Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Ich bin fein raus

Stultus neque scribere neque natare scit.

So hätten weiland, glaubt man der FAZ, die alten Römer über einen ungebildeten Menschen gesprochen. Ist ihnen ein solcher unter die Augen gekommen, dann hätten sie – statt wie wir  heute wenig prosaisch sagen „der ist zu doof, ein Loch in den Schnee zu pinkeln“ – gestöhnt: Stultus neque scribere neque natare scit.
An dieser gepflegten Ausdrucksweise erkennt man eben den wahren Humanisten.
Eine Quelle für dieses Zitat findet sich freilich nicht, Fehlanzeige bei Horaz, Ovid, Sencea, Vergil oder Cicero, also wird flugs eine Redensart daraus gemacht – und diese der antiken römischen Bildungselite in den Mund geschoben.
Wer unter den Lesern dieses Blogs nicht das Privileg und das Vergnügen hatte, diese wunderbare, alte Sprache in der Schule lernen zu dürfen, sich also heute mit Küchen-, Jäger- und Anglerlatein begnügen muss, dem sei an dieser Stelle verraten, dass der Römer in etwa formulierte, dass töricht (im Sinne von „dumm, unfähig“) sei, wer weder des Schreibens noch des Schwimmens mächtig ist.mens-sana_bearbeitet-1
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Flucht ins Wasser

Es gibt Tage, da hat man einfach genug – genug von allem. Nicht mehr reden müssen, nicht mehr zuhören müssen, nicht mehr im Auto sitzen können oder wollen. Nicht mehr durch das plötzlich verwaiste Elternhaus laufen, nicht mehr bei jedem Gegenstand schwanken zwischen der Frage, ob es eine erhaltenswerte Geschichte/Erinnerung birgt oder dem Entsetzen, das alles entsorgen zu müssen und nicht zu wissen, wo anfangen.
Keine schwarzumrandeten Briefe mehr entgegennehmen. Keine schwarze oder zumindest gedeckte Garderobe mehr anziehen wollen. Barfuß laufen, das wär’s jetzt.
Keine Sentimentalitäten mehr zulassen, keine Tränen.
Heute ist so ein Tag.
Ich bin wieder daheim, packe nach der Devise Je bunter je besser meine Schwimmtasche und nehme daher ein wildes, pi-pa-poppiges Farbpotbourri mit. Ich will Farbe an mir. Farbe um mich.
Egal, ob irgendwas zu irgendwas passt, egal, ob Pullbuoy, Brille und die neuen Paddle unterschiedliche grüne Nuancen haben. Scheiß doch der Hund drauf…bunt-bitte
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Für Jürgen…

Lieber Jürgen,

ich kannte Dich nicht. Nicht persönlich. Aber ich wusste so viel von Dir. Facebook hat dafür gesorgt, dass sich unsere Bahnen kreuzen. Bahnen, die wir nie zusammen geschwommen sind, obwohl wir gar nicht so weit entfernt voneinander gewohnt haben.

Es ergab sich einfach nie – und das ist das Erbärmliche. Man nimmt sich so viel vor und tut es dann doch nicht.
Sich zu treffen, gemeinsam zu schwimmen und zu quatschen. Du hast mich so oft zu Schwimmtreffen und Terminen eingeladen. Immer war irgendwas. Meistens, das gebe ich zu, war mir das Wasser zu kalt. Du warst immer schon im kalten draußen, wenn ich noch meine Hallenbadrunden gedreht habe. Du hast ein paar Witze darüber gemacht, das mochte ich. Und wollte mal spontan zu Dir zum schwimmen kommen. Da werden wir ja sehen… dachte ich.
Und jetzt ist es zu spät. Verdammt – es ist einfach zu spät.
Wir haben uns oft digital in Chats unterhalten, ich habe Dich um Beiträge für mein Blog angebettelt, Du hast meinen und ich habe Deinen gelesen. Nun ist Deiner stumm.
Und die Chats mit Dir sind es auch. Weiterlesen


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Blogparade ‚Leidenschaft‘: Die erste Sekunde, in der man nass wird

blogparade-neuDieser Beitrag ist Teil der Blogparade LEIDENSCHAFT der Münchner Iron Blogger. An 30 Tagen im April bloggen verschiedene Autoren ihre Ansichten zu diesem Thema und verknüpfen es mit dem, über das sie sonst auf ihren Internetseiten schreiben. Heute also ich.
Der gestrige Beitrag über Leidenschaft beim Taijiquan stammt von Angelika Fritz. Morgen geht es weiter auf dem Strickblog von Nicole Luck.
Und heute in einer Woche blogge ich zu diesem Thema noch einmal, dann aber etwas ganz Anderes auf www.zwetschgenmann.de. Eine Zusammenstellung aller Teilnehmer und der bisher veröffentlichten Beiträge finden Sie, wenn Sie auf der Seite der Iron-Blogger. Bitte auf das Logo klicken.

Also – Leidenschaft…

Wenn man ein Blog betreibt, in dem man fast ausschließlich übers Schwimmen schreibt und meistens über das eigene, dann könnte man die Frage, was denn meine Leidenschaft ist, schnell beantworten: Schwimmen und Bloggen. Hier übers Bloggen zu schreiben? Wie deplatziert. Also übers Schwimmen.
Schwimmen ist eine Leidenschaft. Fertig. Abgehakt.
Nächstes Blogpost.
Aber so einfach ist es nicht. Weiterlesen


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Quartalsabschluss

So – nun ist es also soweit. Das erste Quartal 2016 ist um (kein Aprilscherz). Und während Heerscharen von Buchhaltern anfangen, ihre Quartalszahlen aufzubereiten, öffne ich mit einem Klick eine Excel-Tabelle und weiß auf einen Blick, wo ich stehe – beziehungsweise, was die ersten drei Monate gebracht haben. Das Ganze ohne Polar-, Garmin-Schwimmuhr, iWatch oder Bordcomputer. Es reicht eine Exceltabelle und das popelig-altbackene Bahnenzählen. Aber bei mir geht’s ja auch nie um Zeit sondern nur um Frequenz und Distanz.
Zahlenfreaks dürfen weiterlesen, der Rest der Leser darf sich kommende Woche wieder hier einfinden.
Was ist herausgekommen?

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Hallelujah im Hallenbad

kermit„Also das Allerschönste, was Füße tun können, ist tanzen“ – ein legendärer Satz aus dem Mund von Kermit, dem Frosch. Im Original erklärt der grüne Sympatikus in der Sesamstraße, was Füße eigentlich sind (hier) und was man mit ihnen alles machen kann. Der zitierte Satz ist seitdem mehrfach zur Grundlage mehr oder weniger guter Dancefloor-Songs gemacht worden. Natürlich kann man geteilter Meinung sein, ob es neben Tanzen nicht schöneres gibt, was man mit seinen Füßen anstellen kann. Arschtritte verteilen wäre vielleicht eine Möglichkeit, die mir spontan einfällt.
Die Partypeople aber sehen das so, dass nur Tanzen zählt und deshalb veranstalten sie Jahr für Jahr das gleiche Geschrei, wenn ein stiller Feiertag samt Tanzverbot näher rückt.
Als wäre es existenzvernichtend, wenn am Karfreitag in der Öffentlichkeit Tanzverbot herrscht, mehren sie sich zu Beispiel auf Twitter aus, wie fürchterlich es ist, sich von Staat und Kirchen, denen sie schon lange nicht mehr angehören, bevormunden lassen zu müssen. Sie wollen tanzen. Und zwar am Donnerstag in den Freitag rein und am Freitag in den Samstag. Was – so meinen sie – haben sie mit den religiösen Gebräuchen zu tun? Weiterlesen


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Bloagparade ‚Die schönsten Orte‘: Die Kiesi

Bereits gestern habe ich mit meinem anderen Blog an der Blogparade von Markus Scholz teilgenommen und vom Wald hinterm Haus geschwärmt. Markus bat um Beiträge zum Thema  ‚Eure schönsten Orte‘.
Wenn ich jetzt auch mit diesem Blog teilnehme, dann muss ich zumindest hier nicht lange überlegen, was denn eigentlich der schönste Ort ist, an dem ich hin und wieder zum schwimmen gehe. Natürlich könnte ich es mir einfach machen und sagen: Überall dort, wo genug Wasser zusammenkommt, dass man einigermaßen fröhlich darin schwimmen kann. Egal, ob Meer, See, Fluß, Frei- oder Hallenbad. Überall dort ist es schön. Stimmt. Aber wo ist es denn nun am schönsten?

Nun ist das Schwimmen im gekachelten oder stählernen Becken wunderbar, um Technik zu trainieren oder einfach nur Strecke zu machen – immer hin und her. Das können viele nicht nachvollziehen und in der Tat kann das mit der Zeit auch etwas langweilig werden. Schwimmen im Freiwasser hat einen wesentlich höheren Erlebnisfaktor, vor allem, wenn man sich bemüht, eben nicht nur möglichst schnell von A nach B zu kommen, sondern das Wasser, den See, die Landschaft, das Wetter auf sich wirken zu lassen.  Und genau das macht für mich die Schönheit des Ortes aus.

Dass ich ein Faible für den Langenbürgner See habe, davon war sowohl in meinen Posts über das Schwimmen dort (hier und hier). Davon war auch in meinem Beitrag über die Kleinen Fluchten zu lesen, ein Text für Florian Westermanns Blogparade Urlaubsziele 2016. Unnötig zu erwähnen, dass der See 2015 in meinem Ranking unangefochten Platz 1 eingenommen hat, unnötig zu erwähnen, dass ich auch 2016 wieder hinfahren werde. Vermutlich sogar öfter…lbs1 Weiterlesen


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Männer sind so – Teil 5

Nichtschwimmer, womit in diesem Fall Schwimmen-Könner-Aber-Nicht-Schwimmen-Geher gemeint sind, fragen mich gelegentlich, was man eigentlich so die ganze Zeit macht, das müsse doch stinklangweilig sein, immer hin und her zu schwimmen.
Damit haben sie allerdings kolossal unrecht. Denn es ist nicht langweilig. Es macht den Kopf frei. Völlig frei.

loch2

Nun ist das mit dieser freien Fläche so, dass sie nicht lange frei bleibt. Ruderalgedanken tauchen auf. Das ist etwa ähnlich der Ruderalvegetation, also den Pflanzen, die sich ohne das Zutun des Menschen auf Brachflächen ansiedeln.

Selbst O., der auch regelmäßig schwimmt, fragt mich, was mir so durch den Schädel geht. Denn immer nur Kacheln zählen muss doch endslangweilig (ich benutze hier mit Rücksicht auf Google ein Trendwort) sein. Ist es auch. Weil wir zumindest in der Halle einen Stahlboden haben. Und die Stahlplatte ist mit eins schnell gezählt und wird auch nicht mehr, egal, wie oft ich darüber schwimme.
Also fasse ich mal meine Ruderalgedanken von 3 Kilometern zusammen. Bei mir ist das nämlich so:
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