Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Zicke-Zacke – Eine Geschichte vom Schwimmen

Flupp – flupp – flupp – flupp
Flupp – flupp – flupp – flupp
Flupp – flupp – flupp – flupp

Unermüdlich schnellen die Arme vor, erst der eine, dann später der andere. Die Hand greift ins Wasser. Zieht, drückt.

Flupp – flupp – flupp – flupp
Flupp – flupp – flupp – flupp

Zug um Zug bewegt sich der Schwimmer vorwärts. Meter um Meter

Flupp – flupp – flupp – flupp

Aber das denkt er nicht. Seine Gedanken sind längst mit der Bewegung verschmolzen, und dem türkisfarbenem Wasser. Heute hat er es für sich allein. Als er gestartet war, hatte gerade ein anderer Schwimmer den Weiher verlassen. Ein weiterer zog seine Bahnen zwischen dem Gebäude der Wasserwacht und der Halbinsel am Westufer. Immer hin und her.

Langweilig, befand er. So ähnlich hatte er das gestern erst gemacht. Nur eben nicht auf der kurzen West-Ost-Spanne, sondern der Länge nach.

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Wieder ein perfekter Augenblick

2014-07-23 21.01.26Manchmal ist es diese eine Stunde nach der Arbeit:

Die Ruhe, in der man alles hinter sich lässt; die Einsamkeit, weil niemand da ist.

Die Sonne, die sich doch noch mal sehen lässt, den Himmel in sanfte Farben taucht…

Das Wasser, das nach dem Regen wunderbar weich ist, nicht zu kalt und nicht zu warm. Es trägt einen, als könne man darin niemals untergehen. Wenn man versinkt, dann nur in sich selbst: In seinen Gedanken, die immer leichter werden. In seiner Mitte.

Der Himmel, der dem Wasser die Hand reicht, das gegenüberliegende Ufer, das man erreichen will,verschwimmen lässt. Himmel und Wasser werden zu einer Einheit. Wolken ziehen über einen dahin.

Eintauchen ins Wasser, sich umschließen lassen, sich tragen lassen. Schwimmen. Zug um Zug. Entspannt. Es ist völlig egal, ob man schnell oder langsam schwimmt, kraftvoll oder gemütlich, weit oder nicht. Es geht nicht mehr um Sport. Nur um den Augenblick.

Der schönste Moment des Tages. Selten genug.

 

20140723_200743

 

Hin und wieder darf ich so etwas erleben und genießen. Ihr kennt das auch, oder?


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Whatever happens… Also Schluß mit Mimimi

Wann immer Prof. Dr. Honigtau Bunsenbrenner ein Experiment startete – es ging schief und endete nicht selten mit einer Explosion. Leidtragender der Angelegenheit war sein Assistent Beaker, der schon vorher eine sorgenvolle Miene trug und die Augen vor Panik weit aufriss. Sein Missfallen mit der Gesamtsituation drückte er mit den bedeutungsschweren Worten aus „Mimimi!“.
Vielleicht erinnern Sie sich an die Muppet Show, in der zahlreiche Episoden mit Bunsenbrenner und Beaker stets gleich enden: Mit einer kleinen Katastrophe.
Die Muppet Show ist längst Fernsehgeschichte, die letzte Episode wurde, bevor es die Muppets auf die Kinoleinwand zog, 1980 produziert und in Deutschland erstmals 1982 ausgestrahlt. Geblieben aber sind viele legendäre und mittlerweile zu Sprichworten geadelte Elemente, ob der singende dänische Koch, die Schweine im Weltall oder eben Beakers Mimimi.

Beakers Mimimi heißt noch heute etwa so viel wie „Ich möchte das hier nicht“, „Das gefällt mir nicht!“, „Aufhören!“ – eben eine deutliche Unmutsbekundung. Mimimi, was in gewisser Weise ein quengelndes, nörgelndes und weinerisches Geräusch imitiert, hat insbesondere im Social Web ein neues Zuhause gefunden. Entweder, weil man selbst etwas nicht will – so ist das Montags-Mimimi auf Twitter legendär – oder es fungiert als Antwort auf ein Netzgejammer im Sinne von „Heul nicht rum…!“ als ob man das Gequengel des Anderen nachäfft.
So, jetzt wissen Sie (falls es Ihnen noch nicht bekannt war), was Mimimi bedeutet, und ein gutes Beispiel für dieses Gejammer war mein vorletzter Blogeintrag hier. Wo schwimmen, wenn mein Hallenbad zumacht, das Freibad noch nicht geöffnet ist, die anderen Bäder überfüllt sind und der Weiher noch zu kalt ist … Das ist Mimimi und nichts anderes. Auch die Einträge Alles auf Null und Mann, war ich schlecht sind im Grunde nichts anderes als Mimimi.

Seit gestern ist Schluss damit. Kein weiteres Mimimi – kein Gejammer, kein Gequengel.
Das Freibad in Erding hat endlich wieder geöffnet. Doch bei lausigen 16°C Lufttemperatur unter schweren, schwarzeED-SW5n Wolken, aus denen es immer wieder regnet, fällt es mir morgens unendlich schwer, aufzustehen. Zu allem Überfluss haben wir kein Wasser im Haus. Es ist das vierte Mal innerhalb von fünf Wochen, dass es zu einem Wasserrohrbruch irgendwo in unserer Straße gekommen ist und die Wasserversorgung in unserer beschaulichen Vorstadt vorübergehend eingestellt wird. Das heißt:

  • Erst mal kein Klo, bis auf das Wasser, was schon im Spülkasten ist und später mit der Gartengießkanne aus der Regentonne geholt wird
  • Kein Kaffee oder Tee, es sei denn (was bei uns aus den Erfahrungen der vorangegangenen Wochen der Fall ist) man hat irgendwo einige PET-Flaschen stilles Wasser gebunkert.
  • Keine Wasch- und keine Spülmaschine geht
  • Und, was wirklich schlimm ist: Der Tag startet ohne heiße Dusche
  • Also ein Riesen-Mimimi….

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Abgebrochen…

Eregen2in wenig enttäuscht sitze ich unter dem Vordach der Wasserwacht am Wiflinger Weiher und schaue dem Regen zu. Es prasselt. Gewaltig. Blitze durchzucken hin und wieder den Himmel, ein Donner kracht.
Das war’s dann für heute.
Ich habe das Training abgebrochen.
Nicht wegen des Regens – aber aus Sicherheitsgründen.
„Nun ja“, spottet mein innerer Schweinehund. „Das war ja angekündigt. Und Du hast die Wetterberichte gehört. Gewitter und Schauer waren angekündigt. Du hättest Dir den Weg hierher sparen können.“
„Ja“, steige ich in den inneren Dialog ein. „Aber erinnere Dich an Sonntag. Wir waren in Erding, es hat gewittert und geschüttet. Bei uns zu Hause ist kein einziger Tropfen vom Himmel gefallen. Und das war keine 20km entfernt.“
Der Schweinehund schweigt. Ich trete nach: „Gewitter sind ein absolut lokales Ereignis. Es hätte also genauso gut sein können, dass es gut geht.“
„Du hättest es trotzdem wissen können“, erwidert er. „Sonst behauptest Du doch immer, Du kennst Dich aus, starrst in die Wolken, bla… bla… bla. Du hättest es sehen können“
Da hat er recht. Ich meine immer, zumindest daheim relativ genau sehen zu können, ob ein Gewitter, das im Anmarsch ist, sich über unserem Dorf entladen oder weiterziehen wird. Aber ich bin nicht in unserem Dorf.
„Ok“, gebe ich zu. „Aber es hätte doch auch vorbeiziehen können. Oder sich Zeit lassen können. Wir wissen doch beide, dass es manchmal recht lange dauert, bis das Gewitter in Fahrt kommt. Oder es kommt gar nicht und donnert 30km weiter westlich vorbei.“
Hätte, wäre, wenn…
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