Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Ein Hecht, ein toller

… und schon geht sie wieder los, die Freiwassersaison. Endlich. Die erste Runde absolviere ich nach Feierabend im Wörther Weiher. Das hat gute Tradition, das ist eine Art Homerun. Obwohl ich einige Schwimmer im Wasser sehe, die gemütlich einen Kreis ziehen, und obwohl ich im Netz von anderen gelesen habe, dass sie mittlerweile ohne Neoprenanzug ins Wasser steigen, entscheide ich mich für die Pelle. Zum einen sind die anderen Weiher kein Maßstab – vor allem, weil sie vermutlich wesentlich kürzer als ich im Wasser verweilen. Zum anderen können die, die ohne Pelle längere Strecken schwimmen wollen, das gerne tun.
Ich muss das nicht haben.
Nach etwa 2.000 Metern wird mir an Händen und Füßen das Wasser doch langsam zu frisch, die Sonne verschwindet hinter den Bäumen, mir reicht’s.
Gelohnt hat es allemal, ich ärgere mich wieder einmal, dass ich überhaupt einem Gedanken Raum gegeben habe, statt zum Weiher zum Freibad zu fahren – bei dem Wetter…
Ich schwimme zurück zu der Stelle, an der ich meine Sachen am Ufer deponiert habe und hole meine kleine Unterwasserkamera. Nicht zuletzt, um in den einschlägigen Facebookgruppen Vollzug melden zu können, dass ich heute wieder geschwommen bin und das Ganze mit einem topaktuellen Bild garnieren kann, muss ich ein paar Selfies machen. Weiterlesen


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Knips it like Capa

Wie bereits erwähnt: Das ist kein Fotoblog. Trotzdem komme ich noch einmal auf Brandungsfotografie des vergangenen Sommers zurück – und zwar im Rahmen einer eigentlich absurden Idee, die ich damals hatte: Knips it like Capa.
Knips it like Capa – das muss man nicht auf Anhieb verstehen. Hilfreich ist es aber zu wissen, dass hier der Filmtitel Kick it like Beckham verballhornt wurde und das knipsen für fotografieren steht. Ein etwas aus der Mode gekommenes Wort, kennt vielleicht auch nicht mehr jeder.r-cappa5

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Challenge 2016 / 9. Teil: Stangerl am Feringasee

Eigentlich, so hatte ich mir in der Challenge-Liste 2016 notiert, wollte ich mich am Feringasee mal dem offenen Training der Münchner Triathleten anschließen, nachdem ich vergangenes Jahr mehrfach dazu eingeladen worden war. Nur: Dieses Jahr höre und sehe ich nichts, davon, und ich bin auch zu faul im Netz danach zu suchen und überhaupt: Man muss ja flexibel sein.
Die Wetterlage des Sommers 2016 besticht nun ebenfalls nicht gerade durch laue Schwimmabende – besser, man bringt es hinter sich, bevor am Spätnachmittag wieder das tägliche fulminante Gewitter mit Starkregen aufzieht, die Katwarn-App zum Daueralarm nötigt und einem den buchstäblich Abend verhagelt.
Das ist auch der Grund, warum ich einfach mal allein zum Feringasee fahre. Der See will für 2016 abgehakt werden.r-feri2016-01
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Foto und Meer – Das Brandungsfoto und wie es gemacht wurde

Als ich in der vergangenen Woche ein Selfie vom Strand an der Versilia hier veröffentlichte und es gleichzeitig durch die sozialen Netzwerke jagte, gab es einige Reaktionen, vor allem aber die Frage: Wie macht man das?
Nun ist das hier kein Fotoblog. Davon gibt es im Netz ja auch reichlich. Es geht in erster Linie ums Schwimmen. Aber eben auch um seine „Nebenaspekte“. Außerdem beantworte ich gern die Frage, wie dieses Foto entstanden ist:r-brans2
Die Frage ist relativ einfach zu beantworten. Leute, die oft und gerne Selfies machen (oder machen müssen, weil niemand da ist, der sie fotografiert), haben längst das Stadium überwunden, sich mit dem Handy vor den Badezimmerspiegel zu stellen, einen ernsten Gesichtsausdruck aufzulegen und sich dann im Spiegel zu fotografieren – nebst Handy, Handtuchhalter, Duschkabine, Toilette im sowie Zahnbürste und Co vor dem Spiegel.
Entscheidend nämlich für ein Selfie ist nicht nur der eigene Gesichtsausdruck. Auch das Drumherum ist von großer Bedeutung. Aber wem sage ich das… Weiterlesen


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Zur Not evakuieren…

Als ich vor zwei Wochen meinen Blogparadenbeitrag über Leidenschaft geschrieben habe, musste ich ein wenig in meinem Foto-Archiv rumkramen, um einige geeignete Bilder zu finden. Nachdem der Beitrag dann via Facebook und Twitter in die sozialen Medien geschleudert wurde (was WordPress dankenswerterweise völlig automatisch macht), erreichte mich dort eine Frage der von mir sehr geschätzten Anna Krämer:

frage-anna

Anna schwimmt leidenschaftlich gern, noch dazu öfter und weiter als ich. Sie hat die Straße von Gibraltar durchschwommen, was mir Respekt abverlangt und bloggt gelegentlich,  was sie noch sympathischer macht. Bloggen aber tut sie leider viel zu selten, was dann wieder kleine Abzüge in meiner Gesamthuldigung zur Folge hat. Das nur nebenbei.
Mit ihrer Frage spielte sie auf ein Bild an, das ich zur Beantwortung ihrer Frage gern noch einmal zeige:r-bye-halle3

 

Um Antwort zu geben, muss ich etwas ausholen. Weiterlesen


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Weil etwas in der Zeitung steht…

… muss es deshalb lange noch nicht wahr sein. Gelogen aber auch nicht. Hier ein Beweis:

Seit etwa zwei Wochen steht in meinem Schwimmbad in Erding ein Kundenstopper im Eingangsbereich. Mit diesem werden die Schwimmbadbesucher darauf hingewiesen, dass am Samstag, den 20.02.2016 das Hallenbad wegen einer Veranstaltung geschlossen ist. Man bitte um unser Verständnis und das sei auch gerne gewährt.
Die Stadtwerke als Betreiber des Bades möchten nun sicherstellent, dass das auch wirklich jeder mitbekommen wird. Also schicken sie eine Meldung an die lokale Presse. Das ist nicht weiter ungewöhnlich, so etwas kommt dauernd vor. Zigmal am Tag. Für für einen Lokalredakteur sollte es keine unüberwindbare Aufgabe sein, die Meldung nach Leserrelevanz zu ordnen und zumindest die wirklich wichtigen ins Blatt zu heben. Und zwar so, dass sie ihre Relevanz behalten – an sich keine große Kunst. Kann aber wohl nicht jeder, die wunderbare Stilblütensammlung Perlen des Lokaljournalismus gibt ein beredtes Zeugnis davon.

Nachdem ich also heute (Freitag, 19.02.2016) entspannt 3.ooo Meter unter abklingendem Husten geschwommen bin und mich zweimal mit Eukalyptus-Minze habe bedampfen lassen (beim zweiten Gang herrst qualvolle Enge im Schwitzkastl), experimentiere ich ein wenig mit der Kamera herum, natürlich so, dass es weder jemanden stört noch überhaupt es von jemandem wahrgenommen wird. Man toleriert zwar die eine oder andere Handy-Fotoorgie, wenn Junior um ersten Ml vom Einmeterbrett springt. Aber man muss ja die Grenzen der Toleranz nicht ausreizen. Weiterlesen


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Three things, that make you swim faster…

Ich gebe unumwunden zu: Die Idee ist geklaut. Als ich in den 1990ern an der Ruhr Universität in Bochum studierte, verbrachte ich so manchen Abend nach anstrengenden Vorlesungen, zähen  Seminaren, trockenen Bibliotheksarbeiten und drögen Tutorien im Freizeitbad in Witten-Heveney am Kemmnader See. Schwimmen konnte man dort nicht… Also nicht so, wie wir uns das als Bahnenschwimmer vorstellen. Was heute Therme im Ruhrtal heißt war früher ein ganz sympathisches, nicht besonders aufregendes und dafür preislich bezahlbares Spaßbad mit angrenzender Saunalandschaft. Die Wasserbecken waren sanft geschwungen, mit Whirlpool, künstlicher Grotte und ähnlichem Schnickschnack garniert – so wie man es eben von überall her kennt und wie es den klassischen Stadtbädern zur tödlichen Konkurrenz geworden ist. Nirgendwo ist das Becken tiefer als 1,50, die Wassertemperatur ist auf über 30°C aufgeheizt, alles ist kurvig und vor allem: Es stehen, treiben, dümpeln und taumeln Massen an Menschen in diesen Becken herum. Das ist ihr gutes Recht, schließlich geht es in diesen Schwimm(?)bädern um allerlei Freizeitvergnügliches, nur eben nicht um Schwimmen. Man geht zum relaxen, entspannen, chillen, wellnessen (was für ein bescheuertes Wort) dorthin, ein wenig Sauna, ein wenig Wasser. Das reicht. Der eine oder andere mag vielleicht auch zum Baden dorthin gehen – ich müsste bei Gelegenheit mal über das schöne alte Wort Badeanstalt reflektieren.

Warum ich die Therme im Ruhrtal das überhaupt erwähne, ist ein Plakat am Häuschen des Bademeisters, das mir bestens in Erinnerung ist. In dem kleinen gläsernen Kabuff residierte dieser damals, Schwimmmeister wäre dann doch zuviel des Guten, denn geschwommen wurde dort ja nicht.

Das Plakat des Sportartikelherstellers Arena also verkündete: 3 things, that make you swim faster. Und darunter waren abgebildet: Ein Hai, ein Krokodil und eine Schwimmerin in einem Arena-Badeanzug; alle drei schön schlank und nebeneinander hochfromatig in das Motiv eingebaut. Eine irgendwie deplatzierte Werbung, denn es ging in Heveny ja  nie ums Schwimmen, und schon gar nicht ums schnelle Schwimmen. Weiterlesen


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Alles ist eitel…

Vanitas, vanitatum, vanitas…

Was der schlesische Dichter Andreas Gryphius 1637 über sein Sonett „Alles ist eitel“ stellte, das kann ich auch: Vanitas, vanitatum, vanitas über meinen eigenen Text zu stellen. Und ich darf das. Denn erstens ist Gryphius Schlesier und solche Wurzeln habe ich auch und zweitens war er ein Denker und Dichter. Denker bin ich auch, Dichter nicht, aber Blogger… und das zählt doch hoffentlich auch ein wenig.

Also erlaube ich mir, für diesen Kurzbeitrag nicht nur, mir von Gryphius den Titel sondern eben auch diese einleitende Zeile auszuleihen. Nachdem ich nämlich lautstark rumgejammert habe, dass Selfies unter Wasser sowieso alle Mist werden, gelingt mir am Sonntag eines, das mir doch ganz gut gefällt:

portrait214

Es gefällt mir sogar so gut, dass ich es als WhatsApp- und Facebook-Profilbild einstelle, es twittere, darüber hier blogge und in der schon so oft erwähnten Gruppe Bist Du heute schon geschwommen verwende, zur Illustration der Meldung meiner sonst eher dürftigen 3,1km am Sonntag. Das nun wiederum spitzt Schwimmer Peter Meyer an, zu fragen, wie man den solche Bilder macht…
„Tolles Bild. Wie bekommt Ihr das nur alle hin?“, lobt und fragt er bedient damit noch etwas mehr meine Vanitas, die seit der letztjährigen spornosexuellen Männlichkeit doch arg in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Nun ist das kein Geheimnis, was ich als Antwort preis gebe: „Man nehme eine Unterwasserkamera, mache ungefähr 150 Bilder, von denen man hinterher 90% wieder löscht, weil sie unscharf sind, man doof schaut, man sich hässlich findet, der Anschnitt nicht stimmt, im Hintergrund jmd. rumdümpelt, die Blasen das Gesicht verdecken usw. usw…
Entweder man lässt sich fotografieren oder man macht Selfies bis zum Abwinken. Hier waren es Selfies: Foto mit rechts, mit links am Beckenrand festgehalten (sieht ja keiner) runtergetaucht und ab dafür. Zonk… zonk… zonk… zonk… zonk.
Dann greife man daheim beherzt zu Photoshop und manipuliere so lange am Bild (drehen, Kontraste, Schärfe, Farb- und Tonwertkorrekturen, ggf. Filter) bis man es gut findet und lade es hoch.
Photoshop ist aber ein wenig wie kosmetische Chirurgie: Man kann es übertreiben, findet es immer noch gut, aber alle anderen finden es grässlich. Der Vorteil ist: Hast Du die Rohdaten noch, kannst Du ja wieder von vorne anfangen. Das geht bei plastischer Chirurgie nicht…“

Dieses eine Bild aber, das finde ich richtig gelungen… Photoshop und dort vor allem der Funktion, die Farben dem Hautton anzupassen, sei Dank. Nachträglich ein paar Filter und Tonwertkorrekturen und dann schaut man nämlich nicht ganz käsig so aus, wie die Wasserleichen, über die man sonst dauernd seine Schwimmrunden dreht. Selfies machen kann ich eben noch schlechter als Photoshop. Aber so lange ich mit dem Programm rumstümpern und die Bilder manipulieren kann, bin ich zufrieden.

Wie sagte Gryphius so schön: Du sihst / wohin du sihst nur Eitelkeit auff Erden…