Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Pest oder Cholera – wer die Wahl hat…

Sie kennen das – die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Legendär ist zum Beispiel Karl-Heinz Rummenigges wenig taktvolle Äußerung im Jahre 2010, als der FC Bayern dem TSC 1860 München finanziell aus der Klemme und der damit drohenden Insolvenz helfen musste, da habe er nur die Wahl zwischen Pest und Cholera gehabt.
Er wollte sagen, eine Alternative sei so übel wie die andere. Bei so viel Taktgefühl in den Formulierungen kommt Freude auf…

Dabei ist rein statistisch gesehen, die Cholera natürlich das bedeutend kleinere Übel, zumindest medizinisch gesehen. Nur ein Prozent der an der Cholera Infizierten stirbt. Bei der Pest – so lese ich in der Osnabrücker Zeitung – sind es hingegen 60-80%. Das sollte man dann doch berücksichtigen, wenn man wirklich die Wahl hat.
Als ich von der Arbeit heim fahre, überlege ich: Freibad oder Weiher. Eines heute so besch… wie das Andere.
Trotzdem wähle ich nach Feierabend die Pest in Form des wasserverpesteten Wörther Weihers statt des chlorigen Schwimmbads.r-wpw-07
Der Grund ist einfach. Das Freibad ist von der Cholera des Erdinger Sinnflutfestivals „verseucht“. Was jetzt nicht heißt, dass ich etwas gegen das Festival habe, im Gegenteil: Ich gehe gern dorthin. Aber andere eben auch. Weiterlesen

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Challenge 25/19 & 25/20 (Thenner Weiher & Zustorfer Weiher): Ich glaub ich schwimm im Dreieck…

image KopieStraßenbau – Kies – Kiesgrube – Loch – Wasser – See/Weiher – Naherholungsgebiet.
Diese Formel hatten wir bereits zigfach in den vergangenen Wochen. Die Mehrheit der Gewässer, in denen ich in den vergangenen Wochen während der Challenge 25 geschwommen bin, ist genau nach dieser Formel entstanden: Die Hinterlassenschaften des Kiesabbaus, die zu Seen umfunktioniert wurden, das Freizeitgelände war dann nur noch die logische Konsequenz.
So ist es auch bei den beiden Weihern (von Seen zu sprechen wäre schon heftig übertrieben) im Norden des Erdinger Landkreises, die ich jetzt auch von meiner Liste abhaken darf:

1. Thenner See
Als ich mir den Thenner See das erste Mal auf Google Maps anschaue, stelle ich fest, dass er ein sehr exaktes Dreieck bildet. Vor Ort bestätigt sich das. Etwas mehr als 630 Meter misst die längste Seite, eine weitere etwas mehr als 610 Meter, die dritte bringt es nur auf 430 Meter. So habe ich das mit dem Entfernungsmesser vorab gemessen und kaum bin ich im Wasser, geht die wilde wie sinnlose Rechnerei los.
In den Tiefen meiner Erinnerungen baggere ich nach Mittelstufenschulstoff Mathematik: Trigonometrie. Wie war das noch mal mit den Dreiecken? Gleichseitig, gleischenklig, rechtwinkling… Und gab es da nicht die drei notwendigen Dinge, die man wissen musste, um die Fläche zu berechnen? Seite-Seite-Seite oder Seite-Seite-Winkel? Ging Seite-Winkel-Winkel auch?
Ich weiß nur noch: Winkel-Winkel-Winkel funktioniert nicht.
Aber so trüb wie das Wasser sind meine Erinnerungen. Ich habe echt keine Ahnung mehr davon und eigentlich sollte ich froh sein, mich mit so einem Zeug nicht mehr beschäftigen zu müssen. Verdammt lang her… und das ist gut so.
Trotzdem: Das Hirn ist ein nerviges Etwas, es lässt einem keine Ruhe, wenn man es benutzen kann. Statt den Augenblick des Schwimmens zu genießen, Züge zu zählen oder ganz einfach nur da zu sein, schikaniert mich mein think tank mit dem, was ich in der Schule am meisten gehasst habe, mit Mathe.
Also noch mal: Weiterlesen


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Ich bin ein Wassermann… irgendwie

Dass ich ein Wassermann bin, steht außer Frage. Menschen die in den ersten Wochen des Februars Geburtstag haben, gehören nun mal zu diesem Sternzeichen. Das hat aber nichts damit zu tun, ob sie wirklich ein begeisterter Wassermann sind, oder ob sie das nasse Element eher meiden. Viele der astrologischen Wassermänner gehen nur äußerst ungern schwimmen. Viele der astrologischen Jungfrauen sind ja auch in Wahrheit keine.

Mit Wassermännern aber konnte ich mich schon seit vielen Jahren identifizieren, und das, obwohl ich spät schwimmen gelernt habe, und mich im Wasser nie besonders hervorgetan habe, außer im Schulsport Schwimmen als Einzelsportart gewählt zu haben. Davon war in diesem Blog an anderer Stelle bereits zu lesen.
9783522106207_previewMeine engste Verbindung zu Wassermännern beruht – das ist kein Witz – auf Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker. Und das kam so:
Ich war vielleicht sechs oder sieben Jahre alt, mein Bruder ein Jahr älter, als wir zu Weihnachten die ersten Bücher von Preußler geschenkt bekamen. Mein Bruder hatte Der Räuber Hotzenplotz auf dem Gabentisch, ich Die kleine Hexe. Obwohl unsere Großmutter, die sich immer unendlich viel Zeit nahm, uns die Bücher vorzulesen, versuchte, mich mit meinem Geschenk zu versöhnen, war ich mehr oder weniger enttäuscht und ein wenig neidisch auf meinen Bruder: Räubergeschichten. Das war’s. Das war spannend und aufregend. Da gab’s einen Diebstahl und Entführungen, einen Zauberer und eine Fee. Bei der kleinen Hexe war alles so brav, so sittsam. Das Buch schwelgte vor Gutmenschentum – ich fand, das war eine Mädchengeschichte, in der es fortgesetzt nur darum ging, das Richtige zu tun. Mit das zu schenken war nicht fair. Noch schlimmer wurde es, als vier Wochen später mein Bruder Geburtstag hatte (auch er ein Wassermann) und Das kleine Gespenst geschenkt bekam. Knapp drei Wochen später erhielt ich zum Geburtstag Der kleine Wassermann. Und wieder war das Ganze nicht richtig ausbalanciert. Ein Gespenst – das war klasse. Aber bitte: So eine Milchbubi-Geschichte von einem grünhaarigen Zipfelmützenträger, der auf dem Grund des Mühlenweihers lebt, zwar allerlei Streiche macht, aber nichts wirklich Spannendes erlebte? Weiterlesen


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Das Ende naht…

Das Ende naht.
Daran besteht dieses Mal kein Zweifel. Waren die Anzeichen anfangs eher undeutlich und kaum wahrnehmbar, so ist es jetzt offensichtlich. Ich bemerke sie, und die anderen tun es auch. Vorbei ist die Spekulation, wann es denn so weit sein wird. Jetzt herrscht Gewissheit. Nur noch wenige Tage. Dann ist es vorbei. Deutlich und unbersehbar steht es an der Wand geschrieben.
Verehrte Badegäste, wir schließen das Hallenbad am 27. April. Unser Freibad eröffnet voraussichtlich am 10. Mai!
Da steht das Menetekel geschrieben. Direkt an der Eingangstür des Erdinger Hallenbades.
Die Wintersaison geht zu Ende. Einerseits freut mich das, andererseits schaue ich mich sorgenvoll nach Alternativen um.
Wie gern würde ich wieder ins Freiwasser wechseln. Ein neuer Neoprenanzug liegt bereit. Aber Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt und demzufolge Wassertemperaturen im einstelligen Bereich sind nun nicht gerade das, was ich gern hätte.
Ein wenig neidisch schaue ich auf die Posts in der Facebookgruppe Bist Du heute schon geschwommen. Immer mehr Wagemutige stürzen sich jetzt ins Freiwasser, nicht nur im Urlaub irgendwo in lauschigen Klimazonen oder am Gardasee, auch hier. Stolz berichten sie von Wassertemperaturen von 11°C und 20 Minuten schwimmen. Mein Respekt ist ihnen gewiss. Nachmachen werde ich das nicht. Noch nicht.
Auch das ist ein deutliches Anzeichen, dass die Wintersaison zu Ende geht. Und es wird auch Zeit.
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Boris ist auch so einer…

Boris?
Auch so einer?
Ja, auch so ein Held.
Wie Heinz. Dabei ist Boris eigentlich ein ganz anderer Typ. Ich habe keine Ahnung, ob Boris so heißt, aber ich unterstelle es ihm einfach mal – wenn nicht, und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dann kann ich es auch nicht ändern. Und ich will das auch gar nicht.
Was ich will, ist ganz einfach. Entspannen. Es ist wohl das letzte Sommerwochenende des Jahres. Nach einigen Runden im schon recht kühlen Wasser des Wörther Weihers habe ich mir ein eher ruhiges Sonnenplätzchen auf der Liegewiese gesucht. Der Nachmittag ist vorangeschritten, es leert sich bereits. Vor allem die Familien rücken ab. Die Eltern haben schnell eingesehen, dass es nicht mehr  möglich ist, sich entspannt in der Sonne grillen zu lassen, derweil der Nachwuchs vergnügt im Wasser planscht. Denn viel ist nicht mehr mit Getobe im Nass. Ein Vater lockt seine Söhne mit einem Ball ans Wasser. Zuwerfen will er spielen, aber die Jungs weigern sich. Ihnen ist das zu kalt. Memmen, so wie ich früher.
Zwar sind einige Leute im Wasser, auch Schwimmer, aber die bleiben nur kurz. Ich bin – wie fast immer – der Einzige im Neoprenanzug. Beim Anziehen am Ufer errege ich – wie auch fast immer – einige Aufmerksamkeit. Interessierte Blicke von Kindern, die ihre Eltern fragen, was der Mann da macht. Das kenne ich schon. Nochmal: Nein, ich geh nicht tauchen.
Es gibt das blöde Grinsen einiger Jugendlicher, die das entsetzlich uncool finden. Auch das kenne ich. Sie machen alle auf „harte Kerle“, die brauchen ja keinen Neo, die schwimmen noch unterm Eis nur in ihren Surfshorts. Klar. Aber jetzt liegen sie in der Sonne, das ist nicht gerade eine sportliche Herausforderung.
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They sing, when you are swimming…

Ein Donnerstagabend im Juli, es ist sehr warm. Ein abendlicher Sprung ins Wasser ist also nicht nur eine unverzichtbare Trainingseinheit sondern auch eine willkommene Abkühlung. Da es recht spät ist, entscheide ich mich trotz des warmen Wassers, im Neoprenanzug zu schwimmen. Ich kenn mich und weiß, wenn ich das nicht tue, werde ich irgendwann abbrechen. Es wird mir dann doch zu kalt, nur in Badehose zu schwimmen.
Gern nutze ich unter der Woche das Plateau vor der Hütte der Wasserwacht, um mich dort umzuzuziehen und meine Schwimmtasche sowie Kleidung abzulegen. Dort liegen sie einigermaßen geschützt. Schließlich hat der Wetterbewicht die Möglichkeit von Gewittern angekündigt, und auch der Himmel lässt erahnen, dass es durchaus einen kleinen Regenguss geben könnte.
Diesmal aber, als ich vom Parkplatz Richtung Wasserwacht gehe, bemerke ich: Das Plateau ist vollständig okkupiert. Auf den Bänken sitzen Leute. Die Plätze reichen nicht, einige sitzen auf mitgebrachten Campingklappstühlen. Zwar ist die Hütte verschlossen, aber eine andere Gruppe hat sich diesen lauschigen Platz für eine Abendveranstaltung ausgesucht. Und diese Gruppe ist nicht gerade klein.
Die Männer tragen Jeans, kleinkarierte kurrämelige Hemden im Jack-Wolfskin- oder Tchibo-Wander-Stil. Einige Frauen tragen Tops, wadenlange Cargohosen und Trekkingsandalen. Andere tragen bunte Baumwollröcke, die der Optik nach selbst gebatikt sein könnten. Zwischen ihren Füßen stehen Klappkörbe. Aus einem Korb ragen Baguettes, in einem anderen stehen große mit Aluminiumfolie abgedeckte Schüsseln, vermutlich mit Kartoffel- oder Nudelsalat. Irgendwo stapeln sich Tupperdosen, in denen sich vielleicht Käse, Wurst, Radi, Gürkerl und Tomaten befinden. Ich habe keine Ahnung.
Eine Kiste Bier und eine Kiste Limo stehen im Wasser zum Kühlen.
Der Trupp plant also eine zünftige Brotzeit.
Na gut.
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Heinz ist ein Held – und ein Idiot

weiher5Das ist hart, aber es ist leider die Wahrheit. Heinz ist ein Idiot.
Anmaßend ist das, und herablassend. Das gebe ich zu. Ich kenne Heinz gar nicht, ich weiß nicht mal, wie er wirklich heißt. Also nenn ich ihn Heinz in der Hoffnung, dass er in Wahrheit einen anderen Namen trägt und diesen Blogpost nie zu gesicht bekommt.
Dass ich Heinz umtaufe, finde ich nun wieder akzeptabel, schließlich nennt er seine Frau Schnuffelchen , und die heißt bestimmt nicht so. Vielleicht Gerda, oder Renate. Oder Sigrun. Mir ist das egal. Ihm offensichtlich auch, sonst würde er sie nicht Schnuffelchen nennen und in einer Tour volltexten.
Schnuffelchen interessiert das nicht. Sie liest in ihrem Romanheftchen, vermutlich aus der Reihe „Dr. Stefan Frank“. Das musste ich googeln, denn ich kenn nur „Perry Rhodan“-, „Lassiter“-, „Gruselkrimi“- und „Landser“heftchen aus meiner Jugend. Und ja: Wie konnte ich ihn vergessen: „Jerry Cotton“.
Schnuffelchen sieht nicht so aus, als ob sie diesen heroischen Geschichten, in denen die Welt gerettet, der Wilde Westen erobert, die Ostfront verteidigt oder der gemeingefährliche Schurke zur Strecke gerbracht wird, interessieren dürfte. Obwohl Dr. Frank vielleicht auch ein Held ist, und ein echter Kerl. Ich habe keine Ahnung.
Das ist in diesem Zusammenhang auch nicht weiter wichtig.
Aber Heinz ist wichtig.
Denn Heinz ist ein Held.
Glaubt er.
Und weil er das glaubt, erzählt er es seinem Schnuffelchen.
Dass dabei alle anderen im Umkreis von 25 Metern auf der Liegewiese des Weihers Zeuge seiner Heldentaten werden, ist ihm egal.
Vielleicht legt er es sogar darauf an. Kann ja jeder hören, welche Großtat er gleich verbringen wird.
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Schwimmt der eigentlich noch?

neo4Man macht sich Sorgen im Haus von Freund Alex, wie selbiger bei einem Treffen beiläufig erwähnt. „Man hat ja so lange nichts mehr gelesen – und wenn, dann nur Geschichten über’s Radfahren. Schwimmst du eigentlich noch?

Die Frage überrascht mich. Klar schwimme ich noch. Mehrmals die Woche, bis Ende Juni stammtreu in meiner bevorzugen Schwimmhalle, aber es gibt eben nicht jedes Mal etwas, über das man schreiben könnte (oder sollte). Jetzt aber hat das Schwimmbad geschlossen, sommerliche Renovierungsarbeiten stehen an. Das ist jedes Jahr so, leicht ärgerlich, aber heuer begrüße ich es. Wer möchte schon, dass einem buchstäblich die Decke beim Kraulen auf den Kopf fällt?
Die Gefahr besteht. Daher werden in den kommenden Wochen Dacharbeiten durchgeführt.
Bei der Gelegenheit wird sicher das Becken generalgereinigt. Und übrigens Jungs: Wenn Ihr bei der Gelegenheit meinen verlorenen Earplug  irgendwo auf dem Beckenboden wiederfinden solltet – Ihr dürft ihn bitte entsorgen. Ich habe mir ja – wie erwähnt – längt neue gekauft.

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