn die Preißn mal wieder Stress und Hektik verbreiten. Und darum werde ich wohl letztlich nie 100% hier ankommen, so schön das Leben zwischen München und Chiemgau auch ist.
Aber es gibt Tage, da will man einfach mal weiterkommen. Weiterkommen mit der Challenge und weiterkommen mit der eigenen Statistik.
Da das Wetter ein Einsehen mit mir hat und sich als „heiter bis freundlich“ präsentiert, nehme ich mir heute vor, von Felden zur Herreninsel und zurück zu schwimmen. Das ist der „Schwimm zum König“, den ich bereits vor zwei Jahren absolviert habe. Damals mit Herbert und damals mit Begleitboot. Heute mach ich das allein – nur die Boje und ich.bkini-16-02 Weiterlesen

Advertisements


Hinterlasse einen Kommentar

Challenge 2016 / 7.Teil: Der Mond ist aufgegangen

r-vm-3Matthias Claudius Abendlied Der Mond ist aufgegangen kennt wohl jeder. Vielleicht sollte ich statt dessen mal mit Eichendorffs Mondnacht aufwarten. Das ist dann deutsche Romantik pur.
Die Nacht und der Mond sind unverrückbare Bestandteile dieser Epoche, die sich wie kaum eine andere in die deutsche Befindlichkeit tief eingegraben hat. Immer weiter zogen sich die Künstler dieser Zeit, die Maler, Dichter und Komponisten in ihre Traumwelt zurück. Die Nacht galt als geheimnisvoll, aber auch befreiend vom Drangsal des Alltags. Der kalte, silbrige Mondschein verlieh allem zusätzlich einen magischen Schimmer und gab ihnen das Gefühl der Unbestimmtheit und Ungewissheit und der Verlorenheit des Menschen in den Weiten der Natur.

Ist es daher verwunderlich, dass im Sommer überall Menschen in diesen mythisch und mystisch überhöhten Vollmondnächten in Seen und Weiher steigen? Denn auch das Wasser, das im bleichen Licht des Mondes oft tiefschwarz und seidig scheint, hat etwas Mythisches, Geheimnisvolles, Dunkles.
Nun muss man nicht unbedingt voller Novalis’scher Todessehnsucht durchdrungen, von der Romantik übermannt worden sein und einen elegischen Schwanengesang anstimmen, um in einer Vollmondnacht ins Wasser zu steigen, aus dem man nicht mehr wiederkehren wird.
Manchmal will man einfach nur schwimmen. Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Über mir die Drama-Queen

Einer geht noch, einer geht noch rein.

Und der Eine ist Chilene, wohnt in Rosenheim und setzt tatsächlich seinen Fuß in den Chiemsee. Sonst geht niemand an diesem kühlen Septembertag im Chiemsee schwimmen. Die Badestrandsaison ist beendet. Das Schwimm-Plateau ist abgeräumt und liegt auf dem Trockenen auf der Wiese, auf der sonst die ferialen Sommerfrischler sich von ihren Radios bedudeln lassen und die Bild lesen.
Auch der große Plastikeisberg ist weg, die Rutschen sind gesperrt. Schluss mit Badespaß.
Das gilt aber nicht für den Chilenen, der eine Runde schwimmt, aus dem Wasser kommt und sich abtrocknet um es sich hernach auf dem Plateau in der Sonne gemütlich zu machen,
Auf der anderen Ecke des Plateaus deponiere ich meine Tasche und packe mein Schwimmzeug aus. Wir kommen kurz ins Plaudern. Er komme aus Südchile, aus Patagonien, erzählt er. Da sei er es gewohnt, im Kalten zu schwimmen,  während ich mich zu einer Schwimmrunde im Bayerischen Meer rüste.
Verführerisch schaut das Wasser aus. Es war klug, meine Schwimmtasche ins Auto zu werfen und mich zunächst in Felden absetzen zu lassen, bevor er anschließend zum Familienbesuch mit inkludierter Geburtstagsfeier geht – alles richtig gemacht.drama01Wer kann da schon widerstehen? Also ich zumindest nicht. Und mit einem Neoprenanzug ist noch lange nicht Schluss mit Draußen Schwimmen, selbst wenn die Freibäder mittlerweile geschlossen haben. Das erwähnte ich ja bereits im vorangegeangenen Blogpost.
Also geht noch einer – wieder einer. Ins Wasser. Ich. Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Challenge 25/2 (Chiemsee): Safety first

image Kopie16°C sind nicht unbedingt verlockende Temperaturen, wenn es um’s Schwimmen geht. Das gilt für die Wassertemperatur ebenso wie für die Lufttemperatur.
Aber ich habe mich anstacheln lassen von einem Facebook-Post, im Chiemsee schwimmen zu gehen. Da muss ich eben 16°C Lufttemperatur aushalten, das Wasser ist wohl geringfügig wärmer, genau weiß ich das nicht. Das Badethermometer jedenfalls lasse ich in der Schwimmtasche. Wieder einmal denke ich in der ersten Minute denke, dass ich vollkommen bescheuert bin. Und wieder ist genau dieser Gedanke wenige Minuten später in’s Gegenteil gekehrt: „Ich muss total bescheuert sein, dass ich überhaupt gezögert habe. Ich weiß doch, wie das endet. So ist es immer.“
Niemand ist so blöde, bei diesen Temperaturen schwimmen zu gehen, jedenfalls niemand am Strandbad in Felden am vergangenen Sonntag. Ein paar Spaziergänger sind dort, viele Klinikpatienten des Medical Parks und deren Angehörige… ach ja: Da wäre noch ein halbes Dutzend junger Männer, alle so Anfang zwanzig, die sich entkleiden, die Badehose überstreifen und vom Stegende ins Wasser springen. Schwimmen tun sie nicht. Jeder hüpft ein oder zweimal ins Wasser und das war es dann auch.
Einer von ihnen ist so freundlich, mein berühmtes Pellenproblem zu lösen, wünscht mir viel Spaß und merkt an, ich könne es doch auch ohne probieren… noch einer. Das hatten wir doch am Samstag erst.
Ich denke gar nicht daran, ohne Neopreanzug zu schwimmen, stakse über die mit Gänsekot übersähte Liegewiese und wate langsam ins Wasser. Ich muss total bescheuert sein…
ch25-2-1

Weiterlesen


Ein Kommentar

Vom Eise befreit…

osterspaziergang8bManchmal muss es eben Goethe sein… Heute zum Beispiel:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Osterspaziergänge sind eben etwas ganz Besonderes. Und kaum einer hat das besser beschrieben als Johann Wolfgang von Goethe im „Faust 1“.

Weiterlesen


Ein Kommentar

Einmal zum König und zurück

Es war ein fataler Irrtum.
Als König Ludwig II. sein Schloß auf Herrenchiemsee baute, um der profanen Welt zu entfliehen, dachte er, eine Insel sei ein sicherer Ort, unerreichbar für den schnöden Pöbel. Nun, Herrenchiemsee – gelegen inmitten des Chiemsees – ist mittlerweile ein beliebtes touristisches Ausflugsziel. Heerscharen von Urlaubern werden herangekarrt, oder sie karren sich selbst ans Bayerische Meer, werden mit Schiffen übergesetzt und trampeln im Schloß, im Park und im Garten des „Kini“ herum. Es ist ein Glück, dass der Monarch dies nicht mehr mit hat ansehen müssen. Die Herreninsel ist aber auch ein allzu schönes Ausflugsziel. Nicht nur für Urlauber. Auch für Schwimmer.
Deshalb fassen wir einen verwegenen Plan.
In diesem Jahr wollen wir von Felden aus zur Insel schwimmen, und den gleichen Weg auch wieder zurück. Ganz ungewöhnlich ist das nicht, zumindest eine Strecke habe ich bereits im vergangenen Jahr absolviert. Es war ein Anfang, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Dieses Mal möchte ich Hin- und Rückweg durch das Wasser nehmen. Und ich bin nicht allein. Freund Herbert schwimmt mit mir. Seit Wochen haben wir alles abgesprochen, seit Wochen treffen wir uns im Erdinger Schwimmbad oder Kronthaler Weiher und schrauben unsere Schwimmdistanz Schritt für Schritt weiter nach oben.
Sicher, zwischen den Ufern sind es nur 2,4 Kilometer Luftlinie, also etwa 4,8 Kilometer für beide Wegstücke. Aber wer schwimmt schon Luftlinie, wenn er einen weiten Bogen schlagen kann und noch dazu Segelbooten und dem Ausflugsdampfer ausweichen muss? Und überhaupt: Die lustigen kleinen Wellen und die Strömung treiben einen ganz schön hin und her. Da wird die Distanz automatisch etwas länger.chiemsee
Wie dem auch sei: Wir sind sicher, die Strecke bewältigen zu können, wenn das Wetter einigermaßen mitspielt. Andere schließlich schwimmen noch ganz andere Distanzen, da werden wir das doch locker hinbekommen. Drei Tage haben wir ins Auge gefasst, die ersten beiden fallen schon mal buchstäblich wegen Gewitter ins Wasser. Bleibt der Dritte, und für uns die letzte Gelegenheit in diesem eher bescheidenen Sommer. Also los!SONY DSC
Als sonntags morgens um sieben Uhr der Wecker klingelt, denke ich, was für eine bescheuerte Idee das eigentlich war. Ich würde mich gern noch mal umdrehen und ein Stündchen oder zwei weiterschlagfen. Aber alles ist durchgeplant, Schwimmstart um 10.15 Uhr, genau dann, wenn in Felden der Ausflugsdampfer abfährt. Dann haben wir genug Zeit, die Route zu durchqueren, bevor der Dampfer zurückkehrt. Das heißt: Früh aufstehen, denn der Chiemsee ist nun auch nicht gerade ums Eck. Noch mal umdrehen im warmen Bett ist also nicht. Und? Hab ich recht? Das ist doch eine bekloppte Idee!
Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Chiemsee: Ein Anfang

herreninsel4

Herreninsel – Südufer. Start meiner Schwimmrunde

Das pure Glück und die Enttäuschung liegen so nah beieinander.

An 18. August, einem wunderschönen Sonntag, war es soweit. Ich wollte mich endlich meiner ganz persönlichen Challenge stellen und von Felden zur Herreninsel schwimmen, vielleicht auch zurück. Eeinen ersten Test hatte ich ja bereits absolviert. Die Rahmenbedingungen waren perfekt: Sommerlich warm, fast windstill, die Wassertemperaturen leicht über 20 Grad. Für den späten Nachmittag waren zwar Gewitter angesagt, aber wen stört das schon? Die Strecke, die ich mir zu schwimmen vorgenommen hatte, sollte ja rechtzeitig bewältigt sein, ich wollte ja früh genug starten und auch nur eine Strecke schwimmen. Das sollte für den Anfang erst mal reichen.
Mein Plan war, in Felden ein E-Boot zu mieten, mich von meiner Tochter, ihrem Cousin und einem Freund zur Herreninsel fahren zu lassen und dann zurückzuschwimmen. Dann könnte das E-Boot gleich in angemessenem Abstand als Begleitboot fungieren. Ein guter Plan. Sicher ist sicher – man weiß ja nie, ob man sich dringend vom Boot Energy-Gel reichen lassen muß, einen Krampf oder Seitenstechen bekommt oder aus einem Grund abbrechen muss.
Warum ein Risiko eingehen? Immerhin bin ich die Strecke noch nicht allein geschwommen, geschweige denn Hin- und Rückweg.
Aber grau ist bekanntlich alle Theorie, und Grün des Lebens goldner Baum…
Oder auch nicht.
Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Testlauf Chiemsee

chiem06

Erst mal radeln…

Im Oktober 2012 war’s, als ich auf die lustige Idee kam, von Felden am Chiemsee hinüber zur Herreninsel und vielleicht den gleichen Weg wieder zurückzuschwimmen – meine persönliche Challenge.
Leider gab es noch keine Gelegenheit, aber am vergangenen Wochenende konnte ich einen ersten Testlauf starten. Nicht, dass ich ernsthaft vorhatte, diese Strecke mal eben „im Vorbeigehen“ zu schwimmen, dazu passten die Rahmenbedingungen nicht. Aber das Terrain sondieren, schon mal antesten – das wäre ja schon mal ein Anfang.
Es war ein wunderbarer Sonntag im Chiemgau, den ich damit begann, auf meinem alten Mountainbike die Gegend rund um Rottau und Grassau abzustrampen und die Kendelmühlfilze zu umrunden bzw. zu durchqueren – natürlich nur dort, wo Radfahren erlaubt ist. Es folgte ein fulminanter Grillnachmittag mit frischem Chiemseefisch und dann war mir danach, vor der Heimfahrt am Abend im Bayerischen Meer schwimmen zu gehen. Die Gelegenheit war einfach günstig und die Rahmenbedingungen optimal:
Weiterlesen