Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Von Schmugglern keine Spur – ein Spaziergang zwischen Schleching und Kössen

Es muss schon ein bemerkenswert intensiver Warenaustausch zwischen Bayern und Tirol gewesen sein. Ob das heute auch so ist, weiß ich nicht – ich rede von damals. Mit Damals meine ich die „gute alte Zeit“ – also nicht die Zeit, als Winter noch richtige Winter waren und wir kilometerweit durch meterhohen Schnee… lassen wir das. Das glaubt ohnehin keiner.
Damals – damit meine ich die Zeit, als die Bayern und die Tiroler von gekrönten Häuptern regiert wurden, auf der einen Seite der König, auf der anderen Seite ein Kaiser. Und die hatten natürlich zur Aufbesserung ihrer Staatfinanzen großes Interesse an diesem Handel.
Mauthäusl hüben wie drüben – Zöllner, Hand auf, Geld raus. Und dann geht es weiter.
Dass weder die Bayern noch die Tiroler davon begeistert waren und Wege suchten, die Zollstationen zu umgehen, wundert nicht. Und so schlugen sie sich zum Beispiel zwischen Schleching und Kössen abseits der Handelswege in die Berge und schmuggelten, was das Zeug hält.

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Daheim im Holz

Nein. Das Schnauppinger Holz muss man nicht kennen. Es ist ein kleines Waldstück zwischen Schnaupping (daher der Name), Pyramoos, Rain und Oberndorf – Orte, die allesamt so unbedeutend sind, dass sie nicht mal auf Landkarten zu finden sind, es sei denn im Maßstab 1:60.000 oder noch feiner. Es sind Nester im Oberbayerischen nördlich der B12 und westlich der B15. Oder, um es anders zu sagen: Mehr oder weniger in meiner direkten Nachbarschaft. Im Schnauppinger Holz
Das Waldstück ist so unspektakulär, dass nicht mal Google viel darüber findet, von ein paar Berichten über Hochsitz-Zerstörer und einem orientierungslosen Rentner, den das Navi mitten in das winterliche, völlig verschneite Schnauppinger Holz geführt hat, einmal abgesehen. Aber das ist auch schon sieben Jahre her.

Nachdem es in der Nacht von Freitag zum Samstag gestürmt und gewittert und den Samstag den halben Tag wie aus Eimern geschüttet hat, holt sich der Spätsommer den Sonntag. Es ist warm, sonnig und ein wenig dampfig. Genau richtig, um ins Holz statt ins Wasser, also spazieren statt schwimmen, zu gehen…
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Spazieren statt schwimmen gehen. Ein Besuch im Schwabener Moos

sempt06bDie Blogs anderer zu lesen heißt auch immer, Ideen aufzugreifen: Was oft bedeutet, dass ich mich gerne von anderen Bloggern auf Themen und Inhalte stoßen lasse, denen ich mich auch einmal annehmen könnte. Aber ich greife natürlich auch gerne Ideen auf, so zum Beispiel aus Ulrich Strelzings Blog Auf-denBerg.de. Der Iron Blogger schildert dort seine Anfang Januar absolvierte Winterwanderung zu den Semptquellen mit wunderschönen Bildern. Für den Markt Schwabener Strelzing (ja, ich schau auch gelegentlich in ein Impressum) ist das buchstäblich ein Homerun.
Sein Bericht war eine willkommene Inspiration, am vergangenen Wochenende einen Spaziergang zwischen Forstinning und Markt Schwaben zu machen. Denn das Schwabener Moos ist auch für uns gleich um’s Eck – und doch Terra incognita.
Aber das kann man ja ändern.
Gut, wenn man dann noch eine Kollegin hat, die ebenfalls aus der Region stammt und die man vorab noch befragen kann. Weiterlesen


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Spaziergang auf der Levada dos Balcões (Madeira #4)

Weiter geht es mit der Madeira-Reihe aus unserem leider schon vergangenen Urlaub und ein paar Bildern von einem typischen Touristen-Programm-Highlight, dem Spaziergang auf der Levada dos Balcões. Nachzulesen für Wanderer und Urlauber in fast jedem Madeira-Reise- oder -wanderführer.
Darum hier nur ein paar Spotlights, Gedanken und Bilder.
Der Weg startet an der Forellenzucht am Riberio Frio. Da Madeira nicht ganz so viele touristische Hotspots zu bieten hat, wird eben alles, was die Inselurlauber und die Tagesbesucher von den Kreuzfahrtschiffen interessieren könnte, entsprechend aufgebauscht und als sehenswerte Atttraktion ausgeschlachtet. Zugegeben – die Forellenzuchtanlage ist hübsch gemacht. Aber Forellenzuchten mit frisch gegrilltem Fisch gibt es hierzulande zu Hauf. So spannend ist das dann doch wieder nicht. b-blog-40b
Interessant aber finde ich, dass die auf der Insel die an sich nichtheimische Art nicht nur gezüchtet, sondern auch zum Vergnügen der Angler in vielen Bächen und Flüssen ausgesetzt werden. Ein wenig absurd mutet das an, wenn man bedenkt, dass auf der anderen Seite die EU allerlei Anstrengungen unternimmt, die Ausbreitung gebietsfremder Tierarten mit Rücksicht auf die autochthone Fauna und Flora einzugrenzen. Ob solche Aktionen sich nicht auch irgendwann zu weitereren Alpträumen Darwins im Kleinen entwickeln, wie es am Victoriasee passiert ist, bleibt abzuwarten. Aber das ist ein anderes Thema…

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Wenn nicht auf diesem, dann auf einem anderen Weg

Ich hatte ja bereits nachhaltig gejammert, dass man mich im Comer See nicht schwimmen lässt, aber dass ich es auch gar nicht wollte: Divieto di Balneazone.
Man kann ja auch andere schöne Dinge machen, zum Beispiel eine Bootsfahrt, bei der man sich unter die Touristen mischt (ich bin ja selbst einer) und hernach darüber bloggen. Und da niemand sagt, dass man in einem Wassermann-Schwimmblog immer nur und ausschließlich übers Schwimmen bloggen muss, mache ich das heute auch nicht.
Wir haben es uns nämlich in Oberitalien gut gehen lassen. Gutes Essen und guter Wein, von Cafe zu Cafe: aperitivo, gelati, caffe espresso, cappucchino…  Sie kennen das vermutlich, wenn Sie selbst gerne nach Bella Italia reisen – dolce far niente inklusive. Irgendwann aber haben wir doch Hummeln im Hintern: So schön Milano, Bergamo oder Como auch sind. Also rein in die Wanderstiefel und -garderobe und ab durch die Haustür – hinein in die wolkenverhangenen Berge, die direkt hinter dem Haus beginnen.r-wander-02

Von Torno aus führt ein gut ausgeschildeter Wanderrundweg hinauf zum Montepiatto. Der Anstieg ist zwar steil, besteht aber überwiegend aus Treppenstufen – es müssen Hunderte sein, gefühlt natürlich Tausende. Ausgewaschen und ausgetreten und manchmal in einem extrem unangenehmen Trittabstand. Aber da müssen wir durch… bzw. rauf.  r-wander-03Es geht durch lichte Laubwälder, viele Esskastanien liegen auf dem Weg, man könnte sie absammeln, aber die Früchte sind im Vergleich zu den castagne oder unseren Maroni sehr klein, und wir haben auch keine Handschuhe dabei, um die Früchte aus ihren stacheligen Hüllen zu holen. Castagne gibt’s dann lieber hinterher in der L’Ortofrutta in der Via Francesco Muralto in Como.
Eingefallene Bruchsteinhäuser stehen im Wald, so etwas mag ich. Das ist wildromantisch, mir kommt Bella Ciao in den Kopf und ich phantasiere alte Partisanenverstecke in die Ruinen hinein. Welcher Held möchte nicht dereinst unter einer Blume in den Bergen begraben liegen? Weiterlesen


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Vom Eise befreit…

osterspaziergang8bManchmal muss es eben Goethe sein… Heute zum Beispiel:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Osterspaziergänge sind eben etwas ganz Besonderes. Und kaum einer hat das besser beschrieben als Johann Wolfgang von Goethe im „Faust 1“.

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