Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


Hinterlasse einen Kommentar

Ein Hecht, ein toller

… und schon geht sie wieder los, die Freiwassersaison. Endlich. Die erste Runde absolviere ich nach Feierabend im Wörther Weiher. Das hat gute Tradition, das ist eine Art Homerun. Obwohl ich einige Schwimmer im Wasser sehe, die gemütlich einen Kreis ziehen, und obwohl ich im Netz von anderen gelesen habe, dass sie mittlerweile ohne Neoprenanzug ins Wasser steigen, entscheide ich mich für die Pelle. Zum einen sind die anderen Weiher kein Maßstab – vor allem, weil sie vermutlich wesentlich kürzer als ich im Wasser verweilen. Zum anderen können die, die ohne Pelle längere Strecken schwimmen wollen, das gerne tun.
Ich muss das nicht haben.
Nach etwa 2.000 Metern wird mir an Händen und Füßen das Wasser doch langsam zu frisch, die Sonne verschwindet hinter den Bäumen, mir reicht’s.
Gelohnt hat es allemal, ich ärgere mich wieder einmal, dass ich überhaupt einem Gedanken Raum gegeben habe, statt zum Weiher zum Freibad zu fahren – bei dem Wetter…
Ich schwimme zurück zu der Stelle, an der ich meine Sachen am Ufer deponiert habe und hole meine kleine Unterwasserkamera. Nicht zuletzt, um in den einschlägigen Facebookgruppen Vollzug melden zu können, dass ich heute wieder geschwommen bin und das Ganze mit einem topaktuellen Bild garnieren kann, muss ich ein paar Selfies machen. Weiterlesen

Advertisements


Hinterlasse einen Kommentar

Challenge 25/1 (Wörther Weiher): Ich bin kein Froschmann!

image KopieErwähnte ich es schon?
Ich bin kein Taucher, also auch kein Froschmann. Das hindert allerdings Kinder nicht daran, einen Schwimmneoprenanzug als Taucheranzug zu bezeichnen. Das Thema hatten wir bereits. Auch Eltern kennen sich in den Nuancen selten aus, wie ich heute erst wieder bemerkt habe: Als nach etwa 3.000 Metern Schwimm in der Sonne sitze, den Neoprenanzug, die Badekappe, die Schwimmbrille und die Paddle zum Trocknen ausgebreitet habe, meinen zwei Kinder zu ihrer Mutter: „Uii Mamma, guck mal, ein kompletter Taucheranzug.“
Die Mutter nickt ergriffen, was will man von einer Frau erwarten, die ihren Kindern, wenn sie mit einem Scooter/Roller unterwegs sind, nicht nur Fahrradhelme aufsetzt sondern ihnen auch Warnwesten anzieht? Na gut, wenn die Leute meinen…

Viel ist nicht los im Wasser des Wörther Weihers, ein paar Schwimmer probieren ein paar kurze Strecken, Kinder jagen Kaulquappen, ein paar Wasserwachtler, probieren ihr Boot aus, ein paar sind im Neoprenanzug im Wasser und suchen den Weihergrund nach einer versenkten Brille ab. Auch auf der Liegewiese geht es eher moderat zu.ch25-1-1
Weiterlesen


Ein Kommentar

Von Damian, Fröschen und Froschmännern

20140524_161953„Ey, willst Du mal sehen, was ich gefangen habe?“. Mit „Ey“ meint er mich. Vor mir baut sich ein etwa vierjähriger Junge auf. Er ist nackt bis auf die Unterhose und kommt direkt aus dem Wasser. In der Hand hält er einen alten Plastikbecher.
„Klar“, antworte ich. „Zeig mal!“
Das Kind lässt mich einen Blick in den Becher werfen. Ein paar Kaulquappen schwimmen nervös hin und her.
„Im Wasser, da sind ganz viele!“ Er deutet auf das flache Wasser am Ufer des Wiflinger Weihers. „Das werden alles mal Frösche!“
„Das ist nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig“, denke ich, aber sage es nicht. Erstens wird ein Großteil der Quappen bis zur Metamorphose gefressen worden sein, und zweitens werden die, die durchkommen, Erdkröten. Das ist was Anderes. Aber egal. Ich halte mich zurück mit Klugscheißereien und Besserwisserei. Solche Erwachsene wird der kleine Nachwuchs-Herpetologe noch früh genug erleben, spätestens, wenn er in die Schule kommt. Außerdem ist es  ja nicht seine Schuld, dass er sich ausgerechnet einen Erwachsenen zum Plaudern ausgesucht hat, der ein wenig was über Anuren weiß.  Andererseits:  Die Auswahl ist nicht groß, so viele Menschen treiben sich an diesem Samstag nicht auf der Liegewiese herum. Es ist eher kühl. Badegäste sind Fehlanzeige, selbst die Permanentbräuner, die sonst morgens schon ihre Klappliegen aufstellen und schon im Mai eine Haut haben wie ein uraltes Grillhendl, sind heute nicht gekommen. Nur ein paar Radfahrer und Spaziergänger hat es an den Weiher gezogen. Sie sitzen hinter dem Kiosk auf den Bänken und sind so sehr mit sicher beschäftigt, dass der Junge – wie auch andere Kinder – völlig sich selbst überlassen werden. Was ja auch kein Problem darstellt.
„Ich hab auch schon einen Frosch gefangen“, erzählt er weiter. „Aber den hab ich wieder freigelassen.“
Dafür lobe ich ihn: „Das war sehr klug von Dir!“ Schließlich: Was will der Junge auch daheim mit einem Kleinen Wasserfrosch? Mehr sage ich nicht, jetzt bloß nicht selbst mit dem lehrerhaften Getue anfangen und dem Kind erklären, dass er das Tier aus naturschutzrechtlichen Gründen gar nicht mitnehmen darf.
„Und einmal…“, das Kind ist sehr mitteilungsbedürftig und hat diese wunderbare Mischung aus Distanzlosigkeit und Unbefangenheit gegenüber Wildfremden noch nicht verloren. „Einmal hab ich hier einen ganz großen Frosch gefangen. Der war soooo….“
Mit den Händen zeigt er eine Spanne, in die er locker einen westafrikanischen Golitahfrosch hinbekommen würde. Ich wage das zu bezweifeln, kein heimischer Froschlurch bringt es auf 30 Zentimeter Kopf-Rumpf-Länge oder mehr. Aber auch hier gilt: Halt Dich zurück. Mit dem Kleinen geht gerade die Phantasie etwas durch.
Weiterlesen