Irgendwie ein Wassermann

Einfach nur Baden gehen ist keine Alternative, da geht viel mehr…


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Schichtwechsel

Es ist kurz vor 18 Uhr. Unschlüssig stehe ich am Ufer des Wörther Weihers.
Soll ich – oder soll ich nicht.
Als ob die Entscheidung von mir abhänge würde.

Genauso unentschlossen wie ich zeigt sich der Himmel. Kommt das Gewitter nun oder zieht es weiter?
Irgendwann ist meine Geduld zu Ende. Wenn sich das Gewitter nicht in fünf Minuten verbindlich äußert, gehe ich ins Wasser.
Schließlich: Noch immer sind Familien auf der Liegewiese, Kinder spielen am Ufer, am Kiosk sitzen Menschen und trinken ein Feierabendbier. Von vorgewitterlicher Aufbruchstimmung ist keine Spur zu merken.
Nach Ablauf des Ultimatums lugt die Sonne hervor.
Na bitte – geht doch.
Zwei Frauen kommen – offensichtlich auch schwimmbegierig. Das ist gut. Die können mir, wenn ich mich etwas beeile, gleich den Neoprenanzug schließen.
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Ein Hecht, ein toller

… und schon geht sie wieder los, die Freiwassersaison. Endlich. Die erste Runde absolviere ich nach Feierabend im Wörther Weiher. Das hat gute Tradition, das ist eine Art Homerun. Obwohl ich einige Schwimmer im Wasser sehe, die gemütlich einen Kreis ziehen, und obwohl ich im Netz von anderen gelesen habe, dass sie mittlerweile ohne Neoprenanzug ins Wasser steigen, entscheide ich mich für die Pelle. Zum einen sind die anderen Weiher kein Maßstab – vor allem, weil sie vermutlich wesentlich kürzer als ich im Wasser verweilen. Zum anderen können die, die ohne Pelle längere Strecken schwimmen wollen, das gerne tun.
Ich muss das nicht haben.
Nach etwa 2.000 Metern wird mir an Händen und Füßen das Wasser doch langsam zu frisch, die Sonne verschwindet hinter den Bäumen, mir reicht’s.
Gelohnt hat es allemal, ich ärgere mich wieder einmal, dass ich überhaupt einem Gedanken Raum gegeben habe, statt zum Weiher zum Freibad zu fahren – bei dem Wetter…
Ich schwimme zurück zu der Stelle, an der ich meine Sachen am Ufer deponiert habe und hole meine kleine Unterwasserkamera. Nicht zuletzt, um in den einschlägigen Facebookgruppen Vollzug melden zu können, dass ich heute wieder geschwommen bin und das Ganze mit einem topaktuellen Bild garnieren kann, muss ich ein paar Selfies machen. Weiterlesen


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Challenge 25 – Mein Abschluss-Ranking

image KopieGeschafft. 25 Seen und Weiher habe ich den Sommer über besucht.
Und nun?
Ein Ranking.
Internetbenutzer lieben das – Suchmaschinen auch. Meine liebsten Bücher, CDs, meine schönsten Urlaubsorte… was kann man nicht alles in eine Rangordnung bringen?
Da wäre es töricht, das nicht auch zu machen und so ein paar Leser herzulocken. Wer weiß… vielleicht googelt ja einer nach den schönsten Badeseen in und um München und findet meine Seite.

Es sind alles sehr subjektive Schwimmeindrücke, keine Bewertungen der Gewässer und schon gar keine Beurteilungen über Schwimm- und Wasserqualitäten, die für dieses Ranking ausschlaggebend waren. Oder ganz einfach: Wo hat es mir bei den über 60 Kilometern, die ich geschwommen bin, nun am besten gefallen und wo muss ich nicht noch mal hin?stau02
Fair ist das nicht, da ich einige Gewässer ich schon sehr oft vorher besucht habe, andere nur dieses eine Mal. Mal war ich der Einzige, mal war es gesteckt voll. Mal habe ich mich von der Natur faszinieren lassen, mal bin ich von Menschen eher abgeschreckt worden. Mal war das Wasser arschkalt, mal badewannenwarm, mal ist es zu trübe, mal roch es nach Moder, mal nach Pommes frites. Mal wusste ich etwas über das Gewässer, mal nicht, mal hatte ich auch Vorurteile, mal war ich neugierig. Mal brannte ich vor Lust, mal hatte ich wenig Motivation ins Wasser zu steigen, mal mochte ich es, über Wasserpflanzen hinweg zu schwimmen, mal war ich davon genervt, zwischen den Teichrosen zu landen. Mal teilte ich das Wasser mit Enten, mal mit Gänsen, mal mit Blässhühnern. Und hin und wieder fischelte es unter mir.
Schließlich: Das Wettkampfschwimmen im Simssee lässt sich kaum noch mit anderem Schwimmen vergleichen, geschweige denn, dass ich auch nur einen Hauch vom See selbst mitbekommen habe,
Das alles fließt in mein persönliches Ranking mit ein. Es hilft nichts. Hier also das Ranking zu meiner Challenge 25. Weiterlesen


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Challenge 25/1 (Wörther Weiher): Ich bin kein Froschmann!

image KopieErwähnte ich es schon?
Ich bin kein Taucher, also auch kein Froschmann. Das hindert allerdings Kinder nicht daran, einen Schwimmneoprenanzug als Taucheranzug zu bezeichnen. Das Thema hatten wir bereits. Auch Eltern kennen sich in den Nuancen selten aus, wie ich heute erst wieder bemerkt habe: Als nach etwa 3.000 Metern Schwimm in der Sonne sitze, den Neoprenanzug, die Badekappe, die Schwimmbrille und die Paddle zum Trocknen ausgebreitet habe, meinen zwei Kinder zu ihrer Mutter: „Uii Mamma, guck mal, ein kompletter Taucheranzug.“
Die Mutter nickt ergriffen, was will man von einer Frau erwarten, die ihren Kindern, wenn sie mit einem Scooter/Roller unterwegs sind, nicht nur Fahrradhelme aufsetzt sondern ihnen auch Warnwesten anzieht? Na gut, wenn die Leute meinen…

Viel ist nicht los im Wasser des Wörther Weihers, ein paar Schwimmer probieren ein paar kurze Strecken, Kinder jagen Kaulquappen, ein paar Wasserwachtler, probieren ihr Boot aus, ein paar sind im Neoprenanzug im Wasser und suchen den Weihergrund nach einer versenkten Brille ab. Auch auf der Liegewiese geht es eher moderat zu.ch25-1-1
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Ice Bucket Challenge – das trifft nicht nur die anderen

20140830_163806Ich bin ehrlich, ich hatte gehofft, man würde mich vergessen. War aber nicht so.  Die Aktion, die ja nun wirklich spätestens seitdem Mark Zuckerberg sich daran beteiligt und Bill Gates nominiert hat, jeder kennt, hätte doch wunderbar an mir vorbei laufen können. Reicht es nicht, wenn sich Schauspieler, Fußballer, Comedians, Musiker… einen Eimer Wasser über den Kopf kippen und dann Millionen Summen zur Erforschung der Krankheit ALS spenden?
Offensichtlich nicht. Natürlich möchte das Normal-Volk auch mitmachen und so nominiert man sich munter weiter und weiter und weiter. Viral, schneeballartig breitet sich das Ganze aus, obwohl viele vermutlich gar nicht erst reagiert haben.
Sei’s drum.
Wer sich oft genug mit Sprüchen aus dem Fenster hängt, muss sich nicht wundern, wenn er gewisse Aufmerksamkeit erregt. Und dann eben auch nominiert wird.
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Ein Samstag auf dem Lande…

fremdgehen4Stadtmenschen lächeln gern mit einer Mischung aus einer gewissen Überheblichkeit und Mitleid, wenn ich abends auf Alkohol verzichte, weil ich ja noch mit dem Auto nach Hause fahren muss. „Ach, ja, Du wohnst ja im Outback“, kommentieren sie und fühlen sich so bevorteiligt, weil sie nur ein paar Stationen mit der U-Bahn oder dem Bus fahren müssen, bis sie daheim sind.
Nun sei ihnen der Luxus gegönnt, sich mit allerlei Gestalten in die Bahn zu zwängen und den Heimweg anzutreten. Jedem halt das seine.
Am Pfingstsamstag (Sie erinnern sich, einem der wenigen Sonnentage des Mai 2013) musste ich an so manches überlegene Grinsen der Städter denken. Am Spätnachmittag kam es über mich. Das Grillgut war aufgegessen, die Glut verloschen, ich hatte wie man so schön sagt Hummeln im Hintern. Ein bekanntes Problem: Gut gegessen, Bewegungsmangel, Trägheit… Dagegen kann man was tun. Und genau das ist passiert.
Keine zehn Minuten später bin ich umgezogen, die Trinkflasche ist gefüllt, Handy und Notfalltraubenzucker sind eingepackt und ich sitze auf dem Rad. Keine 250 Meter von unserer Haustür entfernt geht es in den Wald. Gut, dass ich nicht in der Stadt wohne. Es geht bergauf und bergab, kurvig, wahlweise auf gut ausgebauten Forstwegen oder engen Trampelpfaden. Das kühle, feuchte Grün umschließt mich. Ich bin allein und trete mein altes Bike. Wie ein wildgewordenes Kind rase ich durch Pfützen. Das Wasser spritzt mir an die Beine, der Matsch aufs Trikot. Ich saue mich ein, warum auch nicht… Wir haben Dusche und Waschmaschine. Ein Jogger, zwei Nordic-Walker, das ist alles, was ich an Menschen samstags gegen 17.00 Uhr in den Wäldern im südlichen Teil des Erdinger Landes treffe. Wir nicken uns en passant zu. Auf dem Land grüßt man sich. In der Stadt muss man sich wohl aneinander vorbeischieben.
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Weiherspiele

Wörther Weiher. Bild (c): Landkreis Erding

Nachdem ich nun fast ein halbes Jahr zwei bis reimal in der Woche in die Schwimmhalle in Markt Schwaben im Landkreis Ebersberg gefahren bin, stehe ich eines Tages Anfang Juli vor verschlossener Tür. Zwar war angekündigt, dass das Schwimbmad im August und September wegen notwendiger Sanierungsarbeiten geschlossen wird. Aber bitte: Wir haben den 2. Juli und nicht August. Was soll das denn nun wieder?
Und vor allem – wo bitte soll ich jetzt weiter trainieren? Den Sommer über das mühsam abgehungerte und heruntergekraulte Gewicht wieder zunehmen? Kommt ja gar nicht in Frage. Andererseits: Welche Alternative bleibt mir?
Die meisten Schwimmbäder der Region schließen über den Sommer. Ich bedauere das, denn gerade während der sehr warmen Tage im Mai war das Markt Schwabener Schwimmbad wie leergefegt. Kaum jemand, der meine Bahnen kreuzt, wenn die Sportbahnen vereinsbelegt sind. Kaum ein Sportschwimmer am Freitagabend, perfekt für mich.
Das Erdinger Freibad schließt abends so früh, dass ich es definitiv nicht schaffe, nach der Arbeit noch dahin zu fahren. Für zehn Bahnen muss man sich nun wirklich nicht, sich nass zu machen, geschweige denn Eintritt zu zahlen.
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