Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Ziegen, die auf Menschen starren… Wanderung zu den Kylindri bei Karystos

Es muss schon ein wahrer Scheißjob gewesen sein… andererseits: Diejenigen, die ihn ausüben mussten, hatten gar keine andere Wahl. Vermutlich galt die Devise:
Mach es und verreck dran oder verreck gleich.
Steine klopfen ist auch heutzutage kein Spaß, aber in der antiken Welt muss es eine furchtbare Knochenarbeit gewesen sein, vermutlich bewältigt von Sklaven, Zwangsarbeitern oder Kriegsgefangenen, keine Ahnung, aber es wäre naheliegend.
Aber der Steinbruch auf dem Südhang des Berges Ochi auf der griechischen Insel Euböa war halt lukrativ. Marmor war ein begehrter Baustoff, nicht nur der schneeweiße, wie man ihn von Carrara her kennt, auch der zwiebelbemusterte aus Karystos.
Also beuteten die Römer ihn aus, wie alles, was damals zu ihrem Weltreich gehörte. Marmorsäulen wurden dort aus dem Fels gehauen, ins Tal transportiert, verschifft und von dort in andere Städte des Imperium romanums gebracht.

Irgendwann war das dann aber vorbei – Rom hatte im 2. Jahrhundert zunehmend andere Probleme als den Bau von Tempeln und Palästen. Weiterlesen

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Einfach mal den Mund halten, Halblinge!

„Irgendwie sieht es hier aus wie im Herrn der Ringe.
Wenigstens einen guten Filmgeschmack hat der Halbwüchsige hinter mir. Ansonsten kam noch nicht viel Intelligentes aus dem Mund der Pubertiers aus der Frankfurter Gegend. Dafür mehr komplett Überflüssiges über Kräuterbutter und Kräuterbutterbaguettes, was er seinem Kumpel erzählt
„Ja“, bestätigt der andere. „Wie auf dem Weg nach Bruchtal“.

Es folgt die unvermeidliche Diskussion zwischen den beiden, welcher Teil der Trilogie der Beste ist, und dass die Hobbit-Filme nicht annähernd an die Qualität heranreichen. Alles bekannt, alles tausendmal gehört. Nur noch nicht von jedem. Aber mal ehrlich: Sieht nicht jede halbwegs unberührte Landschaft ein klein wenig wie ein Set aus Herr der Ringe aus? Schroffe Berghänge, ein ungestümer Bach, der sich ein tiefes Tal in den Fels geschnitten und dabei die Steine abgeschliffen hat, knorrige, alte Bäume, meterhohe Farnfelder, schmale Trampelpfade… Weiterlesen


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Spaziergang auf der Levada dos Balcões (Madeira #4)

Weiter geht es mit der Madeira-Reihe aus unserem leider schon vergangenen Urlaub und ein paar Bildern von einem typischen Touristen-Programm-Highlight, dem Spaziergang auf der Levada dos Balcões. Nachzulesen für Wanderer und Urlauber in fast jedem Madeira-Reise- oder -wanderführer.
Darum hier nur ein paar Spotlights, Gedanken und Bilder.
Der Weg startet an der Forellenzucht am Riberio Frio. Da Madeira nicht ganz so viele touristische Hotspots zu bieten hat, wird eben alles, was die Inselurlauber und die Tagesbesucher von den Kreuzfahrtschiffen interessieren könnte, entsprechend aufgebauscht und als sehenswerte Atttraktion ausgeschlachtet. Zugegeben – die Forellenzuchtanlage ist hübsch gemacht. Aber Forellenzuchten mit frisch gegrilltem Fisch gibt es hierzulande zu Hauf. So spannend ist das dann doch wieder nicht. b-blog-40b
Interessant aber finde ich, dass die auf der Insel die an sich nichtheimische Art nicht nur gezüchtet, sondern auch zum Vergnügen der Angler in vielen Bächen und Flüssen ausgesetzt werden. Ein wenig absurd mutet das an, wenn man bedenkt, dass auf der anderen Seite die EU allerlei Anstrengungen unternimmt, die Ausbreitung gebietsfremder Tierarten mit Rücksicht auf die autochthone Fauna und Flora einzugrenzen. Ob solche Aktionen sich nicht auch irgendwann zu weitereren Alpträumen Darwins im Kleinen entwickeln, wie es am Victoriasee passiert ist, bleibt abzuwarten. Aber das ist ein anderes Thema…

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Madeira: Land und Leute (Madeira #3)

b-wanderung-m-14Nein – das ist weder ein Wander-, noch ein Outdoor-, noch ein Fotoblog. Da erwähnte ich schon öfter. Trotzdem kommt es gelegentlich vor, dass ich über Wanderungen, ausgedehnte Spaziergänge oder andere Aktivitäten blogge, die nichts mit Schwimmen zu tun haben. Über’s Schwimmen auf Madeira habe ich bereits berichtet – hier klicken, auch über die Lavapools. Was es sonst fern des Wassers zu sehen/entdecken gab, finden Sie in diesem Beitrag. Und wen das skurrilste Ferienerlebnis interessiert – der klickt einfach hier.
Wer eine Reise tut, der hat eben viel zu erzählen.
Ich mache das mit Fotos und sehr wenig Text. Jeder, der des Lesens und der Benutzung von Google mächtig ist, kann sich die weiterführenden Informationen ohnehin aus Reise- und Wanderführern und von einschlägigen Webseiten holen. Wenn es Sie nicht interessiert, dann schließen Sie jetzt einfach das Blog. Und wenn doch… einfach weiterlesen.

Andererseits: Es hätte schlimmer kommen können. Denken Sie (sofern Sie ein gewisses Alter haben) an die zauberhaften Diaabende bei Freunden. Man scharte sich im mühsam abgedunkelten Wohnzimmer vor der Kristallperlleinwand und dämmerte im Angesicht kommender 450 Bilder in den Halbschlaf. Das monotone Brummen des Projektor-Lüfters, das rhythmische Geräusch des kleinen Ärmchens, das die Dias zwischen Lampe und Linse zog, das endlose Erklären des Urlaubers, was man auf seinen Fotos alles entdecken könne…
Nach 50 Bildern wurde die Diaschiene gewechselt, Luft holen für alle, schnell ein paar Knabbereien und ein Getränk. Dann ging es weiter. Ein Neuntel war geschafft. Da ist doch ein wenig Scrollen viel bequemer:

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Wenn nicht auf diesem, dann auf einem anderen Weg

Ich hatte ja bereits nachhaltig gejammert, dass man mich im Comer See nicht schwimmen lässt, aber dass ich es auch gar nicht wollte: Divieto di Balneazone.
Man kann ja auch andere schöne Dinge machen, zum Beispiel eine Bootsfahrt, bei der man sich unter die Touristen mischt (ich bin ja selbst einer) und hernach darüber bloggen. Und da niemand sagt, dass man in einem Wassermann-Schwimmblog immer nur und ausschließlich übers Schwimmen bloggen muss, mache ich das heute auch nicht.
Wir haben es uns nämlich in Oberitalien gut gehen lassen. Gutes Essen und guter Wein, von Cafe zu Cafe: aperitivo, gelati, caffe espresso, cappucchino…  Sie kennen das vermutlich, wenn Sie selbst gerne nach Bella Italia reisen – dolce far niente inklusive. Irgendwann aber haben wir doch Hummeln im Hintern: So schön Milano, Bergamo oder Como auch sind. Also rein in die Wanderstiefel und -garderobe und ab durch die Haustür – hinein in die wolkenverhangenen Berge, die direkt hinter dem Haus beginnen.r-wander-02

Von Torno aus führt ein gut ausgeschildeter Wanderrundweg hinauf zum Montepiatto. Der Anstieg ist zwar steil, besteht aber überwiegend aus Treppenstufen – es müssen Hunderte sein, gefühlt natürlich Tausende. Ausgewaschen und ausgetreten und manchmal in einem extrem unangenehmen Trittabstand. Aber da müssen wir durch… bzw. rauf.  r-wander-03Es geht durch lichte Laubwälder, viele Esskastanien liegen auf dem Weg, man könnte sie absammeln, aber die Früchte sind im Vergleich zu den castagne oder unseren Maroni sehr klein, und wir haben auch keine Handschuhe dabei, um die Früchte aus ihren stacheligen Hüllen zu holen. Castagne gibt’s dann lieber hinterher in der L’Ortofrutta in der Via Francesco Muralto in Como.
Eingefallene Bruchsteinhäuser stehen im Wald, so etwas mag ich. Das ist wildromantisch, mir kommt Bella Ciao in den Kopf und ich phantasiere alte Partisanenverstecke in die Ruinen hinein. Welcher Held möchte nicht dereinst unter einer Blume in den Bergen begraben liegen? Weiterlesen