Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Schreiben gegen rechts – C. ist angekommen

Im vergangenen Jahr hat die Berliner Bloggerin Anna Schmidt in ihrem Blog bunt und farbenfroh eine Blogparade zum Thema Schreiben gegen rechts veranstaltet. Nun geht sie in die zweite Runde. Hier mein Beitrag, eine Begebenheit, die schon zwei Jahre zurück liegt… nicht der Beginn, aber ein Abschnitt einer wunderbaren Freundschaft:

C. ist angekommen

Zumindest erweckt es den Anschein. Er spricht sehr gut Deutsch, macht eine Ausbildung, beißt sich durch eine dreijährige Lehre, Förderkurse und Berufsschule, um irgendwann hier wieder in dem Beruf zu arbeiten, in dem er schon einige Jahre gearbeitet hatte. Aber das war in Syrien. Viel ist nicht mehr übrig, von dem, was er dort geschaffen hatte. Viele der Gebäude, in denen er tätig war, liegen in Trümmern.
C. ist ehrgeizig: Er hat, kaum, dass er hierher kam, die Sprache gelernt, sich um die Anerkennung seines Asylantrags gekümmert, eine Lehrstelle und eine eigene, kleine Wohnung gefunden. C. wäre ein Paradebeispiel für gelungene Integration von Flüchtlingen. Und das trotz aller Vorbehalte und gelegentlicher Pöbeleien, die er ertragen muss.

Nur eines kann C. nicht und würde es doch so gerne. So erzählt er in seinem entwaffnenden Charme: gut Schwimmen.
Als er wieder einmal bei uns vorbei kommt, denn er ist mittlerweile ein guter Freund, fragt er halb im Scherz, ob ich nicht Lust hätte, ihm das Schwimmen beizubringen.
C. kann man schwer eine Bitte abschlagen, außerdem finde ich die Idee gut. Also gehen wir es an. C. erzählt, dass er in Syrien wenige Möglichkeiten zum Schwimmen hatte und sich ein wenig selbst beigebracht hat. Wenig später wird er ergänzen, dass er Panik hat: „Vor zwei Sachen. Angst, mit dem Kopf unter Wasser zu kommen und Angst, keinen Boden mehr unter den Füßen zu haben.“

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Lesetipp (Teil 2): „Rheines Wasser“ von Andreas Fath

Was treibt einen Menschen an, einen Fluss von der Quelle bis zu Mündung abzuschwimmen?
Ist es eine spinnerte Idee oder eine geniale?
Noch dazu, wenn der Fluss hoch in den Alpen entspringt, zu einem reißenden Wildwasser wird, dann immer gemächlicher fließt und schließlich zu einem breiten Strom wird – einem der meist befahrenen Gewässer Europas.
Andreas Fath wollte es so – also schwamm er den Rhein hinunter – zumindest da, wo er konnte, fast überall, bis auf Staustufen, Kraftwerkswehre, den berühmten Rheinfall und Hafeneinfahrten. 1231 Kilometer. Einen Sommer lang.
Nun ist Andreas Fath nicht etwa Profischwimmer, eher ein leidenschaftlicher, kämpferischer Amateur. „Als Langstreckenschwimmer habe ich eine geradezu leidenschaftliche Beziehung zum Wasser entwickelt“ sagt Fath, der mittlerweile auch in den USA den Tennessee-River auf 1.049 Kilometern durchschwommen hat, von sich selbst auf seiner Internetseite. Weiterlesen


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Blogparade ‚Was ist deine beliebteste Outdoor-Sportart‘: Freiwasserschwimmen

Was ist deine beliebteste Outdoor-Sportart? Oder hast du mehrere Favoriten?

Das möchte gerne Mike vom Blog ousuca.com im Rahmen einer aktuellen Blogparade wissen.

Die Frage hier zu beantworten ist natürlich redundant, denn in diesem Blog geht es – von winzigen Ausnahmen einmal abgesehen – nur um eine Sportart: Schwimmen. Und zwar um reines Freizeitschwimmen, nicht um Vereins-, Meisterschafts-, Wettkampf- oder Leistungssport. Und es ist absolut kein Geheimnis, dass ich dieser Leidenschaft am liebsten draußen fröne, auch wenn im Blog viel vom Hallenschwimmen zu lesen ist. Das bringt die kalte Jahreszeit zwangsläufig mit sich.
Und wenn draußen, dann richtig draußen – womit das freie Wasser gemeint ist. Meine liebste Outdoor-Sportart ist Freiwasserschwimmen.

Freies Wasser:

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Mimimi am Mittelmeer

Da liegt sie vor mir, eine er unzähligen Buchten am Kap Paximadi im Süden der Insel Euböa. Ein Traum: Azurblaues Wasser, an einigen Stellen Türkis. Trotz des scharfen Windes, der seit Tagen kontinuierlich aus Norden bläst, ist das Wasser einigermaßen ruhig und angenehm warm. Eine Kantina, kaum mehr als ein Imbisswagen, hält Liegen und Schirme bereit. Und manchmal ist sie sogar geöffnet, dann gibt es kalte Getränke oder griechischen Mokka. Paradiesisch.
Aber wie das nun mal so ist mit paradiesischen Zuständen, darf der sündige Mensch sie vielleicht schauen, nicht aber genießen. Vertrieben wurde er aus dem Paradies. Weil er die Finger nicht vom Obst lassen konnte. Weiterlesen


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Rapid Fire – Fotoexzesse

… und dann läuft wieder mal der See aus, und es gibt nichts, was ich dagegen tun könnte.

So was passiert eigentlich dauernd, wenn ich mit meiner Kamera unterwegs bin und Selfies mache. Fotos brauche ich, nicht nur Freund Alex, der zum festen Personal dieses Blogs gehört, predigt mir regelmäßig, dass ein Blog Bilder braucht. Er selbst ist ein leuchtendes Vorbild, sein inhaltlich komplett anderer Blog ist auch voller Bilder, die meisten aber stammen aus seinem Atelier, denn Alex ist Künstler.

Also lasse ich keine Gelegenheit aus, meine kleine Unterwasserkamera mitzunehmen und wie wild zu fotografieren, wann immer sich die Gelegenheit bietet und/oder ich Lust dazu habe. Weiterlesen


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Zicke-Zacke – Eine Geschichte vom Schwimmen

Flupp – flupp – flupp – flupp
Flupp – flupp – flupp – flupp
Flupp – flupp – flupp – flupp

Unermüdlich schnellen die Arme vor, erst der eine, dann später der andere. Die Hand greift ins Wasser. Zieht, drückt.

Flupp – flupp – flupp – flupp
Flupp – flupp – flupp – flupp

Zug um Zug bewegt sich der Schwimmer vorwärts. Meter um Meter

Flupp – flupp – flupp – flupp

Aber das denkt er nicht. Seine Gedanken sind längst mit der Bewegung verschmolzen, und dem türkisfarbenem Wasser. Heute hat er es für sich allein. Als er gestartet war, hatte gerade ein anderer Schwimmer den Weiher verlassen. Ein weiterer zog seine Bahnen zwischen dem Gebäude der Wasserwacht und der Halbinsel am Westufer. Immer hin und her.

Langweilig, befand er. So ähnlich hatte er das gestern erst gemacht. Nur eben nicht auf der kurzen West-Ost-Spanne, sondern der Länge nach.

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Challenge 2017 (Teil 4d): Tegernsee – schön ja, aber nicht der beste See von allen

Da liegt er also vor mir, jener legendäre Tegernsee, von dem Schwimmfreundin und Bloggerin Petra behauptet, er sei der schönste See überhaupt.
Aber Petra, Stammlesern meines Blogs bekannt, da ich öfter mal mit ihr schwimme (wovon in diesen Beiträgen zu lesen war) ist voreingenommen, und das weiß sie selbst. Schließlich ist sie am Tegernsee aufgewachsen, also waschechte Einheimische, native speaker noch dazu, darum sieht sie die Welt ein wenig durch die Brille der Oberländer. Das ist ihr gutes Recht.

Und so versucht sie, seit Jahr und Tag, mir den Tegernsee schmackhaft zu machen. Wenig Verständnis hat sie dafür, dafür, dass ich mich an die kleinen, bisweilen eher absurden Seen begebe, den Tegernsee aber links liegen lasse.
Heute jedoch hat sich das geändert.

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Schichtwechsel

Es ist kurz vor 18 Uhr. Unschlüssig stehe ich am Ufer des Wörther Weihers.
Soll ich – oder soll ich nicht.
Als ob die Entscheidung von mir abhänge würde.

Genauso unentschlossen wie ich zeigt sich der Himmel. Kommt das Gewitter nun oder zieht es weiter?
Irgendwann ist meine Geduld zu Ende. Wenn sich das Gewitter nicht in fünf Minuten verbindlich äußert, gehe ich ins Wasser.
Schließlich: Noch immer sind Familien auf der Liegewiese, Kinder spielen am Ufer, am Kiosk sitzen Menschen und trinken ein Feierabendbier. Von vorgewitterlicher Aufbruchstimmung ist keine Spur zu merken.
Nach Ablauf des Ultimatums lugt die Sonne hervor.
Na bitte – geht doch.
Zwei Frauen kommen – offensichtlich auch schwimmbegierig. Das ist gut. Die können mir, wenn ich mich etwas beeile, gleich den Neoprenanzug schließen.
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