Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


Hinterlasse einen Kommentar

Lyrik auf der Sportbahn

Es gibt wenig, was so erschütternd ist wie Zeilen von Amateur-Dichtern, die sich noch dazu krampfhaft bemühen, humorvoll zu sein. Sie tragen ihre Reime auf Geburtstagen, Jubiläen, Familienfesten und Vereinsfeiern vor – die Zuhörer schütteln sich innerlich vor Grausen, bewahren aber Haltung und spendieren  gelegentlich ein mildes Lächeln. Jeder wartet auf den Tusch, wie man ihn von Karnevalsveranstaltungen kennt. Denn dort ist es genauso. Erzwungene Endreime, asymmetrisches Versmaß mit mal zu vielen, mal zu wenig Silben. Und jeder sehnt ein Ende herbei. Gut gewollt heißt eben nicht gut gekonnt. Und die scheinbare Leichtigkeit wirklich guter Lyriker ist vermutlich harter Arbeit entsprungen.

Gelegentlich quäle ich die Facebook-Gruppe Bist Du heute schon geschwommen nach meinem Schwimmen mit selbstgeschmiedeten Versen, wie es in VHS-Kursen und unter Zuhilfenahme grober Werkzeuge (z.B. Brechstangen) nicht erbärmlicher gereimt werden könnte – und mit allergrößter Unverfrorenheit auch noch in einer Mundart, die nicht mal die meine ist.
Vom ersten Meter auf der Bahn bis zum letzten zermartere ich mir mein Hirn, was sich auf „schwimmen“, „Bahn“, „Strecke“, „Spind“ alles reimen könnte, oder auf „Beckenrand“ und „Beinschlag“. Ich zimmere Limericks zusammen, von denen ich erst mal hätte googeln sollen, wie das Versmaß ist, begehe ein abscheuliches Verbrechen an der Gattung Sonett und sorge dafür, dass alle, die sich ernsthaft um Poesie bemüht haben, im Grabe rotieren , so sie nicht mehr unter den Lebenden weilen – denen dreht sich vermutlich erst das Auge nach innen und dann der Magen nach außen. Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Weihnachten 2016: Stayin‘ Alive

Eine Erkältung kommt drei Tage und bleibt drei Tage. Wie es dann weitergeht, ist abhängig von immens vielen Faktoren. Viele Männer sterben ja dann an dem tödlichen Männerschnupfen. Das ist hinreichend erforscht und thematisiert worden, das muss hier nicht erneut zur Sprache kommen.
Für alle anderen gilt: Eine Erkältung geht auch drei Tage. So will es das Gesetz.

Weiterlesen


2 Kommentare

Nicht ins Ischeland… bloß nicht!

Es war schon ein Kreuz mit meinen Eltern. So gern sie mit uns nach Hohenlimburg (die damals eingemeindete Nachbarortschaft von Hagen) ins Hallenbad fuhren, als wir Kinder waren, ein Besuch des Freibads wurde uns eigentlich immer abgeschlagen. Da konnten wir uns den Mund fusselig reden, wie wir wollten.
Die Liste der Gründe, die meine Mutter anführte, wuchs sich von mal zu mal mehr aus.
Drei Freibäder gab es in meiner Kindheit in Hagen. Das eine in Haspe am Hestert, das war ja viel zu weit weg. Da hätte man außerdem quer durch die ganze Stadt fahren müssen – viel zu aufwendig. Da ist man ja länger auf der Straße als im Freibad.
Das zweite am Hengsteysee war nicht viel näher. Eher selten, dass wir das mal besuchten. Da gab es schließlich kaum Parkplätze.
Und das dritte am Ischeland kam ja schon mal ganz und gar nicht in Frage. Erstens: Viel zu voll. Zweitens: Da sind all die vielen komischen Leute (wen immer meine Mutter damit meinte…)
Und als Drittes kam das Totschlagargument: „Ihr geht doch sowieso fast nicht ins Wasser sondern liegt nur auf der Decke auf der Wiese. Das könnt ihr zu Hause im Garten auch…“
Fertig.

Längst gibt es das Ischelandbad nicht mehr. Es ist dem Westfalenbad gewichen, einer Anlage aus Freizeit-, Sole- und Sportbecken. ische05 Weiterlesen


Ein Kommentar

Gleich mal das Revier markieren

Das Erdinger Hallenbad hat seit heute wieder geöffnet. Das Rennen, erster an der Kasse sein zu wollen, lasse ich dieses Mal gepflegt aus. Aber natürlich fahre ich hin. Schließlich gehört es zum guten Ton eines Stammgasts, am ersten Tag der vor uns liegenden Winteraison 2016/17 zu den Besuchern zu gehören… revhb-01

Das ist auch die Gelegenheit, gleich mal das Revier für das nächste halbe Jahr zu markieren. Nicht, dass ich ein Hund wäre und Duftmarken mittels… na ja, Sie wissen schon… hinterlasse. Oder ein deutscher Touri, der sein Handtuch einfach ausbreitet und damit Liegen, Stühle oder gleich ganze Küstenabschnitte am Mittelmeer annektiert.revhb-02
Weit gefehlt, Leute, das geht auch ohne. Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Von drinne nach drusse…

Es ist nicht so, dass BAP zu meinen absoluten Lieblingsgruppen deutscher Rockmusik gehört, aber das 1982 erschienene Album Von drinne nach drusse landet dann doch gelegentlich im CD-Spieler. Immerhin enthält es den legendären, bedauerlicherweise noch immer aktuellen Song Kristallnaach. Der Titel des Albums ist so gut gewählt, dass ich ihn hemmungslos heute für diesen Blogpost klaue, denn auch für mich, der ich mich natürlich nicht mit BAP vergleichen mag, geht es von drinne nach drusse – will sagen: Wie jedes Frühjahr nimmt die Hallensaison ein Ende.
Es war in der letzten Öffnungswoche in Erding erstaunlich leer, den Höhepunkt der Verwaistheit lieferte wohl der Abend, an dem der FC Bayern mit Athletico Madrid Schwimmen gegangen ist. Und sich nicht über Wasser halten konnte. Der halbe Landkreis hockte vor dem Fernseher und wurde Zeuge des Unfassbaren; ich bin lieber schwimmen gegangen, aber nicht unter.

r-drinn02

Ein letztes Mal war ich am Sonntag, dem 1. Mai im Hallenbad. Das war nämlich am letzten Öffnungstag. Ehrensache, dass an solchen bedeutenden Tagen Schwimmen Vorrang hat. Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Zur Not evakuieren…

Als ich vor zwei Wochen meinen Blogparadenbeitrag über Leidenschaft geschrieben habe, musste ich ein wenig in meinem Foto-Archiv rumkramen, um einige geeignete Bilder zu finden. Nachdem der Beitrag dann via Facebook und Twitter in die sozialen Medien geschleudert wurde (was WordPress dankenswerterweise völlig automatisch macht), erreichte mich dort eine Frage der von mir sehr geschätzten Anna Krämer:

frage-anna

Anna schwimmt leidenschaftlich gern, noch dazu öfter und weiter als ich. Sie hat die Straße von Gibraltar durchschwommen, was mir Respekt abverlangt und bloggt gelegentlich,  was sie noch sympathischer macht. Bloggen aber tut sie leider viel zu selten, was dann wieder kleine Abzüge in meiner Gesamthuldigung zur Folge hat. Das nur nebenbei.
Mit ihrer Frage spielte sie auf ein Bild an, das ich zur Beantwortung ihrer Frage gern noch einmal zeige:r-bye-halle3

 

Um Antwort zu geben, muss ich etwas ausholen. Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Koid is’s* – Vom Frieren

Der Mittlere Isarkanal, der vom großen Speichersee bei Ismaning Wasser ableitet, durchschneidet den Erdinger Landkreis grob von Südwesten nach Nordosten. Bei Moosburg ist er mit einem Ausgleichsweiher und danach mit dem Echinger Stausee verbunden, bevor er letztlich wieder in die Isar mündet – in seinem Gefälle durchfließt er neun Kraftwerke und trägt damit zur Energieversorgung im Ballungsraum München bei. Davon lese ich auf Wikipedia und bin wieder ein wenig schlauer, als ich auf einer Brücke bei Thenn hinab in den Kanal schaue.r-thennerwinter01-kanal

 

Als Zugroasta* kann ich das nicht wissen. Meine Schulkenntnisse in Heimat- und Sachkunde kreiste mehr um die  Dechenhöhle in Letmathe, dem Bochumer Bergbaumuseum, dem Duisburger Binnenhafen (überhaupt dem Verlauf der Ruhr), dem Rothaargebirge im Sauerland und dem Hagener Freilichtmuseum.
Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Fönologie – (Teil 1): Heiße Luft und viel Geplauder

Wer in Erding im Hallenbad in der Umkleidekabine steht, der wird unfreiwilliger Zeuge fönischer Heißluft-Gespräche.
Männer sind dabei bevorzugt.
Warum?
Nach dem Einlassdrehkreuz führt ein langer Gang an den Kabinen entlang. Rechterhand befinden sich zunächst die Frauenumkleiden (die damit den küzeren Weg haben), danach folgen die Männerkabinen. Linkerhand auf Höhe der Männerkabinen hängen an der Wand zahlreiche Spiegel und eben jene Heißlufthaartrockner, die laut Duden Fön oder Foen heißen, was im übrigen eine eingetragene Wortmarke ist, die laut Wikipedia der Firma Electrolux Rothenburg GmbH Factory and Development in Nürnberg gehört. Korrekterweise darf man also nur einen Fön als Fön bezeichnen, wenn es ein Electrolux-Fön ist, so wie ein Tempo eben auch eigentlich nur ein Tempo ist, auch wenn sich der Begriff zum Gattungsnamen verselbstständigt hat. Der Föhn hingegen ist der Garant für grantelnde Bajuwaren, ein Wetterphänomen, die warmen Fallwinde aus Süden. Hier lernt man was, und sagen Sie jetzt nicht, sie hätten das alles bereits gewusst.

Weiterlesen